Auf der Suche nach dem Neuen im Alten
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Ein Softwarekonzept für ununterbrochenes Commoning – Fähigkeiten, Qualifikation, Tätigkeitsgewichtung

Auf reiner Prozessebene kann das Ideal der hier beschriebenen Vermittlungsform zur effizienten Bedürfnisbefriedigung folgendermaßen ausgedrückt werden: Möglichst wenig Aufwand. Dieser ergibt sich aus möglichst wenigen unterschiedlichen Mitteln, die möglichst vielfältig verwendet werden können und möglichst lange haltbar sind. Weiter auch aus möglichst geringen Anforderungen an Fähigkeiten und Qualifikationen bei den Tätigkeiten, welche für die Herstellung und Erhaltung der Gesellschaft notwendig sind, damit möglichst viele Personen sich diesen annehmen, sprich: zuordnen können.

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Kategorien: Freie Software, Theorie

16. Januar 2020, 01:17 Uhr   4 Kommentare

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Mustersprache vs. Kategoriale Utopie

Wie die Muster des Commoning und die kategoriale Utopie zusammengehören

Beim CI Herbsttreffen in Hiddinghausen gab es eine Diskussion verschiedener Sichtweisen auf die Commons als Teil einer gesellschaftlichen Transformation zu einer freien Gesellschaft. Diese haben mich zu ein paar Gedanken zum Verhältnis zwischen den Ansätzen von Silke Helfrich und David Bollier zu einer Mustersprache des Commoning und von Simon Sutterlütti und Stefan Meretz zu einer kategorialen Utopie veranlasst. (Helfrich/Bollier: Frei Fair und Lebendig-Die Macht der Commons und Stefan Meretz, Simon Sutterlütti: Kapitalismus aufheben).

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Kategorien: Arbeit & Freiheit, Commons, Gender, Praxis-Reflexionen, Theorie

6. Januar 2020, 13:21 Uhr   5 Kommentare

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Tücken der Belohnung

Das ist ein Teil von dem nächsten Buch zu Utopie und ich wollte es mal mit euch diskutieren: In Utopie-Diskussionen erlebe ich häufig Menschen, die der Idee einer arbeitslosen Gesellschaft gegenüber sehr aufgeschlossen sind, aber nicht so wirklich glauben, dass sie funktioniert. Häufig höre ich dann: “Naja, ich kann mir zwar vorstellen, dass viele Aufgaben freiwillig gemacht werden, aber nicht alle. Und für die, die dann übrig bleiben können wir ja dann Leute belohnen“. Diese Aussage ist eher kritisch unterstützend als abstrakt negierend gemeint. Das Ziel wird geteilt und man versucht Lösungen für Probleme zu finden. Eigentlich total gut, genau solch ein gemeinsames Weiterdenken wünschen sich Commonist*innen. Ich befürchte nur, dieser Lösungsvorschlag wird uns nicht weiterhelfen.

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Kategorien: Arbeit & Freiheit, Commons, Eigentumsfragen

22. November 2019, 11:31 Uhr   10 Kommentare

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Haben und Teilhaben

Streifzuege 74[Kolumne Immaterial World in der Wiener Zeitschrift Streifzüge]

Menschen sichern ihre Existenz, indem sie ihre Lebensbedingungen herstellen. Sie tun dies jedoch in der Regel nicht ad hoc, also wenn sie aktuell etwas brauchen, sondern vorsorgend für den Fall, etwas in der Zukunft brauchen zu können. Wer etwas braucht, greift auf mehr oder weniger lange zuvor Produziertes zurück. Doch wem gehört dies Produzierte, wer verfügt darüber? Damit ist die Frage des Habens und des Teilhabens aufgeworfen.

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Kategorien: Arbeit & Freiheit, Commons, Eigentumsfragen

10. Dezember 2018, 12:35 Uhr   1 Kommentar

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Commonsverbünde als Transformationsmodell

Download als PDF: Commonsverbünde als Transformationsmodell

Die Abbildung ist als logische und nicht geografisch-räumliche Darstellung zu verstehen.

Produktionsstätten

Kapitalistische Unternehmen funktionieren nach wohl bekannten Regeln und Strukturen. Letztendlich dient die hier stattfindende Produktion von Waren der Profitmaximierung nach der Formel G – W – G‘. Dabei koordinieren sich die Unternehmen vermittelt durch Angebot und Nachfrage am Markt und kalkulieren die Produktion im Voraus, um dann hoffentlich auch den entsprechenden Absatz und Gewinn realisieren zu können.

Commons-Projekte realisieren sich ausschließlich in der commonistischen Sphäre durch Commoning-Prozesse. Ziel ist hier nicht die Profitgenerierung, sondern die Bedürfnisbefriedigung nach der Formel B- – C – B+, weshalb hier auch kein Geld zirkuliert. Produziert wird hier nur zum tatsächlichen Bedarf, der aus der Summe von Einzelbedürfnissen entsteht und vom Meta-Commons mit allen zur Verfügung stehenden Ermöglichungen zur Bedürfnisbefriedigung vermittelt wird.

