(Voriger Artikel: Neoliberaler Kapitalismus)
Der autoritär-chauvinistische Kapitalismus unterscheidet sich vom neoliberalen durch eine andere Schwerpunktsetzung: Er schreibt der Politik, dem Staat die primäre Rolle dabei zu, die Dinge so einzurichten, wie sie sein sollen, während dem Neoliberalismus zufolge die Politik sich vornehm zurückzuhalten hat (zumindest in der Theorie), da weitestgehend unregulierte Märkte von sich aus für die beste aller Welten sorgen würden. Auch im autoritären Kapitalismus bestimmen Marktwirtschaft und Konkurrenz zwischen Firmen die wirtschaftlichen Verhältnisse, aber der Glaube an die Selbstheilungskräfte des Marktes ist hier weniger ausgeprägt. Stattdessen greift die Politik ordnend und gestaltend ein und entsprechend wichtig ist es, die je eigenen Interessen gegenüber der Politik erfolgreich zu propagieren und als die wichtigsten durchzusetzen.


Wo man hinblickt: Die Regression greift um sich, mit der Wahl Trumps als kurzzeitigem Höhepunkt. Der Nährboden dieser Entwicklung ist das Ressentiment (d.h. der Rassismus, Sexismus usw.). Die Ökonomie ist nur der Auslöser dieser Reflexe. Deshalb werden wir dem Problem mit einem Anti-Kapitalismus nur sehr begrenzt beikommen: Was die Querfronten allerorten belegen. Eine Krise würde diese Regression nur verstärken. Was wir also brauchen ist ein radikal anti-diskriminierende Politik zur Verteidigung der Offenen Gesellschaft als Grundlage für eine progressive Aufhebung des Kapitalismus.

