Kategorie: Medientipp

Besondere Umstände, Teil 8

Antje Schrupp und ich haben mal wieder gepodcastet. Unter anderem ging es um die Frage, warum Antje unseren Blog anstrengend findet und auch ein bisschen um meinen letzten Artikel hier und um andere keimförmige Themen.

Commons-Buch komplett online

Das Commons-BuchDas Commons-Buch, das im Transcript-Verlag erschienen ist, war von Anbeginn auf der Seite des Verlags auch als PDF herunterzuladen (unter dem Punkt »open access«) — kostenlos unter den Bedingungen der CC-Copyleft-Lizenz. Diese Einladung hat ein Leser angenommen und alle Beiträge in Webseiten umgewandelt und unter »Die Welt der Commons« zur Verfügung gestellt. Super! Alle Beiträge können jetzt nicht nur einzeln verlinkt, sondern dort auch kommentiert werden. »Beigetragen und uns zurückgeschenkt«, wie Silke Helfrich schrieb.

Hingewiesen sei an dieser Stelle auch auf die Gedankenwelten, wo Lennstar schon sehr viele Buch-Beiträge rezensiert hat.

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Commons-Sommerschule 2012 Video

Die Filmemacherin Julia Gechter hat die Commons-Sommerschule 2012 filmisch dokumentiert. Das Ergebnis steht nun unter einer Creative Commons Lizenz (by-sa 3.0) online zur Verfügung (vgl. auch ARTE). Auch 2013 wird es eine Commons-Sommerschule geben.

The Pirate Bay – Away From Keyboard

DE: Der Film TPB AFK von Simon Klose hatte bei der Berlinale Offline-Premiere. Im Mittelpunkt stehen die zahlreichen Prozesse gegen die TPB-Gründer. Bevor ihr euch den Film anseht (englische Untertitel), lest die Sicht von Peter Sunde dazu. Er beklagt den zu dunklen Grundton des Films und betont demgegenüber Spaß, Freundschaft und weltweite Unterstützung.

EN: The movie TPB AFK from Simon Klose had its offline premiere at Berlinale Festival. Numerous trials against the TPB-founders are in the center of the film. Before watching the movie (english subtitles), I recommend reading the view of Peter Sunde. He complains about the dark undertone the film has and, in contrast, underlines fun, friendship and worldwide support.

Tipp: »Umkämpftes Copyright«

copy-right-leftSabine Nuss hat seit längerer Zeit mal wieder einen Artikel zum »Copyriot« geschrieben. In ihrem Text »Umkämpftes Copyright. Der Streit um das geistige Eigentum« in den Blättern für deutsche und internationale Politik führt sie zunächst recht ausführlich in die Problematik ein (von ACTA bis zum Urheberrecht), um dann grundsätzlicher das »geistige Eigentum« zu diskutieren. Hier bringt sie auch ihre zentrale These:

Ganz gleichgültig, ob nun in der materiellen oder immateriellen Sphäre, in einer kapitalistisch organisierten Gesellschaft herrscht das Gesetz des Privateigentums: die „künstliche“ Verknappung ist generell notwendige Bedingung für Kapitalverwertung. (…) Die „künstliche“ Verknappung wird im materiellen Feld zumeist nicht als solche wahrgenommen, bzw. ist hier die Annahme vorherrschend, Materielles sei an sich knapp.

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Besondere Umstände 5

Es gibt mal wieder eine Stunde Podcast von Antje und mir. Diesmal über das auch hier zuletzt aufgebrachte Thema Stigmergie, aber auch über Facebook, Macht und Politik, Netzfeminismus.

Keimform is Going Mainstream

Federico Pistono at TEDxVienna: »Robots Will Steal Your Job, but That’s OK«

Ok, no critique of capitalism in its very notion, but on the right track. Quote:

Choose a job you love and you will never have to work a day in your live.

— Confucius

Catastroika

Der durch Spenden finanzierte freie Film Catastroika (Website) zeigt, wie Privatisierung geht — von Russland über Chile und die Treuhand wird der Bogen bis zu Griechenland geschlagen, denn um Griechenland geht es. Und Griechenland ist nicht mehr zu retten, auch wenn jetzt wirklich alles verscherbelt wird, was noch in Staatshand liegt. Zu Wort kommen Slavoj Žižek, Naomi Klein, Luis Sepulveda, Ken Loach, Greg Palast, Dani Rodrik, Alex Callinicos, Ben Fine, Costas Douzinas, Dean Baker.

Was der Film nicht zeigt, ist, warum Privatisierung läuft. So erscheint Neoliberalismus als Ideologie von hintergründigen Drahtziehern, denen fehlinformierte Politiker_innen folgen. Diese Erklärung wird solange ausgerollt, bis den Autor_innen des Films bei der Frage nach der Alternative selbst mulmig wird: Nein, nein, zurück zu alten Verhältnissen der Staatsbetriebe wollten sie nicht. Sondern? Die Arbeiter_innen (»Werktätige« in den deutschen Untertiteln), die sollen die Betriebe kontrollieren. — Okay, aber was ändert das?

Widersprüche und Spannungsfelder in der Praxis aktueller Commons-Netzwerke – am Beispiel Freier Software

Titelbild des Hefts 124 der Widersprüche[Diese per E-Mail geführte Diskussion zwischen Annette Schlemm und mir erschien in der Widersprüche, Heft 124 (Juni 2012), S. 25–31.]

Widersprüche-Redaktion (W.R.): Mit dieser E-Mail-Diskussion würden wir gerne einen Beitrag für das nächste Widersprüche-Heft herstellen, der den Leser_innen einen Eindruck von den widersprüchlichen Entwicklungen alternativer Produktionsweisen – am Beispiel der freien Software – ermöglicht. Könnt Ihr eingangs ein paar Hinweise formulieren, wo Eures Erachtens gegenwärtig die entscheidenden Entwicklungstendenzen in dem Bereich der Commons-Netzwerke liegen.

Annette Schlemm (A.S.): In den letzten 10 Jahren hat sich die Erfahrung des Teilens im Gebrauch von Gütern und der selbstorganisierten Arbeitsteilung in vielen Bereichen verbreitet. Das erste Beispiel dafür war die Freie Software. Das Wichtige daran war nicht der technische Code, sondern die sich entwickelnde Praxis vieler Menschen, sich selbstbestimmt zu koordinieren. Bis dahin war häufig angenommen worden, dass eine von Menschen selbst organisierte Arbeitsteilung, die nicht über die „sachliche Vermittlung“ des Geldes bzw. des Kapitals oder planwirtschaftlich organisiert ist, nur als landwirtschaftlich-handwerklich orientiertes Kommune- bzw. Ökodorfnetzwerk möglich sein könnte, aber nicht global und auch nicht auf der Grundlage hochproduktiver moderner Produktionsmittel. (mehr …)