Kategorie: Arbeit & Freiheit

Call for Papers: Die Klimakatastrophe aus libertärer Perspektive

Symbolbild Trockene Erde

Für die Erde gilt Alarmstufe Rot … (Quelle: pxhere.com, CC0-Lizenz)

Die Klimakatastrophe – oft auch als Klimakrise, Klima-Umbruch oder Klimakollaps bezeichnet – ist unbestreitbar eine der drängendsten Herausforderungen unserer Zeit. Ihre Auswirkungen bedrohen die Lebensgrundlagen weltweit und stellen bestehende soziale, politische und ökonomische Systeme fundamental in Frage.

Die libertäre Zeitschrift espero widmet dieser Thematik ein Themenspecial und lädt dazu ein, die Klimakatastrophe aus dezidiert libertären bzw. anarchistischen Blickwinkeln zu beleuchten – Perspektiven, die in der Mainstream-Debatte oft zu kurz kommen.
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Anreize und Commons: Chance für eine zügige Transformation?

Commoning als Baum, der die Marktwirtschaft verdrängt
Commons-Prinzipien könnten mit einer gewissen Wachstumsdynamik die Marktwirtschaft verdrängen

Ein Großteil der Menschheit würde vermutlich von einer Welt profitieren, in der Commoning die Marktwirtschaft weitgehend verdrängt. Dennoch scheint es schwierig zu sein, ein überzeugendes Konzept für einen zügigen Übergang zu einem solchen Gesellschaftsmodell zu beschreiben – rechtzeitig etwa für das Stoppen der globalen Erwärmung. Hilft vielleicht ein System aus behutsam ausgestalteten Anreizen?

Eine auf Commoning basierende Gesellschaft wäre höchstwahrscheinlich sozial gerechter und inklusiver als die Marktwirtschaft. Sie böte den Menschen Gelegenheit, selbstorganisiert und basisdemokratisch über die Produktion1 und die Befriedigung ihrer Bedürfnisse zu entscheiden. Statt in die Taschen der Kapitaleigner – also in Dividenden und andere Profite – flößen Produktivitätsgewinne direkt in die Lebensqualität: in bessere Produkte und Technologien für einen geringeren Arbeitsbedarf.

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Buchprojekt zum Thema Inklusionslogik

Das Buch von Stefan und Simon, ›Kapitalismus aufheben‹, hat mich dazu inspiriert, das darin eingeführte Konzept der ›Inklusionslogik‹ näher zu untersuchen und selbst ein Buch darüber zu schreiben. Die Veröffentlichung erfolgt nach und nach über meinen Blog, inklusionslogik.de. Geplant ist folgende Gliederung:

  1. Inklu-Potenzial
  2. Das Exklu-System
  3. Menschenbild
  4. Inklusionslinien, Exklusionslinien und der Ursprung des Systems
  5. Kommunikation
  6. Globale Herausforderungen und Transformation
  7. Besitz statt Eigentum
  8. Verbindungen und Bedürfnisse
  9. Freiheit und Macht
  10. Transpersonalität
  11. Sphärentrennung, Care und Intercare
  12. Wipro (Produktion des Wissens)
  13. Verbindungen II
  14. Commons und Kommunen
  15. Lust und Notwendigkeit
  16. Eine neue Vision Künstlicher Intelligenz

Kurze Zusammenfassungen aller Kapitel gibt es hier. An dieser Stelle folgt nun ein Überblick zum Inhalt des gesamten Buchs:

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Wie funktionieren CSX-Regionen?

Gunter Kramp und Simon Scholl haben sich am 02.03.2025 während der Solawi-Netzwerktagung in Tübingen getroffen und für 1 Std. zum intensiven Austausch über “Wie funktioniert eine CSX-Region” zurückgezogen.  Dabei ging es darum Gedanken die in den Texten zu Commons Verbünden hier bereits von Gunter und anderen ausgeführt wurden auf die konkreten Praxisberatungsprojekte an denen Simon beteiligt ist zu beziehen.
Die früheren Texte sind hier nachzulesen:
https://keimform.de/2022/commons-verbuende-diskussion/
https://keimform.de/2021/commonsverbuende-zweiter-anlauf/
https://keimform.de/2016/commonsverbuende/
Das Gespräch wurde von der KI App https://memoro.ai/ aufgezeichnet und automatisch transkribiert. Wie sich zeigte war aber noch einige Nachbearbeitung erforderlich. Sicher aber auch nicht mehr als wenn jemand versucht hätte alles direkt mitzuschreiben. Das Gespräch hatte dabei deutlich mehr Tiefe und Schlüssigkeit, als die von der KI generierten zusammenfassenden Texte, die nur das Niveau eines “mäßigen, etwas “laberigen“ Schulaufsatzes ohne wirkliche Sachkenntnis hatten. Daher findet ihr hier von Menschen und nicht KI leicht verbessert das Originalgespräch.

