Kategorie: Medientipp

Solidarische Ökonomie und Commons

Finanz- und Schuldenkrise, Klima-­Krise, Krise der Energieversorgung und Hunger — all dies zeigt: Das Marktsystem ermöglicht keine zukunftsfähige Lebensweise. Krisenlösungen müssen einer anderen Logik folgen als der von Konkurrenz, Profit und Wachstum. Die weltweit bereits praktizierten neuen Wirtschafts- und Lebensweisen zeigen, dass es anders geht: Commons und Solidarische Ökonomie sind zwei der Kernbegriffe für diese Nischen abseits von Markt und Staat. Andreas Exner und Brigitte Kratzwald haben ein Buch zur Einführung in die Diskussion um diese Konzepte geschrieben. Das Buch ist einerseits eine Momentaufnahme der sich rasch entwickelnden theoretischen Diskussion um gesellschaftliche Alternativen, es werden aber auch die grundlegenden historischen und begrifflichen Eckpunkte der Debatte um ein nicht-profitorientiertes Wirtschaften nachgezeichnet.

Bei Radio Agora gibt’s in der Sendung Svet je vas-Die Welt ein Dorf ein Gespräch mit den Autor_innen über das Thema.

Markt-Absurditäten. Heute: Ravioli

Es gibt seeehr viele, die wollen noch viele gute Haare am »Markt« finden. Immerhin gelinge doch die Ressourcen-Allokation, also die Verteilung der Waren an die Stellen, wo sie nachgefragt werden. Und wie das gelingt.  Das zeigt der Film »Ravioli – Träume in Dosen«, heute 23:10 Uhr auf ARTE. Absurditäten in Dosen:

Die Tomaten wachsen in Portugal. In einer Fabrik in der Nähe von Porto werden sie zu Soße verarbeitet. Der Weizen für den Ravioliteig wächst in der Ukraine. Das Fleisch für die Füllung stammt von deutschen Schweinen und Rindern, die allerdings aus Kostengründen nicht in Deutschland geschlachtet werden. Die Tiere werden in polnische Schlachthöfe transportiert. Alle Zutaten kommen in Frankreich zusammen. Dort werden sie zu Ravioli verarbeitet. Ein Spediteur sorgt für den Lkw-Transport der fertigen Ravioli nach Finnland. Und in Finnland gelangen die Ravioli endlich an den Verbraucher.

Grandios, dieser Markt.

Radio-Tipp: Vom Konsumenten zum Prosumenten

Das Radio-Feature »Ihre Meinung ist uns wichtig! Wenn aus Konsumenten Prosumenten werden« von Barbara Eisenmann wird am 14.10.2012 bei NDR-Info (11:05 Uhr) und am 19.10.2012 im DLF (20:10 Uhr) ausgestrahlt. Die Ankündigung klingt interessant:

Das Überleben in den Märkten der Zukunft hänge maßgeblich vom Kunden ab, heißt es in Unternehmenskreisen. Dabei ist nicht seine Kaufkraft allein gemeint, vielmehr sein Wissen, seine Kommunikations- und Kooperationsfähigkeiten.

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Commonismus

Titelbild ABC der Alternativen 2.0[Dieser kleine Einführungsartikel ist im ABC der Alternativen 2.0 erschienen (Hg. Ulrich Brand, Bettina Lösch, Benjamin Opratko und Stefan Thimmel; VSA, Hamburg 2012, S. 50–51).]

Im Kapitalismus ist das Ziel der Produktion der Profit – Firmen wollen Gewinne machen, InvestorInnen ihr Geld vermehren. Grundlage ist das Privateigentum, das einer Person oder Firma umfassende Nutzungs- und Verwertungsrechte an einer Sache einräumt, inklusive des Rechts, alle anderen von der Nutzung der Sache auszuschließen. Chancen auf volle gesellschaftliche Teilhabe haben die meisten Menschen nur, wenn sie eine Firma überzeugen können, dass diese ihre Arbeitskraft profitabel einsetzen kann.

