Schlagwort: kapitalismuskritik

Exklusionslogik

neues-deutschland[Erschienen in der Kolumne »Krisenstab« im Neuen Deutschland vom 9.12.2013]

Stefan Meretz nimmt die Kapitalismuskritik von Papst Franziskus ernster als der Heilige Vater selbst

»Diese Wirtschaft tötet« – kann man ein vernichtenderes Urteil über den Kapitalismus fällen? In seiner ersten programmatischen Schrift hat Franziskus eine scharfe Kritik formuliert. Nun würden wir erwarten, dass einzelne Auswüchse der heiligen Marktwirtschaft mit viel moralischem Pathos angeprangert werden, doch der Papst wird grundsätzlicher. Alle folgenden Zitate stammen von den Seiten 35 bis 38 aus der »Freude des Evangeliums«.

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Tagung »Aufhebung des Kapitalismus«

Die Marxistische Abendschule Hamburg, Forum für Politik und Kultur, hat mich als Referent zur Tagung »Aufhebung des Kapitalismus — die Ökonomie einer Übergangsgesellschaft« eingeladen. Die Einladung geht zurück auf einen Vortrag zum Bilderverbot, den ich vor einem Jahr in der MASCH hielt. Die Tagung findet vom 15. bis 17. November 2013 in der Uni Hamburg, Hörsaal im ESA-Flügelbau, statt.

Hier der Einladungstext: (mehr …)

Parecon versus Peer-Produktion Teil 3

Contraste-Logo[Aus der Juli/August-2013-Ausgabe der Contraste; Übersetzung: Brigitte Kratzwald.]

Gekürzte deutsche Übersetzung einer Diskussion zwischen Michael Albert und Christian Siefkes. Nachdem in Teil 1 und 2 (CONTRASTE Nr. 342 und 344) über Alberts Konzept PARECON diskutiert wurde, stellt Christian Siefkes im dritten Teil „Peercommony“ vor. Die Antwort von Michael Albert und die Replik von Siefkes folgen im vierten und letzten Teil.

Peercommony – Eine Welt ohne Geld und Zwang

Manche glauben, eine Welt, in der die Produktion von Menschen organisiert wird, die freiwillig und auf gleicher Augenhöhe zum Nutzen aller miteinander kooperieren, sei reine Utopie, weil eine solche Gesellschaft noch nie existiert hat oder weil sie gegen die menschliche Natur sei. Das heißt aber nicht, dass es sie nicht in Zukunft geben könnte und was die „menschliche Natur“ betrifft, so werden Menschen von der Gesellschaft ebenso geformt wie die Gesellschaft von ihnen.

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André Gorz und die Wertkritik

Beim André-Gorz-Kongress am 15./16.2.2013 in Saarbrücken haben Franz Schandl und ich einen Kombi-Vortrag zum Thema »André Gorz und die Wertkritik. Die Aufhebung des Kapitalismus denken« gehalten. Franz Schandl untersuchte die »Antiökonomie bei André Gorz« (Audio: OGG, MP3), während ich mich dem Wissenskommunismus widmete. Hier mein Beitrag als Slidecast (Folien: PDF, ODP; Audio: OGG, MP3):

Meine Eindrücke vom Kongress

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Erinnerung an André Gorz

Vor fünf Jahren starb der Philosoph André Gorz. Der folgende Artikel aus der Berliner Debatte Initial Nr. 3/2012 erinnert an Leben und Werk. Er gliedert sich in zwei Teile. Der erste Abschnitt zeichnet die Entwicklung des philosophischen Werks von André Gorz nach, was im zweiten Abschnitt am Beispiel des Wissenskommunismus vertieft wird.

Fahnder nach „Auswegen aus dem Kapitalismus“ – eine Erinnerung an André Gorz

Von André Häger und Stefan Meretz

André Gorz ist Jahrgang 1923 und erlangte Bekanntheit als Autor zahlreicher sozialphilosophischer Schriften. Seine Geburt ist nun bald neunzig Jahre her, sein Tod fünf. Weshalb an André Gorz erinnern? Als Theoretiker der kapitalistischen Krise und eines ökologischen Jenseits des Kapitalismus ist er aktueller denn je. Viele seiner theoretischen Arbeiten scheinen mit größerem Abstand zu ihrer Entstehungszeit eher an Aktualität zu gewinnen als diese einzubüßen. Das gilt in zweierlei Hinsicht, einer politischen wie theoretischen.

