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Von Solidarischer Imkerei, Betriebsbesetzungen und Transformation

Was wir aus der Praxis einer Solidarischen Imkerei und den Versuchen von Betriebsbesetzungen in Krisenzeiten über Transformationsstrategien lernen können.

Eigentlich sollte dieser Text lediglich eine Praxisreflexion unserer mehrjährigen Versuche werden, eine Imkerei solidarisch d.h. commonistisch zu organisieren. Im Schreiben knüpften die Herausforderungen, die uns dabei begegneten, dann aber an die allgemeineren Debatten rund um die Transformationen hin zu einer commonistischen Gesellschaft an, die wir im Umfeld des Keimform-Blogs und des Commons-Instituts führen. In diesem Sinne ist dieser Text aus meiner Perspektive ein gutes Beispiel dafür, wie die Reflexion der eigenen Commons-Praxis und die Abstrahierung bzw. Verallgemeinerung der dabei auftretenden Herausforderungen für eine allgemeinere Transformation-Theorie erkenntnisleitend sein können. Aber beginnen wir von vorn.

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Geldfreie Produktion (1): Subsistenz, Zentralplanung, Commons

Demonetize-Logo mit Fragezeichen(Voriger Artikel: Verteilung ohne Geld?)

[Dieser Text entstand im Rahmen des von der Volkswagenstiftung geförderten Forschungsprojekts Die Gesellschaft nach dem Geld.]

Produktion verstehe ich in einer umfassenden Weise, die in Anlehnung an Dalton (1971: 25) den Versorgungsprozess mit notwendigen und gewünschten Tätigkeiten und Gütern umfasst. Zuhause essen kochen oder die Kinder ins Bett bringen ist in diesem Sinne ebenso Produktion wie das Installieren einer Software auf einem Computer oder die Herstellung des Computer.

Bei der Frage, wie produziert wird, ist zunächst zwischen Produktion für den erweiterten Eigenbedarf und Produktion für allgemeine andere zu unterscheiden. Mit „erweitertem Eigenbedarf“ ist dabei die Produktion für sich selber ebenso wie für Verwandte und Bekannte gemeint – für Personen, zu denen eine persönliche Beziehung besteht. Wenn ich für mich oder meine Familie Essen koche oder einem Freund das Fahrrad repariere, ist das erweiterter Eigenbedarf; baue ich ein Bett oder einen Computer zusammen, ohne zu wissen, wer diese später nutzen wird, ist das Produktion für allgemeine andere. (mehr …)

Commons Associations

By Christian Siefkes, Johannes Euler, Gunter Kramp and Nikolas Kichler

Logo of the Commons InstituteAn idea for unifying commons-based projects in a self-organised solidarity economy that’s easy and convenient to join

[This article is also available in PDF format. / Diesen Artikel gibt es auch auf Deutsch.]

The ideas presented in this document are based on an open space session that took place in April 2016 during the spring meeting of the German Commons Institute. The session was initiated by Gunter; further participants were Britta, Christian, Hannes, Nikolas, Sarah, and Sunna.

This document has been written by Christian, Hannes, Gunter, and Nikolas together with Stefan T. It has been translated by Justin and Christian.

Context: Which Problems Are We Trying to Solve?

There are various intentional communities that practice a shared economy (e.g. Twin Oaks in the US or Niederkaufungen in Germany). However, few people are attracted to living in such communities and the barriers to entry are high. Reasons for this include the necessity of sharing so many spheres of life with the same group of people, often causing long and tedious discussions. (A new community member described the experience as “like getting married to 70 people at the same time.”)

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Commonsverbünde

Von Christian Siefkes, Johannes Euler, Gunter Kramp und Nikolas Kichler

Logo des Commons-InstitutsEine Idee für die Verbindung von commonsbasierten Projekten zu einer gemeinsamen solidarisch-selbstorganisierten Ökonomie, die das Mitmachen erleichtert

[Diesen Artikel gibt es auch als PDF. / This article is also available in English.]

