Autor: Stefan Meretz

Die soziale Steuerung von Open Source (Teil 1)

Quelle: Shareble, aus dem Englischen übertragen von Stefan Meretz und Christian Siefkes. Einige Begriffe haben im Deutschen keine direkte Entsprechung. Der Begriff „governance“ umfasst allgemein die Art und Weise der sozialen Regelung und Steuerung von Organisationseinheiten, im Falle der Peer-Produktion von Communities. Hier wird die lange Fassung „soziale Regelung und Steuerung“ oder abkürzend „soziale Steuerung“ oder einfach nur „Steuerung“ verwendet.

George Dafermos im Interview

Während der Begriff der Peer-Produktion nach den Pionierarbeiten von Yochai Benkler und dem offensichtlichen Erfolg von Open-Source-Software wohl bekannt ist, ist die soziale Regelung und Steuerung dieser Communities in weit geringerem Maße Gegenstand von Debatten und Studien. Doch die Untersuchung der sozialen Steuerungsmechanismen ist wesentlich, da es keine wirkliche Peer-Produktion geben kann, wenn die Verteilung der Ressourcen nicht Ergebnis der sozialen Beziehungen selbst ist, sondern von kommerziellen Interessen und Herrschaft bestimmt wird. Tatsächlich treten viele kommerziell getriebene und gemanagte Projekte als Open Source auf, aber wenn sie auf klassische Weise gemanagt werden, ist das Potenzial für soziale Veränderungen ziemlich begrenzt. George Dafermos von der Technischen Universität Delft ist einer der wenigen Forscher, der sich auf die soziale Regelung und Steuerung von Communities Freier Software spezialisiert und klarere Kriterien für echte Peer-Produktion vorgeschlagen hat.

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Will Capitalism Survive »Value Abundance«?

Michel Bauwens, founder of the P2P-Foundation, wrote a great article on Al Jazeera website on the expansion of sharing economy and peer production — and the problems for capitalism it causes.

The headline taken from Bauwens article is somewhat vague, because it is not clear what type of value is meant there. In the text he distinguishes between use value and exchange or monetary value. He explains, that the more use value is produced by way of open source and peer production, the more exchange value has been removed from the market:

Thus, the open-source economy destroys more proprietary software value than it replaces. Even as it creates an explosion of use value, its monetary value decreases.

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Android befreien!

FSF, FSFE und der FoeBuD haben eine Kampagne zur Befreiung des Smartphone-Systems Android von proprietären Apps gestartet. Während Android als weitgehend frei eingeschätzt wird, ist dies bei vielen Programmen im Android-Market nicht der Fall, auch wenn diese kostenlos sind. Das Ziel wird daher so definiert:

Diese Kampagne kann Ihnen helfen, die Kontrolle über Ihr Android-Gerät und Ihre Daten zurück zu gewinnen. Sie sammelt Informationen über einen möglichst freien Android-Betrieb und will die Erkenntnisse in diesem Bereich koordinieren.

Nur wenn die Software frei ist, können die Quelle von unabhängiger Seite unter die Lupe genommen werden. Bislang sind verdeckte Datenübertragungen und Spionagefunktionen nur zufällig ans Licht gekommen. Kontrolle heißt, reingucken können (auch wenn man das nicht selber macht) und sicher zu sein, dass das so bleibt.

Ob sich die Entwickler_innen von Apps massenhaft überzeugen lassen, ihre Apps frei zu geben? Dazu gab’s auch hier schon mal eine Diskussion. Immerhin gibt’s schon ein Repository für freie Apps. Unabhängig davon, kann man noch einiges anderes tun.

Aus der Dreckige-Wäsche-Kiste

Manchmal scheitern Projekte kaum dass sie angefangen haben. Zum Beispiel das Oekonux-Spinoff-Projekt und Online-Journal Critical Studies in Peer Production (CSPP). Es sollte ein wissenschaftliches Open-Access-Journal werden. Das Peer-Review sollte transparent ablaufen, eine öffentliche Mailingliste sollte der Ort sein, an dem organisatorische Fragen geregelt werden. Mit anderen Worten: Die Prinzipien der Peer-Produktion sollten auch für das Journal selbst gelten. Klingt logisch.

Im Streit darüber, was »offen« tatsächlich heißt, ist das Projekt gescheitert.

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There is no infinite growth

The following animation describes why capitalism with its infinite growth model will collapse. It presents many data in an easily comprehensible way (including such complex things like EROEI). The conclusion is quite desillusioning. [credit] [script] [via]

Bedürfnisse und Interessen

Guido fragt in einem Kommentar zum Artikel »SOPA, ACTA, Urheberrecht = Marktwirtschaft«, warum sich denn nicht eine politische Partei, etwa die Partei Die Linke (PDL) finden sollte, die für das freie Tauschen eintritt, was einem Ende des Urheberrechts gleichkäme: »Es ist doch im Interesse der User, unbehelligt alles tauschen zu können«. Eine gute Frage, wie ich finde. Sie lässt sich nicht so einfach beantworten, deswegen versuche ich es (mal wieder) grundsätzlicher.

Ich finde es wichtig, zwischen Bedürfnissen und Interessen zu unterscheiden.

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Grundkurs »Marktwirtschaft«

Lothar Galow-Bergemann hat am passenden Ort (im Karl-Marx-Haus in Trier) einen Vortrag gehalten, der den Titel trägt »Warum kann die Politik die Misere der Wirtschaft nicht stoppen?« Zwar geht der Referent auch auf »die Politik« ein, aber das eigentlich nur am Rande. Der größte Teil des Vortrag ist eine sehr verständliche Einführung in die Marktwirtschaft (aka Kapitalismus).

Hier anhören (54:36 Minuten):

[audio:http://freie-radios.net/mp3/20111029-warumkannd-43934.mp3]

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Wikispeed — verteiltes Autobauen

Wikispeed ist ein Autobau-Projekt. Nicht ein lang erwartetes erfolgreiches Open-Source-Car (oder TREV oder C,mm,n), sondern das potenzielle Killerprojekt für die Autoindustrie wie wir sie heute kennen. Wikispeed baut Autos in verteilten Teams (über 100 Mitglieder in 10 Ländern) nach Methoden, für die vor allem die Stichworte lean, agil und scrum stehen. Wikispeed-Gründer Joe Justice bei TEDx (englisch):

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SOPA, ACTA, Urheberrecht = Marktwirtschaft

SPONs Konrad Lischka wirft sich in die Bresche:

Wer die Markwirtschaft (sic!) akzeptiert, aber Urhebern das Recht aufs Wirtschaften abspricht, ist ein Heuchler.

Er hat ja sowas von recht. Allerdings ganz anders als er denkt.

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ACTA kicken

Ihr fragt euch, was das ACTA-Ding eigentlich soll? Was dahintersteckt und welche Konsequenzen es hat? Und warum man dagegen am 11.2.2012 weltweit auf die Straße gehen soll? Dann guckt euch hier die deutsche Fassung eines Anonymous-Videos an:

Links: Medikamentenkampagne, Digitale Gesellschaft, Stopp ACTA, AVAAZ, Stop ACTA Berlin, KillACTA

[Update] Das Video bezieht sich noch auf die ursprüngliche ACTA-Fassung (wird auch am Anfang kurz eingeblendet), die inzwischen etwas entschärft wurde. Das reicht aber nicht: ACTA muss ganz vom Tisch.

[Update] Deutschland will ACTA »vorerst« nicht unterzeichnen. VORERST, der übliche Trick. Nee, ACTA muss komplett zurückgezogen werden.

[Update] Cooler Protest