Autor: Stefan Meretz

Konkurrenz und Kooperation

[Kolumne Immaterial World in der Wiener Zeitschrift Streifzüge]

„Die biologische Evolution wird keineswegs nur durch Konkurrenz und Egoismus vorangetrieben. Als ebenso wichtig im Kampf ums Dasein erweist sich die Kooperation der Individuen“ – fasst Biologie-Professor Martin Nowak seine Erkenntnisse zwei Jahrzehnte währender Forschung zusammen (Spektrum der Wissenschaft 11/2012, S. 77). Der „Kampf ums Dasein“ wird „keineswegs nur“ konkurrenzförmig, sondern „ebenso“ kooperativ betrieben – kann man die Verhältnisse in der bürgerlichen Konkurrenzgesellschaft besser illustrieren und gleichzeitig ontologisieren? Unglaublich, dieser „Fortschritt“. Geschenkt.

Wie aber kann man das Verhältnis von Konkurrenz und Kooperation angemessener fassen? Und wie verhält es sich beim heutigen Menschen?

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Hacking Knitting Machines

Sam Muirhead from Year of Open Source visited Berlin based hardware hacker Fabienne Serrière and made a video about The Wonderful, Wooly World of Hacked Knitting Machines. Great!

See also: Open hardware knitting machine

Erinnerung an André Gorz

Vor fünf Jahren starb der Philosoph André Gorz. Der folgende Artikel aus der Berliner Debatte Initial Nr. 3/2012 erinnert an Leben und Werk. Er gliedert sich in zwei Teile. Der erste Abschnitt zeichnet die Entwicklung des philosophischen Werks von André Gorz nach, was im zweiten Abschnitt am Beispiel des Wissenskommunismus vertieft wird.

Fahnder nach „Auswegen aus dem Kapitalismus“ – eine Erinnerung an André Gorz

Von André Häger und Stefan Meretz

André Gorz ist Jahrgang 1923 und erlangte Bekanntheit als Autor zahlreicher sozialphilosophischer Schriften. Seine Geburt ist nun bald neunzig Jahre her, sein Tod fünf. Weshalb an André Gorz erinnern? Als Theoretiker der kapitalistischen Krise und eines ökologischen Jenseits des Kapitalismus ist er aktueller denn je. Viele seiner theoretischen Arbeiten scheinen mit größerem Abstand zu ihrer Entstehungszeit eher an Aktualität zu gewinnen als diese einzubüßen. Das gilt in zweierlei Hinsicht, einer politischen wie theoretischen.

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Open Source taucht ab

OpenROV ist ein Open-Source-Tauchroboter, der per Kabel über ein Arduino-Board gesteuert wird. Der Tauchroboter kann komplett selbst nachgebaut, aus gekauften vorbereiteten Teilen (220 Dollar) zusammengebaut oder fix und fertig montiert gekauft (725 Dollar) werden. Eine ausführliche Bauanleitung gibt’s im Wiki. Die Anschubfinzierung erbrachte ein Kickstarter-Projekt, über das 111.622 Dollar eingesammelt werden konnten. Weitere Infos auf golem.de.

Solidarische Ökonomie und Commons

Finanz- und Schuldenkrise, Klima-­Krise, Krise der Energieversorgung und Hunger — all dies zeigt: Das Marktsystem ermöglicht keine zukunftsfähige Lebensweise. Krisenlösungen müssen einer anderen Logik folgen als der von Konkurrenz, Profit und Wachstum. Die weltweit bereits praktizierten neuen Wirtschafts- und Lebensweisen zeigen, dass es anders geht: Commons und Solidarische Ökonomie sind zwei der Kernbegriffe für diese Nischen abseits von Markt und Staat. Andreas Exner und Brigitte Kratzwald haben ein Buch zur Einführung in die Diskussion um diese Konzepte geschrieben. Das Buch ist einerseits eine Momentaufnahme der sich rasch entwickelnden theoretischen Diskussion um gesellschaftliche Alternativen, es werden aber auch die grundlegenden historischen und begrifflichen Eckpunkte der Debatte um ein nicht-profitorientiertes Wirtschaften nachgezeichnet.

Bei Radio Agora gibt’s in der Sendung Svet je vas-Die Welt ein Dorf ein Gespräch mit den Autor_innen über das Thema.

