Vier Jahr nach Erscheinen von »Freie Netze. Freies Wissen« erscheint mit „Freiheit vor Ort: Handbuch kommunale Netzpolitik“ (2011, Open Source Press) ein Upgrade, das die Erfahrungen nach dem ersten Buch ausbaut und verallgemeinert. Fünf der ursprünglichen Kapitel wurden aktualisiert bzw. teilweise grundlegend überarbeitet und mit drei neu verfassten Kapiteln zu Öffentlichem Raum im Netz, dem Web als Kompetenz- und Forschungsfeld und Open Goverment Data sowie insgesamt elf neuen Interviews ergänzt. Ebenfalls finden sich wieder konkrete Projektvorschläge zur Umsetzung auf kommunaler Ebene im Buch. Das Buch gibt’s zu kaufen und ist auch als eBook (PDF) unter einer Creative-Commons-Lizenz erschienen. [via]
Autor: Stefan Meretz
Gutes Leben mit Ecommony
[aus: Streifzüge Nr. 51]
Von Friederike Habermann
Es sind Hunderte. Hunderte Taxis in der Schlange am Berliner Flughafen Tegel. Und Hunderte Menschen, die ihr Leben darin vergeuden, denn es wird ewig dauern, bis die letzten einen Fahrgast ergattert haben, um nach einigen Kilometern sich hier oder woanders wieder anzustellen. Ist das die Effizienz, ist das die Selbstverwirklichung im Kapitalismus?
Wer gerade nicht von Tegel fliegt, kann durch die Straßen bei sich um die Ecke bummeln und auf die sich stets wiederholenden Friseursalons, Apotheken, Drogerien oder Supermärkte achten – mit sich stets ausweitenden Öffnungszeiten selbstverständlich. Wenn im Kapitalismus Zeit als Geld gilt: Warum wird dann die Lebenszeit so vieler der hier Angestellten oder Kleinselbständigen aus dem Fenster geworfen?
Open Design City
Schöner Bericht von Annette über einen Besuch in einer Offenen Werkstatt im Betahaus Berlin. Die große Bedeutung des offenen Designs und der offenen Herstellung fasst sie so zusammen:
Historisch gesehen können sich nur in einer solchen Produktionsweise die kreativen und produktiven Bedürfnisse und Fähigkeiten der Menschen voll entfalten, so dass diese Produktionsweise das Potential hat, eine wesentlich höhere Produktivität zu entfalten als die bisherigen vorkapitalistischen und kapitalistischen oder auch realsozialistischen zwangs- und herrschaftsförmigen Produktionsweisen. Das Ergebnis der Produktivität ist dann gerade nicht nur ein großer Ausstoß von Gütern pro Zeiteinheit – sondern die Entfaltung der beteiligten Menschen in ihrem ganzen Bedürfnis- und Fähigkeitsspektrum.
Das ist der Punkt! Mehr lesen drüben…
InkriTpedia
Es ist gut versteckt, aber Dank eines Hinweises von Annette habe ich sie gefunden — die InkriTpedia. Noch eine XYZpedia? Ja, aber eine ganz besondere:
InkriTpedia ist das Online-Wiki des seit 1994 unter dem Dach des Berliner Instituts für kritische Theorie (InkriT) erscheinenden Historisch-kritischen Wörterbuch des Marxismus (HKWM).
InkriTpedia ist tatsächlich durchaus eine inhaltliche Konkurrenz zur Wikipedia, die ja tatsächlich im Bereich der Gesellschaftswissenschaften ziemlich schwach ist. Und kein NPOV, kein neutraler Standpunkt, sondern ein parteiischer, aber durchaus ein pluraler. Naturgemäß passen mir folglich inhaltlich auch diese oder jene Einträge nicht. Aber das ist ok, zu Lernen gibt’s auf jeden Fall immer etwas.
Commons, Common Wealth, Commonismus
Die Zeitschrift »Wildcat« hat in ihrer Nr. 88 das Thema »Commons« als Schwerpunkt. Ist schon wieder ein paar Monate her, es lohnt sich aber dennoch, in die Artikel zu schauen.
