Mundraub-Handbuch

Über das Projekt Mundraub haben wir bereits berichtet: Commons-Obst — das mundet! Bislang ungenutztes Obst nutzbar machen durch Information über die Fundorte ist die Idee. Die Mundraub-Plattform ist sehr beliebt, aber erreicht damit »nur« die Onliner_innen. Und eine Smartphone-App für unterwegs gibt’s wohl noch nicht.

Jetzt ist ein Mundraub-Handbuch geplant. Über die Kartierung von Fundstellen hinaus soll es im Handbuch einen Erntekalender, eine Bestimmungshilfe für Früchte, Nüsse und Gemüse, rechtliche Aufklärung und Pflegetipps für Obstbäume geben. Alles dies schön illustriert kostet Geld. Deswegen bittet das Projekt die Crowd jetzt um Funding. Die Schwarmfinanzierung funktioniert so: Spender_innen geben Geld. Wird das Spendenziel nicht erreicht, gibt’s das Geld zurück.

Für das Mundraub-Handbuch gibt’s zwar schon viele Spender_innen, aber die Spendensumme ist lange nicht erreicht. Noch sind 35 Tage Zeit.

Ein revolutionäres Minimalprogramm

Seit einigen Monaten wird als eine Konsequenz einer von der Sozialistischen Initiative Berlin-Schöneberg angeregten Organisationsdebatte ein revolutionäres Minimalprogramm erarbeitet. Aus diesem Prozess (1, 2, 3) hat sich inzwischen das Bochumer Programm (PDF) herauskristallisiert. (Dokumentation der aktuellen Diskussion)

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(Post-)Ökonomische Perspektiven im 21. Jahrhundert

Diesen Monat nehme ich mal wieder an zwei einer Veranstaltungen teil. Zunächst am kommenden Samstag, 15. Oktober an einem Workshop Ökonomische Perspektiven II – Utopien und Perspektiven des Bildungskollektiv Biko in Erfurt (siehe Kommentar):

15.10.2011 10–16 Uhr
im Jugendbüro filler, Schillerstr. 44, Erfurt

Ökonomische Perspektiven II – Utopien und Perspektiven

In Zeiten der Krise ist wieder Zeit für Analysen und Perspektiven. Wir wollen einen Teil der Ansätze, Ideen und Projekte, die in der letzten Zeit entwickelt bzw. populär wurden vorstellen und diskutieren. Bei der zweiten Veranstaltung geht es um ökonomische Utopien und Perspektiven. Mit der Peer-Ökonomie wird ein weiterer Ansatz vorgestellt sowie Beispiele und Ideen für praktische Umsetzungen gezeigt. Die angebotenen Modelle werden an ihren eigenen Ansprüchen gemessen.

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Relaunch von gemeingueter.de

Ein Zeit lang war das Gemeingüter-Portal weg vom Schirm, jetzt ist es in neuem Design wieder da. Ich bin daran beteiligt und liefere ab und zu aktuelle Infos zu den Commons, die mir über den Weg laufen. Der Schwerpunkt von gemeinguter.de liegt auf den Hinweisen, während die Artikel auf keimform.de öfter mal Hintergünde beleuchten und Diskussionen befördern (sollen). Außerdem ist für uns das Thema der gesellschaftlichen Emanzipation explizit relevant.

Commons statt Gemeingüter? Ja, im Diskussionprozess der Commoners haben wir entschieden, den Begriff Commons zu verwenden, und nicht mehr zentral den Begriff der Gemeingüter (vgl. zu den Begriffsproblemen). Leider spiegelt sich das nicht durchgehend im Portal wieder, weil die Domain commons.de vergeben ist. Also bleibt es bei »Gemeingüter« im Titel und »Commons« im Untertitel.

Achtung: Frühere RSS-Leser_innen des Portals müssen den Eintrag im Feedreader ändern. Der RSS-Feed hat jetzt die Adresse http://www.gemeingueter.de/?feed=rss2

Musikpiraten: Beweislast muss bei der GEMA liegen

Normalerweise ist es so, dass derjenige, der eine Behauptung aufstellt, diese auch belegen muss, um ihre Gültigkeit zu beweisen. Wie cool ist es dagegen, wenn man eine Behauptung aufstellen kann und diese gilt, solange die anderen nicht bewiesen haben, dass sie nicht zutrifft. In dieser komfortablen Situation ist die GEMA. Solang nicht bewiesen wird, dass ein Werk nicht GEMA-frei ist, gilt es als GEMA-pflichtig. Die GEMA-Vermutung ist Stand der Rechtssprechung.

