Autor: Stefan Meretz

Kontrovers diskutieren, aber bitte nicht wirklich

re:publica08Langsam bin ich schon von der re:publica08 genervt, bevor ich überhaupt da war. Dabei habe ich keine Lust, irgendwem den Spaß zu verderben. Aber die folgende Geschichte macht mir keinen Spaß.

Letztes Jahr schwebte die Frage, wie ich mit meinem Blog Geld machen kann, als Hidden-Agenda über den Veranstaltungen. Das war mal mehr, mal weniger spürbar — jedenfalls aus der Perspektive eines Teilnehmers, der die Stimmung im Publikum gespürt und ein paar Gespräche geführt hat. Explizit kam es dann hoch bei der Veranstaltung zur Frage des »Geld verdienen mit Blogs«. Man kann das natürlich auch rundweg bestreiten, die Wahrnehmungen sind offensichtlich sehr unterschiedlich.

(mehr …)

Interview mit »Dr. Bunsen«

Freies Sender Kombinat (FSK) HamburgWow, nach dem »NerdAlert«-Interview von gestern gleich heute noch eines bei »Dr. Bunsen« auch vom FSK Hamburg. Wir haben versucht, an das Gespräch von gestern anzuküpfen, aber ich bin mir nicht sicher, ob uns das gelungen ist. Schreibt mal was dazu, wenn ihr die Sendung gehört habt.

Hier ist die Sendung (ohne Musik) zum Download bei archive.org in verschiedenen Formaten.

Eine Schwierigkeit besteht darin, das doch recht abstrakte Konzept der Peerconomy verständlich und kurz rüber zu bringen, und das aus dem Ärmel. Praktische Beispiele, auf die man verweisen könnte, gibt es eben noch nicht. Deswegen ist immer eine Menge gedanklicher Übertragungsleistung von Projekten notwendig, die nur Anfänge davon repräsentieren.

Unklar geblieben ist nach meinem Eindruck auch der Unterschied zu Tauschringen. Das Peerconomy-Konzept sieht halt doch ähnlich aus wie Marktwirtschaft oder auch Tauschringe. Eine Kopplung von Geben und Nehmen hat halt immer auch einen gewissen Tauschcharakter, auch wenn das nicht mit dem Tausch auf dem Markt vergleichbar ist. Wie ich schon mal in einem Kommentar angeregt habe, wäre es vielleicht sehr hilfreich, eine FAQ-Seite zur Peerconomy zu erstellen.

Interview mit »NerdAlert«

Freies Sender Kombinat (FSK) HamburgHeute hatte ich ein Telefoninterview in der Sendung »NerdAlert« vom freien Radio FSK aus Hamburg. Bis etwa drei Sekunden vorher wusste ich nicht wirklich, worum es gehen soll. Was dann im Interview dran kam, war eine ziemliche große Bandbreite von den Anfängen von Oekonux über freie Hardware bis zum Peerconomy-Konzept. Alles mehr oder weniger angerissen, ist aber einigermaßen gut gelaufen. Na ja, im Nachhinein fallen mir eine Menge Quirks auf…

Aber hört selbst den ersten Teil (OGG) der Sendung (Interview etwa ab der 10. Minute).

Danach diskutiert das NerdAlert-Team über das Interview (etwa ab 53:30) und dann weiter im zweiten Teil (OGG) der Sendung (etwa bis 13:00). Mir scheint, dass eine der nächsten Sendungen sich mit der Peerconomy befassen wird — Christian ist bestimmt zum Interview bereit 🙂

Free Cultural Works

Free Cultural Works Seal[EN] The Creative Commons project added a new seal to their licences, indicating more clearly, which works are conform to the »freedom« as defined in Free Software. This seal qualifies the Attribution and Attribution-ShareAlike licenses as Free Culture Licenses according to the Definition of Free Cultural Works. This implies, that the weaker CC-licences (with non-commercial or no-derivative clauses) are not Free Culture Licenses in the sense of Free Software.

[DE] Das Creative-Commons-Projekt hat ihren Lizenzen ein neues Siegel hinzugefügt, dass klarer als früher anzeigt, welche Werke mit der »Freiheit« wie sie in Freier Software definiert ist, übereinstimmen. Dieses Siegel qualifiziert die Namensnennung– und Weitergabe-unter-gleichen-Bedingungen-Lizenzen als Freie Kultur-Lizenzen entsprechend der Definition für Freie Kulturelle Werke. Das schließt ein, dass die schwächeren CC-Lizenzen (mit Klauseln »nicht-kommerziell« oder »keine-Bearbeitung«) keine Freien Kultur-Lizenzen im Sinne Freier Software sind.

