Autor: Stefan Meretz

Musikpiraten rufen zum Free Music Contest 2012

Unter dem Motto »Freedom & Free Beer« startet heute der vierte Free! Music! Contest der Musikpiraten. Eine Anmeldung ist bis zum 31. Juli möglich.

Der Wettbewerb hat bereits internationale Bekanntheit in der Creative Commons-Musikszene erlangt. Während letztes Jahr der Fokus auf dem Ermöglichen von abgeleiteten Werken lag, steht dieses Jahr der Begriff »frei« im Mittelpunkt. Ab wann genau ist Musik »frei«? Reicht es, wenn für sie nichts bezahlt werden muss, sie also »frei wie Freibier« ist? Oder muss es erlaubt sein, sie auch zu verändern und zu verkaufen, ohne die Urheber zu entlohnen, wie es die Definition von »frei wie in Freiheit« der Free Software Foundation benutzt?

Weiterlesen bei den Musikpiraten…

Herrschaftsverhältnisse – sachlich vs. personal

Ein Gespräch zwischen Andreas Exner und Stefan Meretz

Teil 2 (Teil 1)

[Erschienen in: Grundrisse 42/2012]

Stefan: Für mich ist die Unterscheidung von Struktur und Person sehr wichtig. Wenn ich von Exklusions-Logik spreche, dann meine ich damit die Struktur, in der ich mich gezwungen sehe, einer bestimmten Logik zu folgen, auch wenn ich als Person Exklusionen eigentlich ablehne. Wenn ich einen Job bekomme, bekommt ihn ein anderer nicht. Wenn ich ein Ware verkaufe, kann mein Konkurrent diesen Verkauf nicht realisieren etc. Das ist nicht vom persönlichen Wollen abhängig, sondern strukturelle Funktionslogik der Warengesellschaft.

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Der schwierige Weg der Transformation

Ein Gespräch zwischen Andreas Exner und Stefan Meretz

Teil 1

[Erschienen in: Grundrisse 42/2012]

Andreas Exner und Stefan Meretz bloggen regelmäßig zu Fragen der gesellschaftlichen Transformation (auf social-innovation.org und keimform.de) und unterstützen die Initiative demonetize.it. Doch über das „Wie“ der Transformation und Demonetarisierung gibt es unterschiedliche Auffassungen. Das ist das Thema des folgenden Gesprächs.

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Piratiger Urheberrechtsdialog

Die PIRATEN haben einen Urheberrechtsdialog organisiert. Gespräche fanden zu verschiedenen Themen rund um das Urheberrecht mit verschiedenen Interessengruppen und Interessierten statt. Ich hatte die Gelegenheit Silke Helfrich zum Thema »Creative Commons« zu vertreten. Mir ging es darum, Creative Commons als ein Aspekt einer viel breiteren Thematik der Commons in den Blick zu nehmen.

In der ersten Hälfte wurde viel über Geld und Business geredet  bis alle feststellten, es werde eben darüber zu viel geredet, weswegen das eigentliche Anliegen von Creative Commons und der Commons allgemein immer wieder verschüttet werden würde. Die zweite Hälfte des Gespräch drehte sich also etwas mehr um die generellen Aspekte, die mit dem Commons-Konzept verbunden sind. Davon ist aber im »Resümee« (beim 18. Juni 2012 gucken) nichts mehr zu lesen. Wer’s selber nachsehen will, kann ab etwa 1:19:14 einsteigen. Wer sich die kompletten fast drei Stunden antun will, hier:

Alle anderen Dialoge finden sich bei Piratorama im Archiv.

Ubuntu-Philosophie

[(Teil-)Beitrag zu dem neuen Commons-Buch (Commons – Für eine neue Politik jenseits von Markt und Staat, Hg. Silke Helfrich/Heinrich-Böll-Stiftung); Lizenz: CC BY-SA. Beide Teile gibt’s in einem PDF. There is also an English version.]

