Kategorie: Theorie

System Change & Commonismus

Leider wurde die System Change Konferenz von Ende Gelände wegen Corona abgesagt. Hier nun der Input von mir zu System Change. Der Vortrag gliedert sich in Kritik (Warum öko-soziale Markwirtschaft (&Ökostaatsplanwirtschaft) nicht ökologisch sein kann), Utopie ( Commonismus) und Transformation (Verhältnis von Kämpfen und Konstruktion von Keimformen). Have fun 🙂

Ein Softwarekonzept für ununterbrochenes Commoning – Beitrag und individueller Vorteil, […]

Im Zentrum dieses Teils steht die Kopplung von Geben und Nehmen bzw. – im eigentumsfreien Raum – die Kopplung von Beitrag und individuellem Vorteil. Erfahrungsgemäß wird dieses Moment der Software am stärksten kritisiert, denn eine unfaire Kopplung von Beitrag und individuellem Vorteil kann wiederum Momente des Leistungszwangs und der Konkurrenz hervorbringen, wie wir sie aus dem kapitalistischen System kennen und die wir im Commoning nicht haben wollen. Die Frage ist also: Wie kann Fairness im softwarevermittelten Commoning hergestellt werden?

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Vortrag: Rätekommunismus, Commonismus und die Frage nach der Überwindung des Staates

Räteversammlung 1918, Deutschland

Zeit: Do, 23.1., 19 Uhr; Ort: OM 10, Großer Saal, Göttingen; FB-VA: https://www.facebook.com/events/771269823359526/; Simon Sutterlütti referiert

Das Thema Utopie ist wieder auf der Agenda. Klimakrise, globale Ausbeutung und Rechtsruck stellen die Frage nach einer Alternative zu Kapitalismus und Realsozialismus. Die Antworten der (radikalen)Linken sind nur ansatzweise vorhanden. Von Rätekommunist*innen wird daher eine »Verständigung über die Grundzüge der klassenlosen Gesellschaft« eingefordert (1). Früher schien es für viele Marxist*innen klar, dass eine staatliche Struktur Informationen bündeln und Entscheidungen fällen sollte. Nach historischen Pleiten und radikalisierter Staatskritik stellt sich nun erneut die Frage, wie Besonderes und Allgemeines zu vermitteln sind. Was kann an die Stelle des Staates treten? Rätestrukturen? Schlagen diese Räte nur Entscheidungen vor oder benötigen sie eine Institution, diese Vorschläge gesellschaftlich durchzusetzen – und wäre diese nicht quasi-staatlich? Ist der Commonismus eine Alternative zum Rätekommunismus? Existieren andere emanzipatorische Alternativen jenseits von Staat und Markt? Was können die Ansätze voneinander lernen?

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Ein Softwarekonzept für ununterbrochenes Commoning – Fähigkeiten, Qualifikation, Tätigkeitsgewichtung

Auf reiner Prozessebene kann das Ideal der hier beschriebenen Vermittlungsform zur effizienten Bedürfnisbefriedigung folgendermaßen ausgedrückt werden: Möglichst wenig Aufwand. Dieser ergibt sich aus möglichst wenigen unterschiedlichen Mitteln, die möglichst vielfältig verwendet werden können und möglichst lange haltbar sind. Weiter auch aus möglichst geringen Anforderungen an Fähigkeiten und Qualifikationen bei den Tätigkeiten, welche für die Herstellung und Erhaltung der Gesellschaft notwendig sind, damit möglichst viele Personen sich diesen annehmen, sprich: zuordnen können.

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Mustersprache vs. Kategoriale Utopie

Wie die Muster des Commoning und die kategoriale Utopie zusammengehören

Beim CI Herbsttreffen in Hiddinghausen gab es eine Diskussion verschiedener Sichtweisen auf die Commons als Teil einer gesellschaftlichen Transformation zu einer freien Gesellschaft. Diese haben mich zu ein paar Gedanken zum Verhältnis zwischen den Ansätzen von Silke Helfrich und David Bollier zu einer Mustersprache des Commoning und von Simon Sutterlütti und Stefan Meretz zu einer kategorialen Utopie veranlasst. (Helfrich/Bollier: Frei Fair und Lebendig-Die Macht der Commons und Stefan Meretz, Simon Sutterlütti: Kapitalismus aufheben).

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Wie verhindern wir die Klimakatastrophe?