Transformation und Eigentum

[This is the German translation of the original english article]

Auf der Oekonux-Mailingliste gibt es eine interessante Debatte über das Verhältnis von Privateigentum und gesellschaftlicher Veränderung, insbesondere wenn es um die commons-basierte Produktion stofflicher Güter geht. Raoul Victor aus Frankreich schrieb:

Die ursprüngliche Frage war, wie mit der Eigentumstransformation umzugehen ist, wenn sie die materiellen Produktionsmittel betrifft. Ich bestand auf der Tatsache, dass dies zu dem einem oder anderen Zeitpunkt (wahrscheinlich noch viele Jahre hin) zu einer allgemeinen sozialen Konfrontation mit dem Kapitalismus führt, wobei die „Arbeiter der Welt“ die Hauptrolle spielen werden und die Keime der Peer-Produktionspraxen — hauptsächlich im Bereich frei reproduzierbarer Güter — dann eine wichtige Rolle bei der Evolution ihres Bewusstseins gespielt haben werden. Aufgrund der Natur des Kapitalismus ist diese Konfrontation unvermeidlich.

Das ist meine Antwort:

(mehr …)

Transformation and ownership

Fourier transform (cc-by-nc: xkcd.com/26/)[Es gibt eine deutsche Übersetzung dieses Artikels]

On the Oekonux-Mailinglist there is an interesting debate about the relationship between private ownership and societal change, especially when it comes to commons based production of physical goods. Raoul Victor from France wrote:

The original question is how to deal with the ownership transformation when it concerns material means of production. I insisted on the fact that, at one moment or another (probably many years ahead), this will lead to a general social confrontation with capitalism, where „the workers of the world“ will play a major role, the germs of peer production practices, mainly in the freely reproducible goods domain, having played an important role in the evolution of their consciousness. This confrontation is inevitable because of the nature of capitalism itself.

This is my answer:

(mehr …)

Streifzug-Review 9: »Copyright & Copyriot«

Aufkleber »Politik ist der demokratische Vollzug der Unfreiheit«In der neunten Ausgabe der Kolumne »Immaterial World« der Wiener Zeitschrift »Streifzüge« geht es um das Buch »Copyright & Copyriot« von Sabine Nuss. Neben viel Löblichem habe ich eine doch ziemlich grundsätzliche Kritik an dem Inhalt formuliert. Eine kurze Rekapitulation und eine weiter gespannte Reflexion über das Denken.

(mehr …)

»Die Marx-Maschine«

RepRap version 1.0 Darwin (Foto: CharlesC, Lizenz: GFDL)Die Wochenzeitung »Freitag« hat in ihrer neuen Ausgabe einen Artikel über »Personal Fabricators«. Tenor: Nach den PCs sind jetzt die PFs dran, was heute noch teuer ist, wird morgen billig und allgegenwärtig sein. Was ich bislang nicht wusste, ist, dass der RepRap-Protagonist Adrian Bowyer eine explizit gesellschaftliche Zielsetzung mit PFs verbindet, die allerdings ein wenig altbacken daherkommt: »Eine sich selbst reproduzierende Rapid-Prototyping-Maschine wird ein revolutionäres Eigentum an den Produktionsmitteln durch das Proletariat ermöglichen — ohne den chaotischen und gefährlichen Revolutionskram«. Dass einige ein solcher Revolutionsautomatismus nervt, kann ich nachvollziehen.

Wenn die EU dich fragt…

Piratenpartei lädt zur EU-Umfrage zum Urheberrecht einDa dachte ich mir, da kannst du doch mal mitmachen. Wenn die EU meine Meinung zum Urheberrecht wissen will, dann kann ich mich nicht verweigern. Ein wenig war ich durch die zarten Andeutungen in der Einladung der Piratenpartei (»teilweise schwer zu beantworten«, »Verwertungsindustrie … ihre Meinung in die Umfrage einfließen«) schon vorgewarnt, was ich aber dann präsentiert bekam, war schon ein starkes Stück. Es ist ein Musterbeispiel für die Manipulation von Umfragen.

Auf zum »Fragebogen zum Urheberrecht, DRM und kreative Online-Inhalte«

(mehr …)