Autor: Simon Sutterlütti

Podium: Kybernetik und die Ökonomie der Zukunft (3.6.)

Podium mit Jan Groos und Simon Sutterlütti zu digitalen Produktivkräften und einer möglichen Ökonomie der Zukunft – Etwas kurzfristig: Donnerstag, 3.6., 19:30

1973 erhält Wassily Leontief den Nobelpreis der Wirtschaftswissenschaften, seine Computersimulation der Weltwirtschaft war kurz zuvor u.a. auch in den Bericht über die „Grenzen des Wachstums“ des Club of Rome eingegangen – als früher Verweis auf die mögliche Klima-Krise. Ein Jahr später geht der Wirtschafts-Nobelpreis an Friedrich Hayek, der nun in seiner Rede gerade die Anmaßungen einer solchen Simulation kritisierte und die vermeintliche Unmöglichkeit von Planungen im großen Stil betonte.

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Jenseits der Do-ocracy?

Stefan und ich argumentieren ja immer wieder, dass für eine Post-Arbeits-Gesellschaft Do-ocracy ein Grundsatz ist, also dass Re/Produzentinnen entscheiden wie sie ihr Produktionsmittel nutzen und ihre Güter und Dienstleistungen verteilen wollen. Nun gibt es immer wieder Kritik an dem Ansatz und ich möchte mal eine mögliche Erweiterung vorstellen und würde sehr gerne eure Meinung hören, weil es vielleicht ne größere Veränderung wäre. Ein Ausschnitt aus dem kommenden Utopiebuch:

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Commonismus beim Dissens Podcast

Lukas Ondreka hat mich für den Dissens Podcast interviewt, ich glaub es war etwas wirr, aber mal sehen: „In einer Gesellschaft der Commons wären die Menschen frei vom Zwang zur Arbeit, sagt Simon Sutterlütti. Der Mit-Autor von „Kapitalismus aufheben“ im Gespräch über Commonismus, freiwilligen Mülldienst und Utopie als Computer-Simulation.“ Unterstützt den Podcast gerne mit Spenden!

Konkrete und abstrakte Utopien

Utopien im Allgemeinen und dem Commonismus im Besonderen wird immer wieder Abstraktheit, Unerreichbarkeit, Wunschträumerei vorgeworfen. Friedrich Engels als auch Ernst Bloch haben diese Kritik paradigmatisch schon formuliert und Annette hatte die Kritik an unserem Entwurf von Commonismus (es gibt ja sicherlich auch andere) erprobt. Dieser Beitrag versucht diese Kritik nachzuvollziehen und utopietheoretisch fruchtbar zu machen. 

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Stefan zu ‚Kapitalismus aufheben‘

Video von nem Vortrag den Stefan im Februar 2020 in Bonn gehalten hat (Vortragsreihe hier: https://bonn.commons-institut.org). Ihr kennt wahrscheinlich schon einiges, aber ist schön dargestellt und von Stefan gabs ja schon länger kein schickes Video mehr. Der erste Teil ist der Vortrag, der zweite die Diskussion. Have Fun 🙂

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Flehen um den Staat

In dem Systemwandel-Video der Taz sagt die Klimagerechtigkeitsaktivistin Ruth Kron einen Satz den ich in letzter Zeit leider viel zu häufig gehört habe: „Wenn wir für den Systemwandel unendlich viel Zeit haben, dann würde ich sagen: Der Systemwandel muss von unten passieren, es muss ein emanzipatorischer Prozess sein. Die Zeit haben wir leider nicht“.[1] Ulrike Herrmann zieht konsequent den darin immer implizierten Gedanken: „Das erfordert […] dass der Staat diesen Umstieg plant.“ Und dann übertreibt sie etwas, wenn sie eins draufsetzt und sagt „Und zwar in jedem einzelnen Schritt“. Das ist doch krass. Absage an Emanzipation, hoffende Hingabe an den Staat. Und ich glaube die Hoffnung liegt beim Staat falsch. In den letzten Texten kritisierte ich staatssozialistischen Ideen (nur grundlegend nicht anhand einzelner Modelle, das kommt noch irgendwann ), nun möchte ich mich mit der häufigsten liberalen Staatsphantasie auseinandersetzen: Marktwirtschaft mit öko-sozialer Weltinstitution.

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Utopie – wie und warum

IMHO: Der so ziemlich beste Vortrag zu Utopietheorie (also so das wie über Utopie sprechen) den ich kenne: Bini Adamczaks Eröffnungsinput auf dem Kongress Zukunft für Alle (ab min 25:00). Einfach genial. <3

Keimformtheorie 2.0?

Vor nem Monat hatten Hannes und ich ne Diskussion und da kam eine neue Idee auf: Bevor der Tausch gesellschaftlich dominant wurde, machte er noch eine weitere Veränderung durch: Er schuf sich sein eigenes System im Kleinen. Er löste hierbei noch nicht den Feudalismus als Gesellschaftssytem ab, sondern innerhalb des Feudalismus entstanden soziale Sphären welche von Tauschbedingungen beherrscht waren. In diese Sphären entfaltete sich der Tausch das erste mal systematisch, er brachte seine Logik von Konkurrenz, Verwertungszwang, Lohnarbeit hervor, aber eben nicht als dominante gesellschaftliche Logik, aber sehr wohl als transpersonal-systematische Logik. Stimmt dies müsste man eine zweite Stufe zwischen Funktions- und Dominanzwechsel einfügen. Wie immer dienen diese Überlegungen nicht nur der historischen Wissenschaft, sondern der Frage was dies für commonistische Transformation bedeutet. Zur Illustration ein kurzer verkürzter Blick in die Empirie. 

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Warum ein staatlicher Sozialismus wahrscheinlich nicht ökologisch wird …

Ökosozialismus wird häufig als mögliche Alternative zum weitgehend unmöglichen grünen Kapitalismus gesehen. Aber gerade weil der gleichen Widerspruch von Tauschwert und Gebrauchswert den Staatssozialismus durchzieht, und weil er wie der Kapitalismus eine Arbeitsvergesellschaftung darstellt, halten wir dies für sehr unwahrscheinlich. Drei Dynamiken seien kurz benannt: 

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Kritik des (demokratischen) Staatsozialismus

Wenn nur soziale Gebilde beständen, denen die Gewaltsamkeit als Mittel unbekannt wäre, würde der Begriff »Staat« fortgefallen sein; dann wäre eingetreten, was man in diesem besonderen Sinn des Wortes als »Anarchie« bezeichnen würde.

(Weber 1919/1980: 822)

Ich bin immer wieder beunruhigt wieviel tolle Leute bei genaueren Nachfragen doch eher demokratischen Staatssozialismus wollen als die befreite Gesellschaft. Darum hier ein Ausschnitt aus dem nächsten Buch zur Kritik des (demokratischen) Staatssozialismus.

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