Stigmergy

[Repost from GeorgieBC under CC-by-nc-sa, translated german version]

Stigmergy is a mechanism of indirect coordination between agents or actions. The principle is that the trace left in the environment by an action stimulates the performance of a next action, by the same or a different agent. In that way, subsequent actions tend to reinforce and build on each other, leading to the spontaneous emergence of coherent, apparently systematic activity. Stigmergy is a form of self-organization. It produces complex, seemingly intelligent structures, without need for any planning, control, or even direct communication between the agents. – Wikipedia

A personality based system can never allow for mass collaboration on a global scale without representation such as that seen in organizations like the United Nations. If the world is to move away from representation and allow all voices to be heard, we need to find methods of collaboration which work with idea and action based systems. Concentric user groups with epistemic communities and knowledge bridges may work for idea based systems; for action, stigmergy may be the best option.

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Statistisches — keimform.de 2012

Seit Ende 2010 nutzen wir den Statistikdienst von WordPress — ist bequem und übersichtlich. Zwei volle Jahre der Auswertung ermöglichen einen Jahresvergleich. Hier ein paar Zahlen für 2012 (in Klammern der Wert für 2011):

  • Besucher_innenAufrufe: 113.718 (93.819)
  • Besucher_innenAufrufe/Tag: 311 (257)
  • Artikel: 263 (255)
  • Kommentare: 1195 (1031)

Artikel und Kommentare (inkl. Pings) habe ich zusätzlich ausgewertet, die stehen nicht in der WordPress-Statistik. Dort finden sich hingegen die in 2012 meist besuchten Artikel:

  1. Open Hardware: CNC-Maschinen (August 2011)
  2. Robert Kurz ist tot (Juli 2012)
  3. Der Crowding-out oder Korrumpierungseffekt (April 2008)
  4. The unissued recordings of Vladimir Horowitz: An example of copyright endangering culture? (Januar 2012)
  5. Kommunismus? (April 2010)

… sowie häufigste Suchworte und Referenzseiten und fleissigste Kommentator_innen. Vielen Dank an alle, die sich an keimform.de beteiligt haben!

Euch allen ein schönes 2013!

Die doppelten Commons

commons-dreieckDie Struktur der Commons illustriere ich gerne mit der nebenstehenden Grafik. In anderen Darstellungen geht es nicht um Commoning und Produkte, sondern das Commoning wird aufgetrennt in seine Aspekte Gemeinschaft und Regeln, während die Produkte sowie der (hier rote) rückbezügliche Pfeil zu den Ressourcen fehlen.

Ich fand die Wiederentdeckung der Fähigkeit von Gemeinschaften, sich jenseits von Markt und Staat eigenständig Regeln zu geben, immer verständlich, meinte aber auch früher schon, dass die notwendige Betonung des sozialen Aspekts nicht zu Lasten der Tatsache gehen dürfe, dass aus all dem Commoning auch immer »was heraus kommt«.

Inzwischen denke ich, dass hinter der unterschiedlichen Weise der Illustration tatsächlich eine inhaltliche Differenz steckt. Diese Differenz bezieht sich jedoch nicht auf divergente Commons-Theorien, sondern auf unterschiedliche Commons und zwar auf den realen Unterschied von alten und neuen Commons. Ausgedrückt in  Formeln sieht das so aus:

  • Alte Commons = Ressourcen + Gemeinschaft + Regeln
  • Neue Commons = Ressourcen + Commoning + Produkte

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How Open Hardware will Take Over the World

The following presentation of Nathan Seidle is fully embedded in capitalist logics, but it impressivly shows, that in the long run openness will out-compete old-fashioned proprietary approaches. And all results can be used by everyone, including by peer-commons projects.

[Update]: Youtube has removed the video 🙁

[Update]: The video is online again 🙂

[C|K]omm[o|u]nistisches

Hegel und MarxWer eine allgemeine Emanzipation, eine Befreiung für alle will und/oder für unabdingbar hält, der kommt am Kommunismus nicht vorbei. Auch wenn er oder sie dieses K-Wort für unbenutzbar hält. So greifen manche zum C-Wort und nennen es »Communismus«, was signalisieren soll: Wir gehen noch mal weit zurück und prüfen genau, ob und ggf. was bei den theoretischen Vordenker_innen angelegt war, das sich später katastrophisch auswuchs. Oder noch andere verwenden das moderne »Commonismus«, um die Nähe zu den weitweiten Commons-Bewegungen anzuzeigen, die bekanntlich mit dem niedergelegten Realsozialismus am wenigsten zu tun hatten.

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My Doubts About Parecon

ZNet Debates logo[This is part of an debate regarding parecon and peercommony between Michael Albert and me. It is a repy to Michael Albert’s Summarizing Participatory Economics. All articles can be found on the debate overview page – more will follow.]