Die strukturelle Gemeinschaftlichkeit der Commons

Gemeingüter sind so vielfältig wie das Leben, und dennoch teilen alle Mitwirken­den, alle »Commoners«, gemeinsame Grundüberzeugungen. Um diese verstehen zu können, muss man sich klarmachen, was Gemeingüter praktisch bedeuten, welche Funktion sie haben und schon immer hatten. Das wiederum schließt ein, dass wir uns mit den Menschen befassen, denn Gemeingüter sind eben nicht nur »Güter«, sondern auch eine soziale Praxis, in der gemeinsam Ressourcen und Gü­ter genutzt, erzeugt und bewahrt werden. Es geht also um die Commons-Praxis, das »Commoning« – und damit um uns. Die Debatte um die Commons ist auch eine um Menschenbilder. Treten wir deshalb einen Schritt zurück, um mit der all­gemeinen Frage nach den Lebensbedingungen zu beginnen.

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Konkurrieren — Kooperieren — Auskooperieren

[(Teil-)Beitrag zu dem neuen Commons-Buch (Commons – Für eine neue Politik jenseits von Markt und Staat, Hg. Silke Helfrich/Heinrich-Böll-Stiftung); Lizenz: CC BY-SA. Beide Teile gibt’s in einem PDF.]

Commons funktionieren anders als Unternehmen, die auf dem Markt um An­teile konkurrieren. Nur selten gelingt es diesen, der Verdrängungskonkurrenz durch Schaffung neuer Märkte aus dem Weg zu gehen. Die Marktlogik besagt: Verdränge oder du wirst verdrängt. Konkurrenz ist nicht ursächlich das Resul­tat von Gier oder bösem Willen, sondern sie ist ein objektiver Effekt dieser Logik.

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Kapitalismus der Dinge

Für mich waren die Commons in vielerlei Hinsicht eine Erleuchtung. Wenn Commons nicht bloß eine »Sache« ist, sondern vor allen die soziale Art und Weise, eine »Sache« herzustellen und zu erhalten, dann gilt das auch für die kapitalistische Elementareinheit, die Ware. Auch die Ware liegt nicht bloß im Regal und wartet darauf gekauft zu werden, sondern sie steht für die soziale Beziehung, die erforderlich ist, sie herzustellen (um Erhalten geht es selten).

Wenn das so ist, dann müsste man die »Sozialität« den Waren oder den Commons als Sachen auch ansehen. Sie müssten die sozialen Beziehungen, die »in sie geflossen sind« auch in ihrer Gestalt zeigen, dachte ich mir. Es ist so. Auf drastische Weise zeigt das der Film Behind the Screen.

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Elinor Ostrom ist tot

Gestern mittag, am 12. Juni 2012, ist Elinor Ostrom mit 78 Jahren gestorben. Viel zu früh. Sie erlag einem Krebsleiden. Weltweit bekannt wurde sie schlagartig, als ihr 2009 als erster Frau der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften verliehen wurde. Damit rückte ihr Thema, die Commons, in den Fokus der Öffentlichkeit. Sie prägte den Slogan der »Commons jenseits von Staat und Markt«.

Die Diskussionen darum, was das »jenseits« genau bedeutet, werden weiter gehen. Und das ist gut so. Es geht darum, Alternativen zum Markt-Staat-Dualismus zu formulieren und zu leben. Dafür hat Elinor Ostrom eine Menge an Inspiration geliefert.

Weitere inhaltsreiche Nachrufe (auf englisch) schrieben David Bollier und Jay Walljasper sowie die Universität von Indiana.

Vortrag »Kapitalismus aufheben« in Kassel

Nachfolgend könnt ihr im Slideshare (Folien+Audio) meinen Vortrag im Rahmen der Veranstaltungsreihe »Querfeldein – Auf der Suche nach anderen Wegen zu einem schönen Leben« des AK Spunk anschauen und anhören. Länge ist etwas mehr als eine Stunde (hier Folien und Audio).

Letzter Teil: Zusammenfassung

Das ist der letzte Teil einer Serie wöchentlich erscheinender Artikel, deren englische Fassung im Journal of Peer Production erscheinen soll. In den Artikeln versuche ich zehn Diskursfiguren zu beschreiben, wie sie im Oekonux-Projekt in über zehn Jahren der Analyse Freier Software und commons-basierter Peer-Produktion entwickelt wurden. Mehr zum Hintergrund im einleitenden Teil. Bisher erschienene Teile: 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10.

Zusammenfassung

[English]

Weit davon entfernt eine konsistente Theorie des historischen Übergangs zu einer freien Gesellschaft zu sein, geben die beschriebenen Diskursfiguren einen ganz guten Eindruck, warum sie nicht in traditionelle Theorien passen. (mehr …)