Project Society After Money is an interdisciplinary project between commons theory, evolutionary political economy, media studies and sociology, that enter into a dialogue with one another in order to look at their specific theories and criticisms of money. Conceived as the beginning of a necessary interdisciplinary dialogue, the possibilities of post-monetary forms of organization and production are taken into account and examined. On one hand there is a lot of talk about ‚digital revolution‘, ‚mediatized society‘, ’networks‘, ‚Industry 4.0‘. On the other hand the present is described in terms of crisis: ‚financial crisis‘, ‚economic crisis‘, ‚planetary boundaries‘. At once there is the description of a media-technological change along with massive social and ecological disruptions.
(mehr …)Kategorie: Theorie
Ausgetauscht!
Eine Gesellschaft nach Bedürfnissen und Fähigkeiten kommt ohne Geld und sogar ganz ohne Tauschlogik aus, argumentiert Friederike Habermann in ihrem neuen Buch „Ausgetauscht! Warum gutes Leben für alle tauschlogikfrei sein muss“. Häufig komme es zu einem Bruch zwischen kapitalismuskritischen Analysen und ihren Transformationsperspektiven: Sie prangerten Entfremdung, Ausbeutung und/oder das Verstärken anderer Herrschaftsverhältnisse an, verblieben dann aber bei der Hoffnung, demokratische Bestrebungen könnten die Marktmechanismen aufheben. Doch warum sollte es einfacher sein, gegen diese zu wirken, als sie zu ersetzen? Das Buch argumentiert: Für eine tauschlogikfreie Gesellschaft einzutreten ist nicht naiv, sondern konsequent links, feministisch und zukunftsweisend.
Von der Revolution zur Konstruktion – Transformationsdebatte der Interventionistischen Linken
Es ist nur zu begrüßen, dass die Interventionistische Linke (IL) auf ihrem Debattenblog eine Diskussion über Transformation begonnen hat. Im ersten Beitrag geht es um einen sukzessiven Aufbau von Gegenmacht, insgesamt ein sehr lesenswerter Text und hilft sicher die IL besser zu verstehen :). Der zweite Beitrag spricht sich gegen den reformistischen, schrittförmigen Einschlag des ersten Textes aus und betont die Notwendigkeit der Revolution. Für den dritten Beitrag wurde ich angefragt und ich hab versucht kurz und knapp darzulegen, weshalb der Konstruktionsprozess im Mittelpunkt der Transformationsdebatte sein sollte und wo wir hier weiterdenken könnten.
Kollektive Verfügung über symbolische und soziale Lebensbedingungen
Die Herstellung unserer gesellschaftlichen Lebensbedingungen geschieht nicht nur materiell, sondern ebenso symbolisch und sozial. In einer Inklusionsgesellschaft verfügen wir somit auch über unseren sozialen und symbolischen Bedingungen kollektiv. Dieser Text versucht diese Bedeutung kollektiver Verfügung etwas weiter zu denken.
Commonsverbünde als Transformationsmodell
Download als PDF: Commonsverbünde als Transformationsmodell
Die Abbildung ist als logische und nicht geografisch-räumliche Darstellung zu verstehen.
Produktionsstätten
Kapitalistische Unternehmen funktionieren nach wohl bekannten Regeln und Strukturen. Letztendlich dient die hier stattfindende Produktion von Waren der Profitmaximierung nach der Formel G – W – G‘. Dabei koordinieren sich die Unternehmen vermittelt durch Angebot und Nachfrage am Markt und kalkulieren die Produktion im Voraus, um dann hoffentlich auch den entsprechenden Absatz und Gewinn realisieren zu können.
Commons-Projekte realisieren sich ausschließlich in der commonistischen Sphäre durch Commoning-Prozesse. Ziel ist hier nicht die Profitgenerierung, sondern die Bedürfnisbefriedigung nach der Formel B- – C – B+, weshalb hier auch kein Geld zirkuliert. Produziert wird hier nur zum tatsächlichen Bedarf, der aus der Summe von Einzelbedürfnissen entsteht und vom Meta-Commons mit allen zur Verfügung stehenden Ermöglichungen zur Bedürfnisbefriedigung vermittelt wird.
Jenseits des Nebenwiderspruchs?
Verhältnis von Klassen, Exklusion und Kapitalismus II
Wie so häufig: Dies ist ein Diskussionsartikel. Er will Diskussionen anstoßen und stellt keine tiefgreifende Analyse dar. Aber vielleicht ist er trotzdem spannend. Der Artikel führt die Gedanken zu der Bedeutung von Klasse in der Überwindung weiter.
