Monat: Februar 2026

Der Pilz am Ende der Welt

Lowenhaupt Tsing, Anna (2024, 7. Aufl.): Der Pilz am Ende der Welt. Über das Leben in den Ruinen des Kapitalismus. Berlin: Matthes & Seitz

Anna Lowenhaupt Tsing analysiert die Koexistenz von Matsutake-Myzelien, Rotkiefern, Bakterien, Menschen und anderem unter beschädigten Bedingungen.

Im Zentrum steht der Matsutake, ein stinkender Pilz, eine teure Delikatesse, ein Mykorrhiza-Netzwerk. In der Summe eine Ressource, die sich systematisch der Einhegung entzieht, nur in gestörten Wäldern wächst, sich nicht züchten lässt und damit menschliche Akteure zu Formen der Nutzung zwingt, die nicht komplett plan- oder gestaltbar sind. In diesem Sinne fungiert der Pilz auch als Gegenmodell zur Privatisierungslogik. Eigentum, Skalierung und Effizienz stoßen beim Matsutake an ökologische und soziale Grenzen. Tsing zeigt, dass trotzdem eine Warenkette entsteht und Wertverwertung stattfindet – jedoch in fragmentierten, prekären und vielfach informellen Netzwerken. Kapitalistische Wertschöpfung ist auf heterogene, nicht vollständig kontrollierbare Praktiken angewiesen. Das gilt für diesen informellen Sektor genauso wie für Carearbeiten.

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Die Utopie der Transformation: Der Metacommons-Zugang zur Inklusionslogik

Soeben habe ich in aus meinem Buch über Inklusionslogik das Kapitel über Commons und Kommunen veröffentlicht. Nach dem letzten Treffen des Commons-Instituts habe ich mir verstärkt dazu Gedanken gemacht, die Inklu-Theorie »anschlussfähiger« zu machen, also die Theorie auf der Grundlage praktisch umsetzbarer Ideen zu entwickeln statt umgekehrt. Im Ergebnis bin ich zu folgender praktisch realisierbarer Konzeption von »Metacommons« gelangt, zu der ich den aktuellen Stand der Überlegungen nun vorstellen möchte:

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