Mein Eindruck der ganzen Diskussion ums Klima ist, dass sich tatsächlich fast niemand ernsthaft der Problematik stellt. Es gibt viele Varianten der Verdrängung des Problems und die Klimaleugner sind nur die offensichtlichste davon und alle haben sie durchaus einen rationalen Kern. Ich finde diese Haltungen bis weit in die Klimagerechtigkeitsbewegung hinein und würde auch niemals behaupten, dass ich frei davon bin.
Ok, um zu erklären was ich meine, möchte ich erst einmal ein paar Voraussetzungen setzen mit denen ich im folgenden operieren werde. Die lassen sich meiner Meinung nach alle sehr gut begründen, aber das werde ich im Rahmen dieses Artikels nicht tun:

  1. Wenn alles so weiter läuft wie bisher also mit halbherzigen Klimaschutzmaßnahmen steuern wir auf eine Welt zu in der sämtliche Kippunkte des Klimasystem gerissen werden. Das bedeutet eine Welt in der nur noch ca. 1 Milliarden Menschen ernährt werden können und nicht wie heute 11.
  2. Die ersten Folgen der Klimakrise sind bereits zu spüren. Schon jetzt sterben Menschen. Die ersten extrem drastischen Folgen dieses Worst-Case-Szenario werden wir noch erleben und bereits unsere Kinder werden einen Großteil der Wucht zu spüren bekommen.
  3. Um dieses Worst-Case-Szenario zu verhindern muss die Zunahme von CO2-Äquivalenten in der Atmosphäre (CO2e) sofort gestoppt werden und in vergleichsweise kurzer Zeit reduziert und innerhalb von wenigen Jahren auf Null gebracht werden. Ich leg mich jetzt hier nicht auf Jahres- oder Gradzahlen fest, das ist im wesentlichen Statistik. Wichtig ist nur: Je schneller das geht um so größer ist die Chance das Worst-Case-Szenario zu verhindern.
  4. Es gibt keine Möglichkeit BIP-Wachstum global und langfristig von den CO2e zu entkoppeln.
  5. Das Pariser Klimaabkommen hat sicherlich viele Schwächen und ist alles andere als perfekt, aber die Zielrichtung ist schon im Prinzip richtig. Diese Ziele einzuhalten ist also Mindestvoraussetzung jeder Lösung des Problems.

Wenn man diese Voraussetzungen annimmt, dann folgt daraus außerdem direkt für jede denkbare Lösung des Problems:

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Gesellschaft nach dem Geld – Den Commonismus simulieren

Annette, Stefan und ich sind ja in diesem großartigen Projekt ‚Gesellschaft nach dem Geld‘ tätig, indem wir mit tollen Leuten (es macht wirklich sehr viel Spaß 🙂 ) versuchen den Commonismus mathematisch mit Agency Based Modelling (ABM) zu simulieren. Das ist etwas seltsam, aber auch sehr spannend. Bei der Soziologiekonferenz „The Great Transformation“ konnnten wir unser Projekt vorstellen. Hier findet ihr nun alle Vorträge und Folien. Die von Stefan pack ich nochmal extra hier rein:

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Vortrag zu Commonismus

Diesen Vortrag hab ich letzte Woche in Dießen am Ammersee gehalten habe. Den Vortrag könnt ihr hier anhören. Und die Folien gibt es da.

Nationalismus (III): Das notwendige Scheitern des nationalen Versprechens …

Das Versprechen einer konkreten Allgemeinheit des Staates ist innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise Ideologie.[1] Der kapitalistische Staat bedarf der Verwertung und ist damit unhintergehbar parteiisch. Doch selbst wenn der Staat in seiner Souveränität zu sich selbst kommen würde, wäre die konkrete Allgemeinheit nicht möglich. Das Argument würde den Rahmen dieses Essays sprengen, so möchte ich nur ein Moment des Arguments notwendig verkürzend darstellen.

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Nationalismus (II): Nation und Demokratie

Rousseaus Vorstellungen eines volonté générale scheinen kaum Widerspruch zum nationalen Traum zu kennen: Die Vielheit des demos findet in einem Gemeinwillen Ausdruck. Die bloße, empirische Summe der Partikularwillen als volonté de tous wird durch den volonté générale überschritten und aufgehoben. „Die in jedem Sonderwillen enthalten Komponenten des Allgemeininteresses [werden] herausgefiltert und zum Gemeinwillen verdichtet“ (Schmidt 2010: 87). Zusätzlich gibt es in manchen Erklärung von Rousseau wohl eine Nähe zu der imaginierten prä-politischen Natürlichkeit des Volkes in dem prä-politischen Charakter des Gemeinwillens, denn: „lange Debatten jedoch, Meinungsverschiedenheiten, Unruhe zeigen das Emporkommen der Sonderinteressen und der Niedergang des Staates an“ (Rousseau, Gesellschaftsvertrag IV: 2, zit. nach Schmidt 2010: 88f). Nicht schwer fällt die Vorstellung, dass ein natürliches Volk seinen natürlichen Willen ausdrückt. Auch das Staat und Gesellschaft hier als Einheit auftreten und eine formell unbeschränkte Souveränität verlangt wird, öffnet den möglichen Schulterschluss mit dem autoritären Nationalismus. Rousseaus volonté generale scheint national-autoritäre Ideologie.

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