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Kategorien: Commons, Theorie

7. Dezember 2018, 08:41 Uhr   13 Kommentare

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Der Ausdehnungsdrang moderner Commons (5/5)

Transpersonales Commoning zur Weiterentwicklung der Keimformtheorie. (Volltext als pdf)

Dominanzwechsel 3: Politisches Commoning

Privater Ankauf von Produktionsmitteln durch Lohnarbeit und ihre Anwendung für Commoning ist ein Weg gesellschaftliche Produktionsmittel herzustellen. Wäre es aber damit möglich, das Commoning zur gesellschaftlich bestimmenden Produktionsweise zu machen, dann wäre jede Theorie zu den Tendenzen der kapitalistischen Produktionsweise Unsinn, das Kapital hätte sich nicht in immer weniger Händen zentralisiert und lohnabhängig zu sein wäre kein Zustand der Unterdrückung. Es braucht also Möglichkeiten zur direkten Überführung von kapitalistischem Eigentum, dafür also einen politischen Prozess, der aber auf Basis der Logik des Commonings neu gedacht werden muss. Meretz und Sutterlütti kritisieren zurecht Reform- und Revolutionsversuche, die „in der politischen Sphäre beginnen und von dort aus die gesamte Gesellschaft ergreifen“ (M/S, S.48) sollen und bringen es folgend auf den Punkt: „Es ist ein Widerspruch in sich: Der fremdbestimmende Staat soll Selbstbestimmung bringen“ (M/S, S.52). Politisches Commoning setzt daher, wie alle anderen Commoning-Prozesse, auf Ebene der anstehenden sinnlich-vitalen Bedürfnisse an, befriedigt diese aber auf andere Weise als die materielle Produktion. Vollständigen Artikel lesen »

Kategorien: Commons, Eigentumsfragen, Theorie

17. November 2018, 12:00 Uhr   3 Kommentare

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Der Ausdehnungsdrang moderner Commons (4/5)

Transpersonales Commoning zur Weiterentwicklung der Keimformtheorie.

9. Bedürfnispriorisierung

Ein letztes Mal Marx zu seinem Verein freier Menschen: „Nur zur Parallele mit der Warenproduktion setzen wir voraus, der Anteil jedes Produzenten an den Lebensmitteln sei bestimmt durch seine Arbeitszeit. Die Arbeitszeit würde also eine doppelte Rolle spielen. Ihre gesellschaftlich planmäßige Verteilung regelt die richtige Proportion der verschiednen Arbeitsfunktionen zu den verschiednen Bedürfnissen. Andrerseits dient die Arbeitszeit zugleich als Maß des individuellen Anteils des Produzenten an der Gemeinarbeit und daher auch an dem individuell verzehrbaren Teil des Gemeinprodukts“ (MEW23, S.93). Um zu zeigen, wie eine transparente Gesellschaftsorganisation funktionieren kann, macht Marx ein Verhältnis von der individuell geleisteten Arbeitszeit zur Gesamtarbeitszeit auf und misst daran den individuellen Anteil am Gesamtprodukt. Da im Commoning immer erst produziert wird, sobald ein Bedürfnis ansteht, gibt es kein Gesamtprodukt, das verteilt werden muss. Was es dagegen gibt, ist eine Gesamtanzahl von anstehenden sinnlich-vitalen Bedürfnissen. Statt einer Verteilung im Nachhinein kann somit eine Gewichtung bzw. Priorisierung von Bedürfnissen im Vornherein stattfinden. Da Selbstauswahl der Tätigkeit ein zentraler Aspekt des Commonings ist, kann es sich dabei nie um mehr als einen Handlungsvorschlag handeln. Menschen setzen sich in der Auswahl der Tätigkeiten zwar eigene Ziele und Prioritäten (M/S, S.189), aber trotzdem gibt es ein objektives Anliegen, das allen Commoning-Prozessen zu Grunde liegt und ohne das etwa die eigene Zielsetzung und Selbstauswahl nicht möglich wäre: Die Herstellung und Erhaltung der Commons-Struktur selbst. Vollständigen Artikel lesen »

Kategorien: Commons, Eigentumsfragen, Soziale Netzwerke, Theorie

15. November 2018, 12:00 Uhr   25 Kommentare

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Der Ausdehnungsdrang moderner Commons (3/5)

Transpersonales Commoning zur Weiterentwicklung der Keimformtheorie.

