Kategorie: Eigentumsfragen

Massimo de Angelis‘ „Omnia Sunt Communia“ – Eine Grundlegung der Commons

Auf der Suche nach Commons-Theoretiker*innen, die Commons im Zusammenhang mit sozialen Kämpfen diskutieren, stieß ich durch eine Empfehlung von Friederike auf Massimo De Angelis und sein Buch „Omnia Sunt Communia: On the Commons and the Transformation to Postcapitalism“ (die Erstausgabe erschien noch mit dem Untertitel „Principles for the Transition to Postcapitalism“). Annette hat es relativ zeitgleich mit mir auch gelesen und bereits eine ausführliche Besprechung in mehreren Teilen auf ihrem Blog veröffentlicht. Es ist schade, dass es bisher noch nicht ins Deutsche übersetzt wurde, denn das Buch bietet eine umfangreiche theoretische Bestimmung des Commons-Begriffs, die aus einer systemtheoretischen Perspektive stets auch das (kapitalistische) Umfeld heutiger Commons in den Blick nimmt sowie Commons im Kontext von Klassenkämpfen und sozialen Bewegungen diskutiert und damit einige interessante Anregungen für Transformationsstrategien liefert. Was leider zu kurz kommt, ist eine grundsätzlichere Kritik an Markt und Tauschlogik, deren Fehlen gemeinsam mit dem leider noch immer sehr üblichen Vermeiden utopischen Denkens dazu führt, dass De Angelis einigen Potentialen des Commonings, trotz sonstiger theoretischer Schärfe, nicht ganz gerecht wird. Dennoch lässt sich „Omnia Sunt Communia“ dank der oben genannten Punkte als eine Art „Grundlegung“ der Commons aus einer antikapitalistischen Perspektive bezeichnen.

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Podium: Kybernetik und die Ökonomie der Zukunft (3.6.)

Podium mit Jan Groos und Simon Sutterlütti zu digitalen Produktivkräften und einer möglichen Ökonomie der Zukunft – Etwas kurzfristig: Donnerstag, 3.6., 19:30

1973 erhält Wassily Leontief den Nobelpreis der Wirtschaftswissenschaften, seine Computersimulation der Weltwirtschaft war kurz zuvor u.a. auch in den Bericht über die „Grenzen des Wachstums“ des Club of Rome eingegangen – als früher Verweis auf die mögliche Klima-Krise. Ein Jahr später geht der Wirtschafts-Nobelpreis an Friedrich Hayek, der nun in seiner Rede gerade die Anmaßungen einer solchen Simulation kritisierte und die vermeintliche Unmöglichkeit von Planungen im großen Stil betonte.

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„Solidarische Care-Ökonomie“ von Gabriele Winker (Rezension)

Im Keimform-Blog lese ich seit längerem und häufig von den Beiträgen inspiriert mit. Weil Gabriele Winker und ich, wenn wir von solidarischer Gesellschaft sprechen, einen Ansatz vertreten, der mit den Vorstellungen eines ‚Commonismus‘ große Ähnlichkeit hat, möchte ich hier Gabrieles neues Buch vorstellen. Ich hoffe, dass die Darstellung Leser*innen des Blogs anregt, das Buch zu lesen, und dass es ebenfalls Gedankenprozesse anstößt oder zu Kritik führt, die für uns hilfreich ist.

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Das Experiment einer schrittweisen Entgeldung in Villach/Österreich

Wie kann der Übergang von einer auf Geldwachstum verpflichteten Gesellschaft in eine Gemeinschaft gelingen, in der die Menschen bereits über die Deckung ihres Bedarfs an Lebensmitteln verbunden sind? Vorstellung eines in diesem Sinne gemeinschaftlichen Experiments zur Entgeldung lebenswichtiger Bereiche noch innerhalb der kapitalistischen Geldlogik.

Ich bin Robert Kravanja und arbeite in Villach zusammen mit Verantwortung Erde, einer Bewegung, die es sich zur Aufgabe gemacht hat bedingungslos für die Interessen unseres Planeten einzutreten. Wir sitzen im Stadt- und Gemeinderat und 3000 Menschen (12%) haben uns bei der letzten Wahl gewählt. Wir verstehen uns als Teil der Transitionsbewegung.

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»Future Histories« Podcast zu Commonismus

Jan Groos macht »Future Histories«, dem ausgesprochen spannenden »Podcast zur Erweiterung unserer Vorstellung von Zukunft«. In der 47. Folge hat Jan mit mir über den »Commonismus« gesprochen.

Dabei sind fast alle Themen zur Sprache gekommen, die uns auch hier immer wieder bewegen 🙂

Hier direkt zum Hören:

Nehmen, Geben, Opfern

Besprechung eines Abschnitts aus dem Buch von Georges Duby (1977): Krieger und Bauern. Die Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft im frühen Mittelalter, Frankfurt am Main: Syndikat, dort: Nehmen, Geben, Opfern (S. 52 -60).

Den Text habe ich vor ein paar Jahren für mich zusammengefasst und möchte ihn nun gerne teilen.

Duby steht in der Tradition der Historikerschule Annales (Marc Bloch, Febvre, Braudel, Pirenne, Ariès, LeGoff, …). Er geht der Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft im frühen Mittelalter nach. Das ist die vorkapitalistische Periode, in der kapitalistische Keimformen noch nicht vorkommen.

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Eigentum und Besitz bei Commons

Bei der Gelegenheit einer Zusammenfassung von Texten zum Thema „Eigentum“ habe ich einen Absatz zu Commons eingefügt, der hierfür eine Unterscheidung von Eigentum und Besitz fruchtbar macht (statt „Eigentum“ zu verwerfen). Der ausführliche Text zum Eigentum steht hier. Den Ausschnitt zu den Commons dokumentiere ich auch hier:

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Eske Bockelmann: Das Geld

Früchte des Zorns“ – Anfang der 30er Jahre von John Steinbeck geschrieben –, das sind die von den Farmern in der Großen Depression nach 1929 gepflückten Früchte Kaliforniens, die vernichtet werden, da sie keinen Markt finden, weil sie zu teuer sind und sich nicht in Geld verwandeln lassen. Diese Farmer haben einen entbehrungsreichen Treck vom armen mittleren Westen ins reiche Kalifornien hinter sich, um nun zu sehen, wie hier die üppige Obsternte verbrannt, der Reichtum vernichtet wird. „Wo der Zorn reift, sind auch seine Früchte nicht gefeit vor dem passenden Petroleum und gibt es hochgerüstete Wächter stärker als die, die solche Früchte ernten wollten. Das Leid, das Verbrechen, die Katastrophe, sie dauern an. Diese Welt, diese schöne Welt – nur ohne Geld kann sie überleben“ (354), schreibt Bockelmann.

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Stefan zu ‚Kapitalismus aufheben‘

Video von nem Vortrag den Stefan im Februar 2020 in Bonn gehalten hat (Vortragsreihe hier: https://bonn.commons-institut.org). Ihr kennt wahrscheinlich schon einiges, aber ist schön dargestellt und von Stefan gabs ja schon länger kein schickes Video mehr. Der erste Teil ist der Vortrag, der zweite die Diskussion. Have Fun 🙂

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