Auf der Suche nach dem Neuen im Alten

Kategorie: Arbeit & Freiheit

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Die Keimformen in der Pandemie

Seit zwei Wochen leben wir in Deutschland nun in einem Ausnahmezustand, in Ländern, in denen die Pandemie schon früher ausgebrochen ist, noch länger. Das öffentliche Leben ist weitgehend heruntergefahren, um die Ausbreitung von Covid19 zu verhindern. Einiges ist dazu bereits auch aus linker Perspektive geschrieben worden, einen guten Überblick bietet der Blog Solidarisch gegen Corona. Aus „unserer“ Sichtweise, der der Commons und der Keimformtheorie ist es bisher allerdings noch relativ ruhig, lediglich auf dem CommonsBlog ist ein Text von Jacques Paysan erschienen, der vor allem die biologisch-virologischen Grundlagen erklärt und erläutert warum es sinnvoll ist, sich an die Hygienerichtlinien zu halten. Zudem sind die Auswirkungen zu spüren, es müssen Treffen ausfallen oder auf Videochat verlegt werden, aber offenbar haben einige Leute auch mehr Zeit und schreiben und kommentieren jetzt häufiger hier auf Keimform. Mit diesem Beitrag will ich versuchen, mit ein paar vorläufigen Gedanken auf die gesellschaftlichen Dimensionen der Pandemie einzugehen bzw. vor allem auf die Spielräume transformatorischer Bestrebungen, in der Hoffnung dass darüber noch mehr debattiert wird.

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Kategorien: Arbeit & Freiheit, Commons, Eigentumsfragen, Gender, Praxis-Reflexionen

28. März 2020, 22:18 Uhr   9 Kommentare

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Commonismus und Koordination

Tja, Corona schafft Zeit. Hier das nächste Video zu Koordination im Commonismus. Nach der Frage „geht das ohne Arbeitserpressung“ ja meist die zweitwichtigste. Ein paar Gedanken aus dem neuen Buch (und gerne offen für Diskussion 🙂 ). Danke vielmals an alle Menschen, die dazu Diskussionsbeiträge gemacht haben (gerade hier auf Keimform)!

Kategorien: Arbeit & Freiheit, Commons, Freie Software, Theorie

28. März 2020, 10:07 Uhr   1 Kommentar

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Mustersprache vs. Kategoriale Utopie

Wie die Muster des Commoning und die kategoriale Utopie zusammengehören

Beim CI Herbsttreffen in Hiddinghausen gab es eine Diskussion verschiedener Sichtweisen auf die Commons als Teil einer gesellschaftlichen Transformation zu einer freien Gesellschaft. Diese haben mich zu ein paar Gedanken zum Verhältnis zwischen den Ansätzen von Silke Helfrich und David Bollier zu einer Mustersprache des Commoning und von Simon Sutterlütti und Stefan Meretz zu einer kategorialen Utopie veranlasst. (Helfrich/Bollier: Frei Fair und Lebendig-Die Macht der Commons und Stefan Meretz, Simon Sutterlütti: Kapitalismus aufheben).

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Kategorien: Arbeit & Freiheit, Commons, Gender, Praxis-Reflexionen, Theorie

6. Januar 2020, 13:21 Uhr   10 Kommentare

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Tücken der Belohnung

Das ist ein Teil von dem nächsten Buch zu Utopie und ich wollte es mal mit euch diskutieren: In Utopie-Diskussionen erlebe ich häufig Menschen, die der Idee einer arbeitslosen Gesellschaft gegenüber sehr aufgeschlossen sind, aber nicht so wirklich glauben, dass sie funktioniert. Häufig höre ich dann: “Naja, ich kann mir zwar vorstellen, dass viele Aufgaben freiwillig gemacht werden, aber nicht alle. Und für die, die dann übrig bleiben können wir ja dann Leute belohnen“. Diese Aussage ist eher kritisch unterstützend als abstrakt negierend gemeint. Das Ziel wird geteilt und man versucht Lösungen für Probleme zu finden. Eigentlich total gut, genau solch ein gemeinsames Weiterdenken wünschen sich Commonist*innen. Ich befürchte nur, dieser Lösungsvorschlag wird uns nicht weiterhelfen.

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Kategorien: Arbeit & Freiheit, Commons, Eigentumsfragen

22. November 2019, 11:31 Uhr   10 Kommentare

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Entscheidungsfindung in der Genossenschaftsgesellschaft

(Voriger Artikel: Eigentumsrechte in der Genossenschaftsgesellschaft)

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Sowohl in Kooperativen wie in Communen müssen Entscheidungen getroffen werden. Eine romantische, aber für große Gruppe kaum realistische Vorstellung ist, dass Entscheidungen immer im Konsens aller Beteiligten getroffen werden sollten. Ein allgemeiner oder zumindest weitgehender Konsens aller bzw. der meisten Beteiligten ist, sofern möglich, klarerweise wünschenswert (ein lediglich weitgehender Beinahe-Konsens wird manchmal „grober Konsens“ bzw. „rough consensus“ genannt). Niemand wird gerne überstimmt und ignoriert und je mehr Beteiligte einer Entscheidung zugestimmt oder zumindest keinen Einspruch gegen sie eingelegt haben, desto besser dürften die Chancen dieser Entscheidung zu sein, allgemein respektiert und umgesetzt zu werden. Dabei gibt es Verfahren, die das Finden eines Konsenses auch in größeren Zusammenhängen erleichtern, etwa das Systemische Konsensieren und die Soziokratie.

