Zum Verhältnis von Exklusion, Klasse und Kapitalismus
Dieser Text ist Teil einer Reihe, welche sich mit Kritik an unserem Buch auseinandersetzt. Vielen Dank an alle Kritiker*innen 🙂
Bei einem Interview für die Jungle World letzte Woche wurde ich gefragt ob unsere Kritik des Kapitalismus nicht Produktionsverhältnisse und Ausbeutung vernachlässigt. In Annettes langer Kritik – vielen Dank dafür! Kritik stößt ja im bestenfalls an und hilft Positionen zu klären – wird uns eine „reduzierte Kapitalismuskritik“ vorgeworfen. Dieser Text will deutliche Positionen entwickeln, damit wir uns gut unterhalten können. Im Zentrum steht in diesem Text einige Thesen zum Verhältnis von Klasse und Kapitalismus. Ich glaube diese Debatte ist zusätzlich wichtig, weil sie auch die Haupt- und Nebenwiderspruchsdebatte berührt – in unseren Worten: das Verhältnis der verschiedenen Exklusionsmechanismen zueinander.

Vorheriger Artikel:
„Genau wie ein linker Realismus, der Momente der schlechten Realität fortschreibt, ist ein Scheinradikalismus zurückzuweisen, der sich in der Feier von isolierten Revolten ergeht, maximale Zerstörung predigt und zur Frage nach einer anderen Gesellschaft nur Phrasen über die totale Freiheit des Einzelnen auf Lager hat“ (32)