Simon:
Gunter, in unserem Gespräch soll es um die konkrete Vision gehen, eine sogenannte “Solidarregion” bzw. “CSX-Region” zu entwickeln. Dabei geht es im Kern darum, die CSX-Grundprinzipien der sog. “Gemeinschaftsgetragenen Wirtschaftsweise” (wie wir sie in bereits 600 Betrieben der Solidarischen Landwirtschaft und einigen CSX-Initiativen in der Praxis erproben) erstens auf noch weitere Grundversorgungsbereiche zu übertragen und diese dann im lokalen, beziehungsweise regionalen Wertschöpfungsraum miteinander in Verbindung zu bringen, um so dann eine “Gemeinschaftsgetragene Grundversorgungsregion” zu entwickeln, die resilient und solidarisch ist, den Menschen und dem Gemeinwohl dient.

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Der kapitalistische Computersozialismus

[Kolumne Immaterial World in der Wiener Zeitschrift Streifzüge]

Im dritten Teil der kleinen Serie über gesellschaftliche Planung geht es um den Computersozialismus (CS) nach W. Paul Cockshott und Allin Cottrell. Nach dem Kollaps des Realsozialismus legten die beiden Autoren 1993 eine Neuauflage eines Zentralplanmodells auf Basis fortgeschrittener Computertechnologie vor. Die Grundzüge seien kurz beschrieben.

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Erscheint ganz bald: Alles für alle. Revolution als Commonisierung.

Ungefähr vier Jahre nach Beginn unseres Diskussionsprozesses über ein Buchprojekt zu Transformation ist das Buch jetzt in Druck und wird im Laufe des Monats erscheinen. Im Corona-Lockdown 2020 begannen Simon Sutterlütti, Stefan Meretz, Jan-Hendrik Cropp, Alice von Franz, Indigo Drau und ich uns in regelmäßigen Online-Diskussionen mit den Lücken der Keimformtheorie zu beschäftigen und diese durch einen stärkeren Fokus auf soziale Bewegungen und Kämpfe zu füllen. Im Herbst 2020 veröffentlichten wir hier einen ersten Zwischenstand. Geschrieben haben das Buch dann letztendlich Indigo und ich, immer wieder auch begleitet von Diskussionen und inhaltlichem Austausch mit dem Rest der Gruppe und darüber hinaus. Es erscheint nun im Laufe des Monats beim Schmetterling Verlag, wo es auch schon vorbestellt werden kann. Dort finden sich außerdem auch schon eine Leseprobe sowie das Inhaltsverzeichnis.

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Anarchistische Gesellschaftsentwürfe

Ein spannendes Buch ist erschienen, und wir – Simon und ich – freuen uns außerordentlich, dort mit dem Beitrag „Verteilte commonistische Planung“ vertreten zu sein. Simon hat in seinem zweiten Beitrag „Parecon: Noch immer Lohnarbeit, noch immer Kapitalismus“ zusätzlich das Parecon-Modell kritisch unter die Lupe genommen (mit Antwort von Robert Hahnel).

Ich kenne anderen Beiträge sonst noch nicht, aber das Inhaltsverzeichnis des prall gefüllten Buchs verspricht eine spannende Lektüre:

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Commons Verbünde Diskussion

zwischen Jan Hendrik Cropp und Gunter Kramp

Jan Hendrik Cropp hat den Text Commons Verbünde zweiter Anlauf mit einem so gehaltvollen Kommentar versehen, dass es eine intensivere Auseinandersetzung damit brauchte. Deshalb gab es im Rahmen des Commons-Institut-Frühjahrstreffens vom 5-8.5.22 eine Diskussionsrunde dazu, an der Jan auch online beteiligt war. Basierend auf dem Protokoll dieser Diskussion und zusätzlichen Gedanken von mir ist nun dieser Text entstanden, indem ich aus dem Kommentar von Jan eine schriftliche Diskussion gemacht habe.