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Kategorien: Arbeit & Freiheit, Theorie

4. Oktober 2019, 07:39 Uhr   6 Kommentare

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Utopie jenseits der Arbeit – Motivierte statt erzwungene Kooperation (Vortragsvideo)

Diesen Vortrag hab ich auf dem move-utopia.de gehalten geht um Kritische Psychologie, Kapitalismus und Utopie. Vielen Dank MrMarxismo für die tolle Aufnahme! Die Folien gibt’s unten.

Der Titel ist etwas irreführend, weils eig nur um Utopie geht …
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Kategorien: Arbeit & Freiheit, Commons

2. Oktober 2019, 13:16 Uhr   1 Kommentar

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Eigentumsrechte in der Genossenschaftsgesellschaft

(Voriger Artikel: Communen in der Genossenschaftsgesellschaft)

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Wie werden Eigentumsrechte in der Genossenschaftsgesellschaft gehandhabt? Schlagworte wie „Besitz statt Eigentum“, die suggerieren, dass andere Gesellschaftsformen auf Eigentumsrechte komplett verzichten können und sollten, klingen radikal und vielleicht auch einleuchtend – doch die Realität ist komplizierter. „Besitz“ bedeutet nur die faktische, unmittelbare Nutzung – eine Wohnung besitze ich etwa, solange ich mich in ihr aufhalte; einen Pullover, so lange ich ihn trage. Aber sicherlich wird auch jede andere (wünschenswerte) Gesellschaft Rechte brauchen, die über die reine Tatsachenfeststellung des Besitzens hinausgehen?

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Kategorien: Arbeit & Freiheit, Theorie

3. September 2019, 07:20 Uhr   2 Kommentare

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Die wichtigste Demo Deines Lebens

Foto von einer Firdays For Future Demo in Frankfurt
Fridays For Future in Frankfurt. Bild: Sebastian Scholl CC-NC-SA

Ok. Möglicherweise wird es jetzt etwas pathetisch, aber das muss jetzt so raus.

Ihr habt sicher alle von Fridays For Future gehört und wenn ihr hier mitlest, haben viele von euch sicher auch schon vom weltweiten Klimastreik am 20.9. gehört. Die meisten von euch sympathisieren wahrscheinlich damit irgendwie, und ich bin sicher viele von euch treffe ich da.

Was aber vermutlich die wenigsten von euch schon realisiert haben: Das ist nicht irgendeine Großdemo. Nicht einfach ein weiterer Termin im Aktivist*innenkalender. Es ist wirklich, ohne jede Übertreibung, unsere letzte Chance unseren Arsch noch zu retten. Oder mit einem kurzen Satz:

Das ist die wichtigste Demo auf der ihr je gewesen sein werdet.

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Kategorien: Arbeit & Freiheit, Termine

31. August 2019, 00:23 Uhr   5 Kommentare

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Communen in der Genossenschaftsgesellschaft

(Voriger Artikel: Die Genossenschaftsgesellschaft)

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In jeder Gesellschaft werden Kosten (z.B. die zu erledigenden Tätigkeiten) und Nutzen (z.B. die hergestellten Güter) auf irgendeine Weise aufgeteilt. Die Prinzipien, nach denen das passiert, sind eins der Merkmale, anhand derer sich verschiedene Gesellschaften unterscheiden lassen. Genossenschaften sorgen intern für eine Aufteilung, die normalerweise deutlich fairer und egalitärer sein dürfte als alles, was wir im Kapitalismus sehen, weil alle ihre Mitglieder gleichberechtigt sind und gleiche Mitentscheidungsrechte haben. Allerdings gilt das nur dann, wenn alle Genoss*innen (Mitglieder der Genossenschaft) sich auch außerhalb der Genossenschaft in einer ähnlichen Situation wiederfinden würden.

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Kategorien: Arbeit & Freiheit, Theorie

27. August 2019, 07:12 Uhr   4 Kommentare

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Motiviert leben, statt erzwungen arbeiten

Einer der zentralen theoretischen Angriffe gilt dem kapitalistischen Menschenbild: dem Homo oeconomicus. Dies ist ein Wesen, das grundsätzlich versucht, möglichst wenig zu tun und möglichst viel zu bekommen. Wir sagen: Die Utopie, ist eine Gesellschaft ohne Arbeit, ohne leistungsvermittelten Konsum. Eine Gesellschaft in der wir unabhängig davon, was wir tun, bekommen, was wir brauchen. – Hier läuten alle Alarmglocken des kapitalistischen Subjektes: „Eine Welt, in der Menschen das tun, was ihnen wichtig ist? In denen niemand zur Arbeit gedrängt und gezwungen wird? In denen ich darauf hoffen muss, das die Ärztin operiert und die Bäckerin bäckt, weil es ihnen wichtig ist? Habt ihr noch alle Tassen im Schrank? Was ist denn bei euch falsch gelaufen?“

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Kategorien: Arbeit & Freiheit, Commons, Theorie

10. August 2019, 09:57 Uhr   7 Kommentare