Monat: April 2007

Dem Bundestag aufs Dach: »Geld oder Leben«

Sehr nette Aktion! Ein Zitat aus der Erklärung zur Aktion:

»Wir brauchen die Entkopplung von Arbeit und materieller Grundausstattung. Eine kostenlose Grundversorgung, sprich Bildung, Gesundheit, Wohnraum, Lebensmittel und Kultur, ist notwendig, um den Menschen ein freies und selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.«

Und:

»Unsere Forderungen richten sich an keine herrschende Elite. Wir rufen zu einem öffentlichen Diskurs und zu einer neuen freien Bewegung auf. Mit dieser Aktion setzen wir ein Zeichen gegen das derzeitige System. Alle, die mit dem Bestehenden unzufrieden ist und die Hoffnung auf eine freie bessere Gesellschaft nicht aufgegeben hat, rufen wir auf, Widerstand zu leisten.«

Puh, wie erfrischend, kein altlinkes Polit-Rhababer. Na ja, ich hätt‘ natürlich auch einiges zu kritteln… Vor allem: Bleibt nicht beim Widerstand stehen!

Neues über das Open Source Car »C,mm,n«

C,mm;n - das Open Source Car

C,mm,n — gesprochen »Common« — ist das erste Open Source Car, das einen Prototypen hervorgebracht hat (Fotos wurden netterweise von Natur en Milieu zur Verfügung gestellt. Danke!). Die C,mm,n-Website wurde inzwischen aktualisiert. Allerdings ist sie komplett als Flash-Site gestaltet, die den Flashplayer der Version 8 haben will, Version 9 ist ihr wohl zu neu (Firefox unter GNU/Linux). Na gut, der Konqueror spielt sie. Eine zugängliche Website auf der Basis offener Webstandards wäre eigentlich angemessen. Nun aber zum Projekt.

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Reflexionen über Unerzogenes und Unverdientes

ronja_und_klaus.jpgAm langen Wochenende 20. bis 22. April trafen sich zwei unterschiedliche und doch verwandte Gruppen. unerzogen.de berichtet und diskutiert über Nicht-Erziehung. Grundlage ist die Überzeugung, dass Erziehung eine nicht akzeptable Form der Beziehung zwischen Menschen darstellt. unverdient.de hat die Geldlogik auf dem Kieker, die wirklich menschliche Beziehungen nicht zulässt und deswegen abgeschafft gehört.

Sehr sympatisch das alles — zunächst mal:)

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Solidarität GmbH

Eine Übertragung des aus der Freien Software bekannten Copyleft-Prinzips in die stoffliche Welt versucht die Gruppe »Solidarität GmbH«. Was ist darunter zu verstehen?

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Open-Source-Jahrbuch über Wirtschaft: „Stigmergie“ statt „unsichtbarer Hand“

Nach der Besprechung des ersten Kapitels des Open Source Jahrbuchs 2007 will ich mich heute mit dem zweiten Kapitel beschäftigen, das der „Open-Source-Ökonomie“ gewidmet ist.

Der erste der drei Artikel des Kapitel stammt von den renommierten Ökonomen Hal Varian und Carl Shapiro. Nur leider ist „Die Ökonomie der Softwaremärkte“ (S. 125) eigentlich gar kein richtiger Artikel.

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Open Nanotech

Das auch ansonsten lesenswerte Blog Tux Deluxe hat einen Text zu Nanotechnologie veröffentlicht. Interessant für uns wirds etwas weiter unten, wenn argumentiert wird, dass Nanotechnologie – solange sie noch jung und formbar ist – schleunigst unter das Paradigma der „Offenheit“ gehört.

Und am Schluss wirds direkt philosophisch wenn „Offenheit“ genauer bestimmt wird:

Ivan Illich, the social critic and Jesuit priest, in his 1973 classic „Tools for Conviviality“ argued that tools and technologies should be evaluated on the basis of their ‚conviviality‘. Did they empower their users or disempower them? Could they be modified and repaired by anyone? Did they facilitate liberty, equality and fraternity or dependency, inequality and social isolation? Did they benefit or harm the users‘ society and environment? His examples of tools and technologies for conviviality included telephones, bicycles and skills exchanges – nowdays he would presumably have included Linux, email and IRC. Unconvivial tools included cars, compulsory schooling and television – and now, presumably, AOL and Windows XP.

Vielleicht wird es Zeit für mich mal wieder einen Jesuiten zu lesen?

Interview »Verwertung oder Leben«

Das Buch »Losarbeiten - Arbeitslos?« erschien im Unrast VerlagDas Interview »Verwertung oder Leben« mit Uli Weiß und Stefan Meretz erschien 2005 im Buch »Losarbeiten – Arbeitslos? Globalisierungskritik und die Krise der Arbeitsgesellschaft«. Nun liegt das Interview auch als Audiodatei im OGG– und MP3-Format vor (43 Minuten, jeweils rund 20 MB).

Stichworte aus dem Interview sind: Freie Software, Nebenwiderspruch Kapital und Arbeit, Selbstentfaltung versus Selbstverwertung, Gutmenschen, Sozialstaat, Freiheitsversprechen, das persönliche Projekt, Einlassen auf Leben, Nicht-Demokratie, Bücher und Partituren. Nach wie vor aktuell:-)

Ökonomie, Feminismus, Seminar

Die hier vielgelesene und diskutierte Sabine Nuss veranstaltet mit anderen und der Rosa-Luxemburg-Stiftung ein Seminar mit dem langen umständlichen Titel: „Ökonomische Theorie und wirtschaftspolitische Debatte aus herrschaftskritischer und feministischer Perspektive“.

Die Ankündigung klingt für mich recht spannend.

Wie Geld Denken macht

Buch »Im Takt des Geldes«Das passt doch zur re:publica-Geldgeschichte: Wie die Geldlogik uns nicht nur denken macht, sondern auch das wahrnehmen, fühlen und handeln bestimmt. Das ist das Thema des großartigen Buches »Im Takt des Geldes. Zur Genese des modernen Denkens« von Eske Bockelmann (Zu Klampen, Springe 2004).

Der Diskussionskreis »Wege aus dem Kapitalismus« hat zwei Veranstaltungen mit Eske Bockelmann in der Hellen Panke (Berlin-Pankow, Kopenhagener Str. 9) organisiert:

Freitag, 4. Mai 2007, 19:00 Uhr: Im Takt des Geldes oder die Geburt des bürgerlichen Denkens (Vortrag/Diskussion)

Sonnabend, 5. Mai 2007, 10:00 bis 17:00 Uhr: Konstitution des bürgerlichen Denkens und Bedingungen seiner möglichen Aufhebung (Workshop)

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re:publica — Scheitern am Geld

Ist die re:publica07 finanziell gescheitert? — Nee, ganz im Gegenteil, waren ja sehr viele Leute da. Und alle waren begeistert. Klar, da wird ein bisschen genörgelt über die Nicht-Debatte. Aber sonst?

Dabei gab es ein Thema, das mühevoll zur einer Scheinkontroverse hochschwadroniert werden sollte: Werbung in Blogs, ja oder nein. Aber irgendwie funkionierte es nicht. Trotz des Moderator-Flehens wollte niemand, weder Publikum noch Podium, gegen Werbung reden. Vielleicht sind die Fundis einfach nicht zur re:publica gekommen. Im Folgenden versuche ich den Gründen nachzuspüren, warum nach meinem Empfinden die re:publica am Geld gescheitert ist, und zwar am Thema Geld und Geldlogik.

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