Die in diesem Dokument dargestellten Ideen entstammen einer Open-Space-Session, die am 23. April 2016 in Hiddinghausen im Rahmen des Frühjahrstreffens des Commons-Instituts stattfand. Initiiert wurde die Session von Gunter, weitere Teilnehmende waren Britta, Christian, Hannes, Nikolas, Sarah, Sunna.

Diese Dokumentation wurde erstellt von Christian, Hannes, Gunter und Nikolas unter Mitwirkung von Stefan T.

Kontext und Problembeschreibung

Es gibt diverse Kommunen mit gemeinsamer Ökonomie (z.B. Niederkaufungen, Twin Oaks), aber das Leben in solchen Kommunen ist nur für recht wenige Menschen attraktiv und die Einstiegshürden sind hoch. Das liegt unter anderem daran, dass in einer Kommune sehr viele Lebensbereiche mit derselben Gruppe (in unterschiedlichen Konstellationen) geteilt und gestaltet werden, dass man sich oft genau untereinander abstimmen und dass vieles ausdiskutiert werden muss. (Erkenntnis eines neuen Kommunarden: „Das ist wie 70 Leute gleichzeitig zu heiraten.“)

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Bonn: Commons-Veranstaltung

bonn-commons-veranstaltung

Ökologie-Referat AStA Uni Bonn & Commons-Institut

3. Mai 2016, 20:00 Uhr, Hauptgebäude Uni Bonn, HS 17

In der jüngeren Vergangenheit können wir lokal und global vernetzte Projekte beobachten, von denen jede*r zumindest einige kennt, sie nutzt oder zu ihnen beiträgt: Wikipedia, Freie Soft- und Hardware, Gemeinschaftsgärten, Solidarische Landwirtschaft, Repair Cafés, Leih- und Umsonst-Läden und so genannte FabLabs sind nur einige Beispiele von Projekten, die versuchen etwas anders zu machen. Aber was machen sie anders und wie? Was sind die Gemeinsamkeiten dieser so unterschiedlichen Projekte und steckt in Ihnen etwas emanzipatorisches?

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„Solidarische“ als „Nicht-Kommerzielle“ Landwirtschaft

[alle Texte der Broschüre „ich tausch nicht mehr – ich will mein Leben zurück“]Cover der Broschüre "ich tausch nicht mehr - ich will mein Leben zurück"

Jeder nach seinen Fähigkeiten,
jedem nach seinen Bedürfnissen!

Karl MarxKritik des Gothaer Programms

Unser Projekt [1]

Die CSA Freudenthal [2] ist ein jährlich wechselndes Kollektiv von bisher 5–7 „Gärtner*Innen“, das mit einer Gruppe von ca. 90 Personen, den „Begärtnerten“ eine Gemeinschaft bildet, die durch die Bearbeitung von knapp 1,5 ha Ackerfläche im nordhessischen Witzenhausen-Freudenthal ganzjährig mit Gemüse voll versorgt wird. Es besteht nun seit gut 4 Jahren und ist beständig gewachsen.

Wann und wie viel die Gärtner*Innen in diesem Projekt arbeiten; nein besser, tätig sein wollen, wird von jeder*m einzelnen selbstverantwortlich und je nach Bedürfnissen (flexibel) festgelegt und im Kollektiv vereinbart. Der Teil der finanziellen Bedürfnisse, der über das Projekt befriedigt werden soll, wird weitgehend unabhängig von dieser Tätigkeitszeit bestimmt. Es gibt also einen Bedarfslohn, der mit den laufenden Betriebskosten (inkl. Abschreibungen für Investitionen) zu den Gesamtkosten, dem sogenannten „Budget“ einer Jahresproduktion zusammengerechnet wird.

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SoliLa! Gutes Essen für Alle – und zwar umsonst!

[alle Texte der Broschüre „ich tausch nicht mehr – ich will mein Leben zurück“]

Cover der Broschüre "ich tausch nicht mehr - ich will mein Leben zurück"SoliLa! steht für Solidarisch Landwirtschaften! und ist ein Kollektiv, das aus einer Landbesetzung 2012 in Wien entstand. Unser Anliegen ist es, uns die Gestaltung von Lebensmittelproduktion (wieder)anzueignen und eine antikapitalistische, kleinstrukturierte, solidarische StadtLandwirtschaft aufzubauen. Wir wollen Grün- und landwirtschaftliche Flächen in der Stadt erhalten und einen emanzipatorischen Ort schaffen, an dem der Austausch und die Weitergabe von dissidentem Wissen möglich ist.