An der Uni mach ich ein Seminar zu „Poststrukturalismus und Materialismus. Versuch eines Dialogs“ und in diesem kam es gestern zu einer Diskussion über Neben- und Hauptwiderspruch, oder in meinen Worten das Verhältnis der verschiedenen Exklusionslinien zueinander. Ich wünsche mir eigentlich eh schon länger das Verhältnis der verschiedenen Herrschaftsachsen und Exklusionslinien zueinander weiter zu klären, aber dieser Text entsprang nun dem Gedanken, dass diese Haupt-Nebenwiderspruchsdebatte innerhalb unserer Kritik von Exklusionsgesellschaften und Kapitalismus sich noch einmal anders darstellt. Bzw. einen Umgang mit der Problematik findet, der eventuell beide Positionen ernst nimmt. Na dann mal los …
Kapitalismus – Tausch- oder Klassengesellschaft?
Zum Verhältnis von Exklusion, Klasse und Kapitalismus
Dieser Text ist Teil einer Reihe, welche sich mit Kritik an unserem Buch auseinandersetzt. Vielen Dank an alle Kritiker*innen 🙂
Bei einem Interview für die Jungle World letzte Woche wurde ich gefragt ob unsere Kritik des Kapitalismus nicht Produktionsverhältnisse und Ausbeutung vernachlässigt. In Annettes langer Kritik – vielen Dank dafür! Kritik stößt ja im bestenfalls an und hilft Positionen zu klären – wird uns eine „reduzierte Kapitalismuskritik“ vorgeworfen. Dieser Text will deutliche Positionen entwickeln, damit wir uns gut unterhalten können. Im Zentrum steht in diesem Text einige Thesen zum Verhältnis von Klasse und Kapitalismus. Ich glaube diese Debatte ist zusätzlich wichtig, weil sie auch die Haupt- und Nebenwiderspruchsdebatte berührt – in unseren Worten: das Verhältnis der verschiedenen Exklusionsmechanismen zueinander.
Commonistische Inklusionsgesellschaft
Über Utopie und Transformation neu nachdenken
Das Buch von Stefan und Simon lädt schon im Titel dazu ein, „über Utopie und Transformation neu nachzudenken“. Damit habe ich mit einer neuen Beitragsserie in meinem Blog begonnen. Das „Nachdenken“ führt weniger zum Nacherzählen dessen, was ich sympathisch an den Inhalten und der Darstellung finde, sondern es arbeitet sich eher an dem ab, was mir „aufstößt“ und wo ich das Buch nicht als den „großen Wurf“ betrachten kann. Auf jeden Fall aber hat es mich angeregt, das erst nur unklar hochkommende Unbehagen für mich auch theoretisch-inhaltlich zu klären und dadurch meine eigenen Positionen aus einer vorher noch vorhandenen Vagheit zu befreien. (mehr …)
Zur Kritik der Aufhebungs- und Keimformtheorie
Dieser Artikel setzt sich kritisch mit den Kapiteln 3 und 7 des Buchs Kapitalismus aufheben von Simon Sutterlütti und Stefan Meretz (2018) auseinander. Vorab ist festzuhalten, dass ich die Frage, wie der Kapitalismus überwunden bzw. „aufgehoben“ werden kann (wobei zum Aufheben auch gehört, dass positive Aspekte beibehalten und weiterentwickelt werden) für sehr wichtig halte und dem Anlagen des Buchs deswegen positiv gegenüberstehen. Das sollte jedoch nicht heißen, dass Schwächen und fragwürdige Momente der Argumentation unter den Teppich zu kehren sind – problematische Annahmen können leicht zu wenig zielführenden Praktiken führen, weshalb sich Bemühungen um die Aufhebung des Kapitalismus selber schaden würden, wenn sie ihre theoretischen Grundlagen nicht möglichst kritisch überprüfen und bei Bedarf korrigieren.
In Kapitel 3 („Aufhebungstheorie“) fragen Simon und Stefan zunächst allgemein, wie eine neue bzw. in ihrer Terminologie „befreite“ Gesellschaft „entstehen und sich durchsetzen“ kann (ebd., 18), während sie in Kapitel 7 („Keimformtheorie“) diesen relativ allgemeinen „Rahmen“ mit einem konkreteren Inhalt zu füllen versuchen. Gegen diese Zweiteilung ist grundsätzlich nichts einzuwenden, doch wäre dabei zu fragen, wie gut der Inhalt „Keimformtheorie“ zum Rahmen „Aufhebungstheorie“ passt und – wenn er nicht passt – was die theoretischen Konsequenzen sind. Dieser Rückkopplungsprozess fehlt im Buch aber. Unabhängig von der Frage der internen Konsistenz sind auch die Argumentationslinien im Rahmen der einzelnen Kapital kritisch zu prüfen. (mehr …)