Vortrag »Commonismus«

Hier der erste meiner beiden dicht aufeinander folgenden Vorträge, gehalten am 7.11.2012 in Dresden bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen (Folien und Ton). Während des Vortrags habe ich zwei kurze Filmchen gezeigt, die ihr in der Audio-Aufzeichnung nur hören könnt. Hier im Blog sind sowohl der Film zu Katja Kippings Aussage über Commons wie auch der Werbefilm über Open Source Ecology in voller Länge zu sehen.

Aneinandergekettet

[aus: Oya – anders denken.anders leben, Ausgabe 17/2012, Lizenz: CC-by-sa]

Eine Analyse der Ursprünge von Konkurrenz und Rassismus entlarvt die westliche Freiheit als Mythos. Der Wahn, die westliche Welt sei die höchste Stufe kultureller Entwicklung, übt weltweit subtile und offene Gewalt aus.

von Friederike Habermann

Wir waren kaum vor Anker gegangen in Royal Bay, als eine große Anzahl Eingeborener von ihren Kanus auf das Schiff stiegen und Kakaobohnen etc. mit sich brachten; diesen schienen sie viel Wert beizumessen«, notiert Kapitän James Cook im April 1769 in sein Tagebuch, als er zum ersten Mal in Tahiti landet. Doch nicht nur diese »Zeichen von Freundschaft und Unterwerfung« beschäftigen ihn. Er ersinnt sofort fünf Regeln für seine Mannschaft, um individuellen Handel auszuschließen, da dies »unweigerlich den Wert der Güter senken würde«. Und am nächsten Tag fügt er hinzu, wie schwer es sei, die Inselbewohner, die »wie Affen klettern«, vom »Stehlen« abzuhalten – »dar­in sind sie erstaunliche Experten«.

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Commonismus in Dresden, Bamberg, Hamburg

Hier die beiden nächsten drei Veranstaltungen mit meiner Beteiligung:

Kommunismus oder Commonismus, 7.11.2012, 19:00 Uhr, WIR-AG, Martin-Luther-Straße 21, 01099 Dresden (Veranstalter: RLS Sachsen):

Sind Commons die zeitgemäße Form, die Eigentumsfrage zu stellen und im 21. Jahrhundert zu beantworten? Was ist unter Commons zu verstehen? Ist es nur eine neue Form alte Fragen zu stellen oder geht es mit den Commons tatsächlich auch um einen neuen Inhalt? Müssen sich die Linken auf etwas Neues einlassen oder wissen sie es wie eh und je schon besser? Ist das Commons-Konzept als emanzipatorische Perspektive denkbar, ist es gesellschaftlich verallgemeinerbar? Geht es um Commonismus oder um Kommunismus?

Peer-Produktion – Bastelvergnügen oder Revolution? 8.11.2012, 20:00 Uhr, Balthasar, Bathasargässchen 1, 96049 Bamberg (Veranstalter: Freie Uni Bamberg): (mehr …)

Eine Open-Source-Ökonomie aufbauen

Das Projekt Open Source Ecology will weltweit Fuß fassen. Das erklärt Nikolay Georgiev im folgenden Video (verbreiten, unterstützen):

Markt-Absurditäten. Heute: Ravioli

Es gibt seeehr viele, die wollen noch viele gute Haare am »Markt« finden. Immerhin gelinge doch die Ressourcen-Allokation, also die Verteilung der Waren an die Stellen, wo sie nachgefragt werden. Und wie das gelingt.  Das zeigt der Film »Ravioli – Träume in Dosen«, heute 23:10 Uhr auf ARTE. Absurditäten in Dosen:

Die Tomaten wachsen in Portugal. In einer Fabrik in der Nähe von Porto werden sie zu Soße verarbeitet. Der Weizen für den Ravioliteig wächst in der Ukraine. Das Fleisch für die Füllung stammt von deutschen Schweinen und Rindern, die allerdings aus Kostengründen nicht in Deutschland geschlachtet werden. Die Tiere werden in polnische Schlachthöfe transportiert. Alle Zutaten kommen in Frankreich zusammen. Dort werden sie zu Ravioli verarbeitet. Ein Spediteur sorgt für den Lkw-Transport der fertigen Ravioli nach Finnland. Und in Finnland gelangen die Ravioli endlich an den Verbraucher.

Grandios, dieser Markt.