Dies jedoch ist schwierig, weil man dabei gegen die anderen konkurrieren muss, die dasselbe wollen. (mehr …)

Besondere Umstände 3

Es gibt mal wieder eine Folge des Podcasts Besondere Umstände mit Antje Schrupp und mir. Diesmal geht es wieder viel um keimformrelevante Themen.

Das Feature: »Jenseits von Markt und Staat«

TIPP: Heute abend mal Radio anschalten, und zwar den Deutschlandfunk um 19:15 Uhr. Dann wird dort nämlich das Feature »Jenseits von Markt und Staat — Begegnungen in der Allmende« gesendet. Dagmar Scholle, die das Feature produziert hat, war mit bei der Commons-Sommerschule dabei. Ich bin gespannt.

Weitere Beiträge von der Sommerschule gibt’s demnächst an dieser Stelle 🙂

Einführung in die »Grundlegung der Psychologie«

Auf der Ferienuni Kritische Psychologie werde ich einen vierteiligen Einführungsvortrag (mit anschließendem Tutorium) zur »Grundlegung der Psychologie« geben. Die GdP, wie das Buch gerne abgekürzt wird, ist das Hauptwerk von Klaus Holzkamp, mit dem er wesentliche Theoriegrundlagen der Kritischen Psychologie formulierte.

Die Einführung stützt sich auf eine Online-Artikelserie, die ich nun in überarbeiteter Form auch als Buch herausgebracht habe. Artikelserie und Buch habe ich geschrieben, weil nach meiner Erfahrung die GdP für Einsteiger*innen schwer zu lesen ist. Gleichzeitig kann sich das Werk von der Bedeutung her mit dem Kapital von Karl Marx messen — nur auf dem Gebiet der Subjekttheorie. Aber auch das Kapital ist ja nicht so einfach zu erschließen.

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Living by Sharing

Craigslist Joe is a documentary film produced by Zach Galifianakis that follows filmmaker Joseph Garner for 31 days and nights as he tries to find everything he needs off of Craigslist. Today the movie starts in theaters in the US. Here’s the trailer:

Subversives Gelächter – Hacker, Ethik und der virtuelle Kampf gegen Repräsentation und Warenform

Das Argument, Nr. 297[Der folgende Artikel ist in der aktuellen Argument-Ausgabe 297 erschienen (Inhaltsverzeichnis). Auch als PDF verfügbar.]

Ein harter Schlag gegen die Spaßguerilla?

Anfang März 2012 wurden in England, Irland und den USA fünf junge Männer verhaftet, die in Verdacht stehen, der kurzlebigen Hackergruppe LulzSec angehört zu haben. Wie anschließend herauskam, hatte das FBI schon im vorigen Sommer den mutmaßlichen Leiter der Gruppe festgenommen, dies aber geheimgehalten. Dem FBI gelang es, den jungen New Yorker „umzudrehen“ – anscheinend mit der Drohung, er müsse sonst ins Gefängnis und seine Kinder würden im Waisenhaus landen –, sodass er bei der Enttarnung der weiteren Gruppenmitglieder half.

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Piratiger Urheberrechtsdialog

Die PIRATEN haben einen Urheberrechtsdialog organisiert. Gespräche fanden zu verschiedenen Themen rund um das Urheberrecht mit verschiedenen Interessengruppen und Interessierten statt. Ich hatte die Gelegenheit Silke Helfrich zum Thema »Creative Commons« zu vertreten. Mir ging es darum, Creative Commons als ein Aspekt einer viel breiteren Thematik der Commons in den Blick zu nehmen.

In der ersten Hälfte wurde viel über Geld und Business geredet  bis alle feststellten, es werde eben darüber zu viel geredet, weswegen das eigentliche Anliegen von Creative Commons und der Commons allgemein immer wieder verschüttet werden würde. Die zweite Hälfte des Gespräch drehte sich also etwas mehr um die generellen Aspekte, die mit dem Commons-Konzept verbunden sind. Davon ist aber im »Resümee« (beim 18. Juni 2012 gucken) nichts mehr zu lesen. Wer’s selber nachsehen will, kann ab etwa 1:19:14 einsteigen. Wer sich die kompletten fast drei Stunden antun will, hier:

Alle anderen Dialoge finden sich bei Piratorama im Archiv.