Der Artikel »Heiße Kartoffel« leitet mit einem Überblick den Schwerpunkt ein. Darin findet sich u.a. diese Kritik:
Theoretisch…machen die open source-Aktivisten mit ihrer Unterscheidung von Informationen und anderen Waren einen klassischen Fehler: sie unterstellen, dass das Eigentum an materiellen Gütern kein den Gütern äußerliches soziales Verhältnis ist, sondern ihrer »Natur« entspreche. Eigentum ist ein Verhältnis zwischen Menschen, nicht zwischen Dingen und Menschen. Es hat den gleichen ausschließenden Charakter, egal ob es um materielle oder immaterielle Güter geht. Aber ist das ein Kardinalfehler, der geradezu den »Erfolg« der open source-Bewegung erklärt?
Die Kritik ist nur zu unterstreichen — nur machen das die »open source-Aktivisten« tatsächlich (mal abgesehen vom gleichmachenden »die«)? Also ich habe es explizit so noch nicht gehört. Mir scheint es eher generell so zu sein, dass bei denjenigen, die überhaupt über das »Eigentum« nachdenken, dieses nicht als soziales Verhältnis begriffen, sondern fälschlicher Weise als Verhältnis zwischen Menschen und Dingen angesehen wird. Insofern ist die Kritik berechtigt, hat nur nicht notwendig mit »Open Source« zu tun, was gar noch ihren Erfolg begründe.
Four Years of Factor E Farm
After some crisis at Factor E Farm, now in their fourth year of existence they reported a big step forward in buildung the Global Village Construction Set (GVCS).
[via]
Interview zur »Zeitgeist«-Bewegung
Nikola Winter, Pflanzengenetikerin, lebt in Wien und ist zur Zeit ein aktives Mitglied in der »Zeitgeist«-Bewegung. Das folgende Interview wurde per E-Mail geführt.
Was ist »Zeitgeist«?
Wikipedia weiß: »Zeitgeist ist das generelle kulturelle, intellektuelle, ethische, spirituelle und weltanschauliche Klima innerhalb einer Gesellschaft. Zeitgeist beschreibt die Atmosphäre, die Moral, die soziokulturelle Ausrichtung und die Stimmung einer Epoche.«
Mit Commons anders sehen
Die Bundeskoordination Internationalismus (BUKO) hat einen interessanten Text zum »Zwischenstand der Diskussion« über die Commons veröffentlicht. Dieser Text versteht sich nicht als Positionierung des BUKO, sondern als Zusamenfassung der bisherigen Diskussion (u.a. vom letzten BUKO-Kongress, vgl. dazu auch meinen Beitrag).
Hier nun der BUKO-Diskussionsbeitrag zu den Commons. (mehr …)
If you can’t fix it, you don’t own it

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CONTRASTE-Schwerpunkt »Kritische Psychologie«
Die Ausgabe 318 vom März 2011 der »CONTRASTE – Monatszeitschrift für Selbstorganisation« ist mit einem Themen-Schwerpunkt »Kritische Psychologie« erschienen. Die Schwerpunkt-Artikel wurden außerdem zu einer Sonderausgabe zusammengestellt, die komplett als Download verfügbar ist: kp-contraste-2011.pdf
Die Artikel in der HTML-Darstellung enthalten nur die Texte (Links auf die Seite kritische-psychologie.de):
- Uli Frank: Kritische Psychologie: Eine Psychologie von »je mir«
- Stefan Meretz: Einstieg: Was ist Kritische Psychologie?
- Leoni Breuer, Moritz Thede Eckart, Leonie Knebel, Marcel Thiel: Aneignungsschwierigkeiten: Wege zur Kritischen Psychologie
- Grete Erckmann, Michael Zander: Praxisforschung: Widersprüche in Therapie und Beratung
- Annette Schlemm: Emanzipatorische Bewegungen: Ent-Unterwerfung denken und praktizieren