While I like the goals of the Parecon, one thing that confuses me is that Parecon, while intended to overcome capitalism, still resembles it in an essential aspect. Society still revolves about paid labor: everybody is forced to work for money in order to be able to buy the things they need to live. Why is that so? Do we really must forever force people to work because otherwise they wouldn’t?

A typical proponent of capitalism would probably respond: “Yes, humans are just lazy bastards. Without coercion, nobody would work and humanity would perish.” Michael Albert argues a bit smarter, but essentially in the same way:

If we disconnect work and income, … people will typically choose to work too little for the social good to be optimally met, and people will choose to take too much for the system to even work because the available output will fall well short of available demands for income.

So, everybody it still a bit too lazy and a bit too greedy for society to work without coercion, it seems. But is that claim as self-evident as Albert puts it? Moreover, if the mismatch between “available output” and “available demands” was real, could Parecon avoid it? I doubt both points.

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Keimform is Going Mainstream

Federico Pistono at TEDxVienna: »Robots Will Steal Your Job, but That’s OK«

Ok, no critique of capitalism in its very notion, but on the right track. Quote:

Choose a job you love and you will never have to work a day in your live.

— Confucius

»Was will die Keimform-Theorie?«

Das fragt sich Wolfram Pfreundschuh, Autor von kulturkritik.net. Er hat im Kulturkritischen Lexikon einen Eintrag zum Stichwort Keimformtheorie verfasst. Damit setze ich mich im folgenden auseinander.

Die Theorie von der Keimform will diese als eine gesellschaftliche Alternative innerhalb der bestehenden Gesellschaft setzen, die sie von innen her dadurch überwindet, dass neue Gemeinschaften, Güter, Werkzeuge und Ressourcen entwickelt werden und „heranwachsen“, die durch freiwillige Beiträge quasi urwüchsig aus dem Betreiben einer „authentischen“ Tätigkeit, die für sich schon sinnvoll sein will, entstehen und deren Produkte dann als frei verfügbare Gemeingüter gehalten werden.

Wie dieser erste Satz schon Missverständnisse hinsichtlich der sogenannten Keimform-Theorie formuliert, so geht es in Wolframs Text weiter. Es erscheint mir unmöglich, durch Antwort auf einzelne Argumente die Vorstellung zu befördern, worum es in unserer Suche nach Wegen aus dem Kapitalismus und eben der Diskussion über Keimformen einer neuen Vergesellschaftung überhaupt geht.

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Schlesisches Weihnachtsessen

Ein Rezept in diesem Blog? Ja, wir teilen gerne alle unsere Rezepte — für eine freie Gesellschaft und für gutes Essen 😉

Das folgende Rezept befindet sich schon länger im Familienbesitz. Da soll es nicht bleiben, denn Unternutzung gefährdet die Existenz nichtrivaler Gemeingüter. Und geteiltes Rezept ist multiplizierte Freud. Das Schlesische Weihnachtsessen gibt’s in unzähligen Kombinationen, unsere spezielle Variante will ich vorstellen. Es ist selbstredend die beste 😉

Das Essen wird genau einmal im Jahr gekocht — nomen est omen — und dann an vier bis fünf Tagen verzehrt. Dann ist es auch erst einmal gut. Bis zum nächsten Jahr, wenn die Vorfreude auf dieses unglaubliche leckere Essen wieder losgeht. In unserer Variante nennen wir es auch Fleischtopf in Biersoße. Fleischtopf! Das mir als Vegetarier! Doch das geht, denn ein großer Bestandteil sind auch verschiedene Wurzelgemüse. Die fische ich mir dann aus dem Topf und bin glücklich. Für Vegetarier_innen, die auf strikte Trennung vom Fleisch achten, ist das allerdings nichts. Ich bin da nicht so streng.

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Catastroika

Der durch Spenden finanzierte freie Film Catastroika (Website) zeigt, wie Privatisierung geht — von Russland über Chile und die Treuhand wird der Bogen bis zu Griechenland geschlagen, denn um Griechenland geht es. Und Griechenland ist nicht mehr zu retten, auch wenn jetzt wirklich alles verscherbelt wird, was noch in Staatshand liegt. Zu Wort kommen Slavoj Žižek, Naomi Klein, Luis Sepulveda, Ken Loach, Greg Palast, Dani Rodrik, Alex Callinicos, Ben Fine, Costas Douzinas, Dean Baker.

Was der Film nicht zeigt, ist, warum Privatisierung läuft. So erscheint Neoliberalismus als Ideologie von hintergründigen Drahtziehern, denen fehlinformierte Politiker_innen folgen. Diese Erklärung wird solange ausgerollt, bis den Autor_innen des Films bei der Frage nach der Alternative selbst mulmig wird: Nein, nein, zurück zu alten Verhältnissen der Staatsbetriebe wollten sie nicht. Sondern? Die Arbeiter_innen (»Werktätige« in den deutschen Untertiteln), die sollen die Betriebe kontrollieren. — Okay, aber was ändert das?