6. Die Commons-Struktur

„Für uns ist Utopie zentral eine soziale Utopie, eine Utopie der Beziehungen, keine technische Utopie […]. Unsere menschliche Potenz liegt sicherlich auch in der Herstellung von technischen Mitteln, doch noch viel beeindruckender sind die menschlichen Möglichkeiten, ihre sozialen Mittel, ihre Beziehungen, ihre Vermittlung, ihre Organisation zu gestalten.“ (M/S, S.112)

Wenn auch die Potenz des Menschen in der Gestaltung seiner Beziehungen liegt, bleibt das jeweils eigene Bewusstsein immer eingeschränkt: Wir können nichts wissen, was wir nicht zuvor auf irgendeine Weise erfahren haben. Da sich komplexe Arbeitsstrukturen nicht von selbst erschließen lassen, die Gesellschaft aber nicht von einer höheren Institution aus organisiert werden soll, müssen die Produktions- und Verteilungsstrukturen durch technische Mittel durchsichtig und beeinflussbar gemacht werden. Es geht folgend nicht um eine technische Utopie – die Hoffnung etwa, im Verlauf des Kapitalismus würde auf magische Weise der Punkt kommen, an dem jede Arbeit durch Maschinen getätigt wird und Menschen einander nicht mehr ausbeuten müssen – sondern um die Anwendung der bestehenden Technik für die Utopie, damit die „neue erfahrbare Qualität der gesellschaftlichen Aufgehobenheit und Abgesichertheit“ (M/S, S.112) aus einer neuen Produktionsweise hervorgehen kann. Vollständigen Artikel lesen »

Kategorien: Arbeit & Freiheit, Commons, Eigentumsfragen, Theorie

13. November 2018, 12:00 Uhr   13 Kommentare

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Der Ausdehnungsdrang moderner Commons (2/5)

Transpersonales Commoning zur Weiterentwicklung der Keimformtheorie.

3. Die Phasen der kapitalistischen Produktion

Wollen wir über Produktion nach Bedürfnisbefriedigung und wie es sich in der Gesellschaft etablieren kann nachdenken, dürfen wir zu keiner Zeit den Markt und den Kapitalismus ausblenden. Wenn Christian Siefkes in seinem Artikel „Das Geld, eine historische Anomalie?“ auch als gesellschaftlich Gemeinsames auf dem allgemeinen Äquivalent beharrt, hat er mit diesem Artikel ausreichend aufgezeigt, dass Tausch in vor-kapitalistischen Gesellschaften immer eine Rolle gespielt hat, ohne, dass dieser sich verselbstständigte. Es kann auch nicht das Ziel sein den Tausch komplett abzuschaffen oder gar zu verbieten. So lange Privateigentum noch existiert und der Tausch als Form der sozialen Interaktion verboten wird, dann bräuchte es ein totalitäres Regime. Sich zur Sicherung der eigenen Existenz tauschförmig aufeinander zu beziehen, muss daher subjektiv seinen Sinn verlieren. Der Markt muss von seiner dominanten Rolle innerhalb der Gesellschaft verdrängt werden, was nicht bedeutet, dass er nicht mehr existieren darf. Das ist der erste Grund, warum wir uns noch einmal näher mit der kapitalistischen Produktionsweise beschäftigen müssen. Der zweite ist, dass transpersonales Commoning, und damit auch diese zentrale Instanz zur Selbstorganisation und Zwecksetzung der Mittel, durch den Kapitalismus sowohl sozial erzwungen, als auch technisch überhaupt erst möglich gemacht wird. Vollständigen Artikel lesen »

Kategorien: Commons, Eigentumsfragen, Reichtum & Knappheit, Theorie

11. November 2018, 12:00 Uhr   3 Kommentare

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Der Ausdehnungsdrang moderner Commons (1/5)

Transpersonales Commoning zur Weiterentwicklung der Keimformtheorie.

Magie in seiner Reinform liegt im Glauben, es bräuchte nur eine Revolution und plötzlich würden sich Menschen nicht mehr tauschförmig aufeinander beziehen, der Kapitalismus wäre abgeschafft und wir hätten eine herrschaftsfreie Gesellschaft. In „Kapitalismus aufheben“ stellen sich Stefan Meretz und Simon Sutterlütti gegen diesen magischen Moment und schaffen es einen kategorialen Rahmen aufzubauen, mit welchen überhaupt eine gesellschaftliche Struktur auf Basis von Freiwilligkeit und kollektiver Verfügung – völlig ohne den Glauben an das Unerklärliche – denkbar wird. Da ich nichts Vergleichbares kenne, kann ich ihre Leistung hierfür nicht genug würdigen.

Der eigene Versuch der Autoren diese Kategorien innerhalb eines Transformationsmodells anzuwenden, gerät allerdings in eine Sackgasse. Die Autoren stellen zwar eine Beziehungsform zur Selbstorganisation heraus, in welcher kein Wert entsteht und sich damit auch keine Verwertungslogik verselbstständigt, schaffen es aber nicht, diese auf einen gesamtgesellschaftlichen Raum zu erweitern. Dieser Text soll als Weiterentwicklung ihrer Theorie dazu beitragen, dieses „Problem der Ausdehnung“ (M/S, S.244) zu beheben. Worum es also geht ist, wie eine Gesellschaft auf Basis von Freiwilligkeit und kollektiver Verfügung hergestellt und erhalten werden kann und das unter besonderer Beachtung der durch die kapitalistische Produktion entstandenen Vorbedingungen. Vollständigen Artikel lesen »

Kategorien: Commons, Soziale Netzwerke, Theorie

9. November 2018, 12:00 Uhr   15 Kommentare