Das sei ein unhaltbarer Zustand, meinen die Musik-Piraten und fordern eine Rücknahme der Beweislastumkehr. Im bürgerlichen Rechtssystem gilt grundsätzlich, dass derjenige, der eine Rechtsnorm für sich in Anspruch nehmen will, auch die Beweislast trägt. Um die Beweislast wieder zur GEMA zu bekommen, haben die Musikpiraten nun die Operation GEMA-Vermutung gestartet. Sie wollen 64.778 Datensätze GEMA-freier Musiker_innen sammeln, was der Anzahl der GEMA-Mitglieder im letzten Jahr entspricht, um Abschaffung der GEMA-Vermutung zu erreichen.

Vibe — dezentrale und lokale Kurznachrichten

Zur Versendung von Kurznachrichten über Mobilgeräte werden in der Regel zentralisierte Dienste wie Twitter genutzt. Solche Kurznachrichten haben bei der Organisation von Protesten und Aufständen eine wichtige Rolle gespielt, weltweit. Doch zentrale Dienste haben einen gravierenden Nachteil: Der Gegenseite — staatlichen Instanzen oder wem auch immer — wird ein ebenso guter Überblick geliefert wie den Aktivist_innen. Hinzu kommt die Zensuroption. Immer wieder wurden solche Vorwürfe gegen die privaten Dienste erhoben. So würden bestimmte Tags unterdrückt, um sie nicht in den Top-Trends erscheinen zu lassen — etwa im Fall von #wikileaks oder aktuell bei den #occupywallstreet Protesten.

Das Ziel von Vibe ist, (mehr …)

Piraten und Knappheit und Eigentum

Ich geb’s zu: Ich habe letztens in Berlin mit der Zweitstimme die Piraten gewählt. Diese Stimme war aber nur eine halbe Stimme. Wie ich das meine, erkläre ich im folgenden anhand der widersprüchlichen Positionen der Piraten zu Knappheit und Eigentum.

Die Piratenpartei hat in ihren 10 Thesen zur Netzpolitik in der fünften These den Begriff der Knappheit verwendet. Dort heißt es:

Die Güter der materiellen Welt sind begrenzt und erschöpflich. Was der eine Mensch besitzt oder verbraucht, darauf muss der andere verzichten. Immaterielle Güter hingegen können beliebig oft vervielfältigt werden. In der Informationsgesellschaft gibt es keine natürliche Knappheit an immateriellen Gütern. Die Tragödie unserer Zeit besteht jedoch darin, dass mit Gesetzen eine künstliche Verknappung an immateriellen Gütern erzeugt wird.

Das hört sich erstmal gut an, erst beim genauen Hinsehen wird ein zentrales Ideologem der Piraten sichtbar. Worin besteht es?

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keimform.de wieder hergestellt

Nach dem Servereinbruch haben wir nun alle Inhalte wieder hergestellt. Wir sind froh, dass alles wieder einigermaßen läuft. Danke für eure Geduld 🙂

Warum hat es so lange gedauert, bis keimform.de wieder lief?

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Einbruch in Server von keimform.de

Wenn es kommt, dann gleich murphymäßig dicke. Wir waren gerade bei Vorbereitung eines Serverumzugs, als der alte Provider unseren Blog keimform.de per IP-Filter vom Netz nahm. Grund: Der virtuelle Server, auf dem keimform.de läuft, wurde von einem Cracker kompromittiert. Der Blog selbst war vermutlich nicht direkt betroffen, doch wir waren erstmal offline.

Als erste Maßnahme sind wir dabei, den kompletten (virtuellen) Server zu sichern. Bei einem lahmen Internetanschluss dauert das leider immer noch an. Wer im Raum Potsdam / Berlin eine dicke Leitung zur Verfügung hat, schreibe mir bitte. Um keine Risiken einzugehen, haben wir den Blog komplett neu aufgesetzt und alle Passwörter zurückgesetzt.

Aktuell stellen wir euch eine einige Tage alte Version von keimform read-only zur Verfügung.

Wir hoffen, dass wir morgen (29.9.11) im Laufe des fortgeschrittenen Tages wieder mit dem alten Stand und allen Kommentaren online sind.

[Update 29.9.11, 16:20 Uhr] Es sieht so aus, als ob es doch der Freitag werden wird, also der 30.9.11. Die Gründe dafür erklären wir, wenn wir wieder alles komplett haben (für die, die’s dann noch interessiert…).

Commons

Es ist schwer, ein verständliche deutsche Übersetzung für Commons zu finden. Das Wort Gemeingut oder Gemeingüter, was wir auch hier öfter mal als Übersetzung nehmen, ist dafür nicht wirklich gut geeignet, weil es immer wieder die gleichen Verwechselungen hervorruft: »Ein Gemeingut ist ein Gut, das allen gemeinsam gehört«. Das ist zwar nicht völlig falsch, aber so grandios unterbestimmt, dass es dann am Ende doch falsch wird. Warum? Weil ein Commons kein Gut ist, sondern eine soziale Form mit Ressourcen und Gütern umzugehen.

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