Autor: Stefan Meretz

Gartenkooperative Freiburg

Die Gartenkooperative Freiburg setzt seit 2011 ein commonsbasiertes Modell Solidarischer Landwirtschaft um. 260 Haushalte versorgen sich mit Gemüse. Es gilt das Prinzip »Beitragen statt Tauschen«. Vom Anbau über den Transport bis zum Geld werden alle Aufgaben geteilt. Nicht geldfrei, logisch, aber jenseits der Geldlogik. Cine Rebelde dreht einen Film über die Gartenkoop und sammelt Spenden zur Finanzierung. Hier der sehr schöne Trailer:

Gartencoop Freiburg – Trailer Saisonbeginn [ cc by www.cinerebelde.org ]

GEMA-Vermutung aufheben!

Über die GEMA ärgern sich viele, auch wir haben uns immer wieder mit ihr beschäftigt (1|2|3|4|5|6). Jetzt läuft eine wirkliche sinnvolle Petition mit diesem Text:

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, die sogenannte GEMA-Vermutung (§13c UrhWahrnG) aufzuheben und somit die Umkehr der Beweislast als unzulässig zu erklären.

Genau! Darum geht es: Die Umkehr der Beweislast zu beenden. Beweislastumkehr bedeutet, dass man nachweisen muss, dass ein Musiktitel/Künstler nicht bei der GEMA unter Vertrag steht. Oder andersrum: Es wird per default angenommen, das Musiktitel X bei der GEMA läuft, weshalb folglich z.B. bei Ausführungen Lizenzgebühren zu entrichten sind. In Zeiten von Creative Commons eine Absurdität, schreibt Hanno.

Bitte zeichnen — bis morgen werden noch 9.400 Unterschriften benötigt!

[Update] Das Quorum von 50.000 Zeichnungen wurde geschafft!

Radio-Tipp: Vom Konsumenten zum Prosumenten

Das Radio-Feature »Ihre Meinung ist uns wichtig! Wenn aus Konsumenten Prosumenten werden« von Barbara Eisenmann wird am 14.10.2012 bei NDR-Info (11:05 Uhr) und am 19.10.2012 im DLF (20:10 Uhr) ausgestrahlt. Die Ankündigung klingt interessant:

Das Überleben in den Märkten der Zukunft hänge maßgeblich vom Kunden ab, heißt es in Unternehmenskreisen. Dabei ist nicht seine Kaufkraft allein gemeint, vielmehr sein Wissen, seine Kommunikations- und Kooperationsfähigkeiten.

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Marx‘ Plädoyer für die Commons

Heute mal Philosophie. Der Philosoph Karl Marx schrieb 1845 die »Thesen über Feuerbach« in sein Notizbuch. Sein Kumpel und Sponsor Friedrich Engels fand sie dort und brachte sie nach dem Tode von Marx (1883) in veränderter Form 1888 heraus. Können die Thesen uns heute noch was sagen? Vorweg die Antwort: Unbedingt! Marx hat dort wesentliche Elemente beschrieben, die wir heute als Commoning (Praxis der Commons) fassen würden.

Ich folgenden zitiere ich die elf Thesen in gekürzter Form. Dabei lasse ich v.a. zeitbezogene Aussagen weg. Anschließend kommentiere ich jeweils die zitierte These aus der Sicht eines philosophisch interessierten Commoners. Vorab: Wenn von Materialismus die Rede ist, dann ist immer ein philosophischer Begriff gemeint, nicht die heute oft genauso bezeichnete personale Orientierung auf den Besitz »materieller Sachen«.

Kurz zum historischen Hintergrund: (mehr …)

Geistige Eigentumsrechte und Freihandelsabkommen

[Beitrag aus dem Commons-Buch (Commons – Für eine neue Politik jenseits von Markt und Staat, Hg. Silke Helfrich/Heinrich-Böll-Stiftung); Lizenz: CC BY-SA]

Beatriz Busaniche

Eine unendliche Geschichte

Man stelle sich eine Gruppe transnationaler Unternehmen vor, die über Monopole in der Pharmaindustrie, der Informations- und Kommunikationsindustrie und der Unterhaltungsbranche verfügt. Diese Gruppe konzentriert nun ihre Lobbyaktivitäten darauf, die Regierungen der Industrieländer dieser Welt zu bewegen, den Entwicklungsländern die »Harmonisierung« des globalen Systems der intellektuellen Eigentumsrechte aufzuzwingen. Genau das geschah in den 1990er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts. (mehr …)

The Liberator — Pressing Bricks With Open Source

The story of the Liberator — the worlds first open source compressed earth brick press. Download the designs from opensourceecology.org and build yourself.

[Update] (mehr …)

Der Bayer-Konzern und die Patente

Jan Pehrke von der Coordination gegen Bayer-Gefahren hat in der jungen Welt einen interessanten Artikel zum Verhältnis der Chemie-Industrie zu Patenten geschrieben. Er zeigt darin sehr schön auf, dass in der Aufstiegsphase deutsche Unternehmen fleissig Erkenntnisse und chemische Formeln von englischen Unternehmen »klauten«, um ihre »nachholende Entwicklung« auf den Weg zubringen. In der Aufstiegszeit waren deutsche Unternehmen folglich gegen Patente eingestellt.

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The Wealth of the Commons

The english partner book of the german »Commons – Für eine neue Politik jenseits von Markt und Staat« has been released! The book was edited by David Bollier and Silke Helfrich. I like the english title which is »The Wealth of the Commons: A World Beyond Market and State« focussing on the new world to be created and not primarily on new politics to be made. However, this is only a personal remark. I am happy that Christian Siefkes‘ and my contributions are part of the german as well as of the english book, and I think we will republish our english articles here.

The articles of both books are not identical, the editors arranged some different mixtures depending on the german and english speaking audience. Both books are definitely worthwhile to read. The book content was released under CC-by-sa license and can be downloaded (stepwise) or bought.

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Hoffnung von unten

[Beitrag aus dem Commons-Buch (Commons – Für eine neue Politik jenseits von Markt und Staat, Hg. Silke Helfrich/Heinrich-Böll-Stiftung); Lizenz: CC BY-SAEnglish version]

Gustavo Esteva

Das besondere Prinzip des Zusammenlebens in Oaxaca

Von Juni bis Oktober 2006 gab es in Oaxaca de Juárez, einer Stadt mit 600.000 Einwohnern, keine Polizei, nicht einmal Verkehrspolizisten. Der Gouverneur der Provinz traf sich mit seinen Funktionären heimlich in Hotels oder Privatwohnungen; in ihre Büros wagten sie sich nicht. Die Asamblea Popular de los Pueblos de Oaxaca (APPO), die Volksversammlung der Völker Oaxacas, hatte alle öffentlichen Gebäude sowie Rundfunk- und Fernsehstationen rund um die Uhr bewacht. Als der Gouverneur veranlasste, diese Wachen in den Nachtstunden anzugreifen, errichteten die Menschen Straßenbarrikaden.

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Mier und die neue Bedeutung von »Liquid Democracy«

Mier? Mier = Mate + Bier. Mier ist liquid, ganz offensichtlich. Aber democracy? Bei Mier kann man über die nächste Version, die nächste Brauung, mit entscheiden. Wie das geht mit Mate und Bier und Mier und Open Source und Liquid Democracy erklärt der folgende Film.

Mier steht unter der Lizenz CC-by-nc-sa. Steht auf jeder Flasche. Aber was heißt das? Ein kniffliger Fall.

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