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Widersprüche und Spannungsfelder in der Praxis aktueller Commons-Netzwerke – am Beispiel Freier Software

Titelbild des Hefts 124 der Widersprüche[Diese per E-Mail geführte Diskussion zwischen Annette Schlemm und mir erschien in der Widersprüche, Heft 124 (Juni 2012), S. 25–31.]

Widersprüche-Redaktion (W.R.): Mit dieser E-Mail-Diskussion würden wir gerne einen Beitrag für das nächste Widersprüche-Heft herstellen, der den Leser_innen einen Eindruck von den widersprüchlichen Entwicklungen alternativer Produktionsweisen – am Beispiel der freien Software – ermöglicht. Könnt Ihr eingangs ein paar Hinweise formulieren, wo Eures Erachtens gegenwärtig die entscheidenden Entwicklungstendenzen in dem Bereich der Commons-Netzwerke liegen.

Annette Schlemm (A.S.): In den letzten 10 Jahren hat sich die Erfahrung des Teilens im Gebrauch von Gütern und der selbstorganisierten Arbeitsteilung in vielen Bereichen verbreitet. Das erste Beispiel dafür war die Freie Software. Das Wichtige daran war nicht der technische Code, sondern die sich entwickelnde Praxis vieler Menschen, sich selbstbestimmt zu koordinieren. Bis dahin war häufig angenommen worden, dass eine von Menschen selbst organisierte Arbeitsteilung, die nicht über die „sachliche Vermittlung“ des Geldes bzw. des Kapitals oder planwirtschaftlich organisiert ist, nur als landwirtschaftlich-handwerklich orientiertes Kommune- bzw. Ökodorfnetzwerk möglich sein könnte, aber nicht global und auch nicht auf der Grundlage hochproduktiver moderner Produktionsmittel. (mehr …)

Beyond Digital Plenty (1)

Building Blocks for Physical Peer Production

Journal of Peer Production[Originally published in Journal of Peer Production, Issue #1: Productive Negation, July 2012.]

Summary

Commons-based peer production has produced astonishing amounts of freely usable and shareable information. While that is amazing in itself, many people think that it is all, arguing that peer production flourishes in the digital realms of the Internet—and only there. This would mean that peer production could never be more than a niche phenomenon, since nobody can survive on information alone. This article challenges the conventional viewpoint, arguing that the potential of peer production extends far beyond the digital sphere into the sphere of physical production and that corresponding developments are already under way.

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Commonismus

Titelbild ABC der Alternativen 2.0[Dieser kleine Einführungsartikel ist im ABC der Alternativen 2.0 erschienen (Hg. Ulrich Brand, Bettina Lösch, Benjamin Opratko und Stefan Thimmel; VSA, Hamburg 2012, S. 50–51).]

Im Kapitalismus ist das Ziel der Produktion der Profit – Firmen wollen Gewinne machen, InvestorInnen ihr Geld vermehren. Grundlage ist das Privateigentum, das einer Person oder Firma umfassende Nutzungs- und Verwertungsrechte an einer Sache einräumt, inklusive des Rechts, alle anderen von der Nutzung der Sache auszuschließen. Chancen auf volle gesellschaftliche Teilhabe haben die meisten Menschen nur, wenn sie eine Firma überzeugen können, dass diese ihre Arbeitskraft profitabel einsetzen kann.

Dies jedoch ist schwierig, weil man dabei gegen die anderen konkurrieren muss, die dasselbe wollen. (mehr …)

Der Bayer-Konzern und die Patente

Jan Pehrke von der Coordination gegen Bayer-Gefahren hat in der jungen Welt einen interessanten Artikel zum Verhältnis der Chemie-Industrie zu Patenten geschrieben. Er zeigt darin sehr schön auf, dass in der Aufstiegsphase deutsche Unternehmen fleissig Erkenntnisse und chemische Formeln von englischen Unternehmen »klauten«, um ihre »nachholende Entwicklung« auf den Weg zubringen. In der Aufstiegszeit waren deutsche Unternehmen folglich gegen Patente eingestellt.

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Finanzialisierung der Commons

Am 23.6.2012 war ich zur Sommertagung »Kapitalismuskritik reloaded« der Grünen Akademie in der Heinrich-Böll-Stiftung eingeladen und habe dort folgenden Vortrag gehalten (Slides & Audio):