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Der Kapitalismus ist vorbei

Huihui, der Benni wieder mit seinen steilen Thesen. Aber bitte nicht gleich weg klicken. Hört mich an.

Was ist der Kapitalismus? Nun, ihr kennt alle den berühmten ersten Satz im Kapital: „Der Reichtum der Gesellschaften, in welchen kapitalistische Produktionsweise herrscht, erscheint als eine ‚ungeheure Warensammlung‘, die einzelne Ware als seine Elementarform.“ Offensichtlich ist der Kapitalismus in diesem Sinne nicht vorbei. Noch immer sind die allermeisten unserer Güter durch Warenproduktion entstanden.
Aber im weiteren wird dann ja von Marx sehr viel über das „Wie“ gesprochen. Der zentrale Mechanismus ist dabei die Vermehrung von Geld (und Kapital) durch die Produktion von Waren. Die Waren werden produziert um das Kapital der Kapitalist*innen zu vermehren. Das ist, was die berühmte Formel G->W->G‘ meint. Daraus ergibt sich eine stetige Vermehrung des Kapitals und damit auch der Waren. Das zentrale für mein Argument dabei: Die Ressourcen fließen also in immer größerem Maße in die Warenproduktion bis sie schließlich die ganze Gesellschaft und schließlich den ganzen Planeten erfassen. Nur durch dieses „Wie“ ist der Kapitalismus anderen Gesellschaftsformen überlegen. Er hat einen eingebauten Expansionsmotor der stärker ist als der von anderen Gesellschaftsformen, weswegen die alle nach und nach weg konkurriert wurden. Mathematisch gesprochen: Der zentrale Vorteil des Kapitalismus ist also nicht seine Produktion, sondern die Steigerung der Produktion, sozusagen die erste Ableitung davon.

Meine These ist nun: Der Motor ist kaputt. Und zwar dauerhaft. Dass er immer mal gestottert hat, das kennen wir. Das sind die normalen Krisen, die er selbst hervor bingt. Doch bisher ist er noch jedes Mal gestärkt aus diesen Krisen hervorgegangen. Man nennt das dann manchmal „Kreative Zerstörung“ durch „lange Wellen“. Alte Produktionsweisen gehen unter und machen Platz für neuere, effektivere. Doch damit das passieren kann muss auch in der Krise dafür gesorgt sein, dass die gesellschaftlichen Ressourcen in die Warenproduktion fließen und nicht in irgendwas anderes. Ich meine nun: Das ist nicht mehr oder zumindest immer weniger der Fall.

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Defense of post-wage Commonism

1. My Critic of wage-based Cyber-Socialism
2. Dapprich’s Response to an Ultra-leftist Critique of Cybersocialism
3. My Defense of post-wage Commonism

As I stated in my first article I enjoy discussing with wage-socialists and although my main argument against wage-socialism – that the domination of exchange value over use value persists and therefore efficient planning must fail – isn’t addressed, Dapprich presents other important arguments. In the first article I criticized Dapprich’s “class-centered understanding of Marx” and I think this lies at the heart of our different approaches to socialism/communism. I don’t criticize wage-socialism and real socialism primarily for its exploitation of workers, that “workers are […] robbed of both their time and the fruits of their labour“. Exploitation exists in wage-socialism and workers still lack(ed) the access to the means of production, but the distribution of goods is far more equal than in capitalism. My argument is that forcing people to work via wages (be it in tokens or money) makes wage-socialism very akin to capitalism. They share a similar socialization of humans as consumption-driven and work-averse, a similar organization of work places, ongoing privatization of care work and ongoing opposition between individual and enterprise interests and general interest. Finally, this opposition of individual and general interest doesn’t allow what is so dearly important to Dapprich and other plan economists: efficient, ecological planning. Exchange value dominates use value. This creates wrong and harmful material incentives that the state can only partially compensate. This argument Dapprich didn’t address. My response will discuss exploitation and class within wage-socialism, the wage and post-wage planning and discuss Dapprich’s different understanding of productive needs. 

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