Solidarisch Landwirtschaften bedeutet für uns, bedürfnisorientiert, nicht-kommerziell und kollektiv zu arbeiten, die Trennung zwischen Konsumierenden und Produzierenden ein Stück weit aufzubrechen und das geerntete Gemüse all jenen zur Verfügung zu stellen, die es benötigen.

Solidarisch Landwirtschaften heißt für uns auch, bestehende linke autonome Strukturen und Netzwerke in Wien um die selbstbestimmte Produktion von Essen zu bereichern und verschiedene politische Gruppen und Räume mit Gemüse zu versorgen. Diese Saison (2014) zählten zwei Wagenplätze, zwei Hausprojekte, zwei Kost-nix-Läden, ein selbstverwaltetes Café sowie unsere eigenen Mägen zu den un/regelmäßig Abnehmenden.

Im Sinne einer solidarischen StadtLandwirtschaft setzen wir uns außerdem mit stadtpolitischen Fragen auseinander und verstehen uns als Teil der Recht-auf-Stadt-Bewegung ebenso wie der Bewegung für Ernährungssouveränität.

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Solidarische Landwirtschaft, Charity und unbezahlte Arbeit

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Nachdem ich in den letzten Jahren viel auf die Potentiale und Möglichkeiten von Solidarischer Landwirtschaft eingegangen bin1, möchte ich im Folgenden auf einige Zweifel hinweisen, die sich mir in letzter Zeit aufdrängten.

Solidarische Landwirtschaft“ als entpolitisierte Charity – Wohlstand und Reichtum der Mitglieder als limitierender Faktor

Um ihr Budget zu decken ist jede Solidarische Landwirtschaft darauf angewiesen in der alljährlichen Bieter*Innen-Runde genug Geld zusammen zu bekommen. Dieses Geld generiert sich aus den freiwilligen Beiträgen der Mitglieder.

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Inseln im kapitalistischen Meer?

Nicht alle Formen alternativer Landwirtschaft hinterfragen die Eigentumsordnung

[Repost von Social Innovation Network und AKWeb]

Linksalternative Kreise erproben vermehrt Wege aus der industriellen Landwirtschaft. In Abgrenzung zum konventionellen Biolandbau geht es dabei auch um die Reorganisation sozialer Verhältnisse in der Landwirtschaft.

Solidarische Landwirtschaft, Community-Supported Agriculture oder Community-Made Agriculture, Food-Coops und Gemeinschaftsgärten bezeichnen prominente Konzepte und konkrete Organisationstypen, die unter anderem den Anspruch verfolgen, den Bezug zur Produktion von Lebensmitteln sowie zu deren Verteilung neu zu gestalten.

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Solidarische Landwirtschaft – Keimzelle einer neuen Form gemeinschaftlichen Wirtschaftens

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Ein Freund von mir aus der Gemüsekooperative RoteBeete in Leipzig (rotebeete.org) hat das Verhältnis von CSAs oder Solidarische Landwirtschaft zur herrschenden kapitalistischen Vergesellschaftung reflektiert. Hier das Ergebnis. Mehr zu dem Thema findet ihr unter

https://keimform.de/author/jhc/

Ich bin Karl, Gärtner in der solidarischen Gemüsekooperative RoteBeete in Sehlis bei Leipzig. Der Artikel ist der Versuch meine wichtigsten Erfahrungen, Einschätzungen, aber auch Befürchtungen zu der solidarischen Landwirtschaft in Deutschland zu bündeln.

  1. Prinzipien einer solidarischen Landwirtschaft
  2. Warum Solawis keine kapitalistischen Unternehmen sind
  3. Zukunft – Warum die Solawis sich schon jetzt mit möglichen und wahrscheinlichen Bedrohungsszenarien auseinandersetzen sollten

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