Schlagwort: commonismus

Critique of (wage-based) Cyber-Socialism

As promised, I am happy to discuss Dapprich’s model of wage-labor-based cyber-socialism. I want to focus on his critic of the ‘higher stage of communism’ and his arguments for a contribution-based distribution of goods. First of all, let me say that I really enjoy discussing with state socialists, because at least we don’t have to debate over the possibility to reform markets and capitalism all the time. Probably a large part of the modern left is just as thoroughly fixed on the idea of a green or red market as the rest of society is. Secondly, I would invite all readers to read (at least) the first chapter of Dapprich’s dissertation. It is a nice and strong argument for “scientific utopianism” – loved it. And now, let’s start with his wage-socialism.

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Commons statt Kapital

[Artikel erschienen in Agora42 – Das philosophische Wirtschaftsmagazin, Ausgabe 4/2021]

Klimaschutz und Kapitalismus sind unvereinbar. Aber wie kann eine Lebens- und Produktionsweise jenseits der Geldlogik und der Verhaltensweisen, die sie uns nahelegt, aussehen? Mein Vorschlag: Commons. Die Mittel, die wir zum Leben und Produzieren brauchen, als Gemeinsame, also als Commons zu behandeln, kann bei der geteilten Wohnung als WG beginnen, über freie Software zu solidarischer Landwirtschaft führen und noch weit darüber hinausgehen.

Commoning ist der Umgang mit dem Gemeinsamen, und ein Gemeinsames, ein Commons, ist das, was wir dazu machen. Potenziell also alles. Nichts ist per se ein Commons, sondern wird es erst, wenn Menschen sich die Mittel, um die es geht, aneignen, sie herstellen und pflegen. Mittel sind dabei nicht nur Nahrungsmittel, sondern schließen ebenso Wissen, Kultur und Care ein. Eben alles. Commoning, der selbstorganisierte Prozess, steht dabei im Zentrum. Bestimmen Commoning und Commons die ganze Gesellschaft, dann haben wir Commonismus. Wem der Ismus Unbehagen bereitet, nenne es anders, Commons-Gesellschaft oder wie es beliebt. Es ist nicht wichtig, wie es heißt, wichtig ist, was es in sich hat.

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Cyber-Socialism vs. Commonism (Graz, 9.10.)

Nächstes Wochenende darf ich mich im Rahmen der Transformation-Konferenz in Graz mit Jan Philipp Dapprich über Fragen einer kommunistischen/sozialistischen Wirtschaftsweise unterhalten und wohl auch streiten. Ich hoffe mal, das wird spannend zum Zuhören und Graz ist ja gerade politischer Hoffnungsträger :). Ich hoffe ich finde davor noch Zeit einige Worte zu Dapprichs Vortrag im Rahmen unserem Workshop im Projekt „Gesellschaft nach dem Geld“ aufzuschreiben.

공동관리주의자가 생산한 생계수단들 (»Peer-commonist produced livelihoods«)

The text »Peer-commonist produced livelihoods« is now available in Korean language (PDF)!

Dr. Jang, Hun-Gyo, from the Research Center on the Commons and Sustainable Society of the National Jeju University in South Korea, has carefully translated the text into Korean. That’s really great, thank you very much!

The text is a chapter of the following book: Ruivenkamp, G. & A. Hilton (2017). Perspectives on Commoning. Autonomist Principles and Practices, London: Bloomsbury Publishers (former Zed Books), p. 417-461. License: CC BY-NC 4.0

Podium: Kybernetik und die Ökonomie der Zukunft (3.6.)

Podium mit Jan Groos und Simon Sutterlütti zu digitalen Produktivkräften und einer möglichen Ökonomie der Zukunft – Etwas kurzfristig: Donnerstag, 3.6., 19:30

1973 erhält Wassily Leontief den Nobelpreis der Wirtschaftswissenschaften, seine Computersimulation der Weltwirtschaft war kurz zuvor u.a. auch in den Bericht über die „Grenzen des Wachstums“ des Club of Rome eingegangen – als früher Verweis auf die mögliche Klima-Krise. Ein Jahr später geht der Wirtschafts-Nobelpreis an Friedrich Hayek, der nun in seiner Rede gerade die Anmaßungen einer solchen Simulation kritisierte und die vermeintliche Unmöglichkeit von Planungen im großen Stil betonte.

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Jenseits der Do-ocracy?

Stefan und ich argumentieren ja immer wieder, dass für eine Post-Arbeits-Gesellschaft Do-ocracy ein Grundsatz ist, also dass Re/Produzentinnen entscheiden wie sie ihr Produktionsmittel nutzen und ihre Güter und Dienstleistungen verteilen wollen. Nun gibt es immer wieder Kritik an dem Ansatz und ich möchte mal eine mögliche Erweiterung vorstellen und würde sehr gerne eure Meinung hören, weil es vielleicht ne größere Veränderung wäre. Ein Ausschnitt aus dem kommenden Utopiebuch:

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Konkrete und abstrakte Utopien

Utopien im Allgemeinen und dem Commonismus im Besonderen wird immer wieder Abstraktheit, Unerreichbarkeit, Wunschträumerei vorgeworfen. Friedrich Engels als auch Ernst Bloch haben diese Kritik paradigmatisch schon formuliert und Annette hatte die Kritik an unserem Entwurf von Commonismus (es gibt ja sicherlich auch andere) erprobt. Dieser Beitrag versucht diese Kritik nachzuvollziehen und utopietheoretisch fruchtbar zu machen. 

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Stefan zu ‚Kapitalismus aufheben‘

Video von nem Vortrag den Stefan im Februar 2020 in Bonn gehalten hat (Vortragsreihe hier: https://bonn.commons-institut.org). Ihr kennt wahrscheinlich schon einiges, aber ist schön dargestellt und von Stefan gabs ja schon länger kein schickes Video mehr. Der erste Teil ist der Vortrag, der zweite die Diskussion. Have Fun 🙂

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Die Gesellschaft nach dem Geld (2)

[Kolumne Immaterial World in der Wiener Zeitschrift Streifzüge]

In der letzten Ausgabe der Streifzüge (Frühling 2020) habe ich die Entstehung und Grundüberlegungen des Forschungsprojekts Die Gesellschaft nach dem Geld (GndG) vorgestellt. Letztere habe ich in vier Punkten zusammengefasst: (1) Beiträge und Entnahmen erfolgen freiwillig und bedürfnisbasiert; (2) Menschen besitzen sowohl beitragsbezogene produktive wie nutzenbezogene sinnlich-vitale Bedürfnisse; (3) Bedürfnisunterschiede nehmen keine Interessenform an, sondern werden als Bedürfniskonflikte vermittelt; (4) die Verfügung über die Produktion und ihre Ergebnisse erfolgt kollektiv durch die tätigen Menschen.

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