Das motivierte Leben

streifzuege61[Kolumne Immaterial World in der Wiener Zeitschrift Streifzüge]

Ein gutes Leben ist eines, dass wir voller Energie und Schöpfungskraft führen können, eines, das uns die Entfaltung unserer Individualität ermöglicht. Ein Leben voller Motivation. Doch wie geht ein „Leben voller Motivation“? Ist Motivation eine Individualtechnik, die jede und jeder erlernen kann? Wie kann ich mich selbst motivieren? So oder ähnlich fragt es uns aus den Ratgeber-Büchern und bunten Blättern heraus, so grundfalsch und so ideologisch.

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„Wo hört Nische auf und fängt Transformation an?“

Christina Kaindl, Caroline Rosenthal, Thomas Lohmeier und Christian Siefkes (zum Vergrößern klicken)[Repost aus dem Onlinemagazin prager frühling. Die sehr umfangreiche aktuelle Ausgabe ist ganz den Commons gewidmet.]

Gespräch mit Caroline Rosenthal, Christina Kaindl und Christian Siefkes

Über das emanzipatorische Potential von Commons und über deren Beschränkungen sprachen wir mit dem Programmier und Publizisten Christian Siefkes, der Psychologin Christina Kaindl sowie Caroline Rosenthal, von Rathausstern Lichtenberg. Die Bürgerinitiative will auf dem Gelände einer ehemaligen Polizeiwache in Berlin-Lichtenberg Wohnraum, einen Stadtteilgarten, Versammlungsräume, ein Nachbarschaftscafé und eine Kita schaffen.

prager frühling: Caroline, du engagierst dich, bei den Rathaussternen. Was ist euer Anliegen?

Caroline Rosenthal: Wir haben den Rathausstern als eine Art Statement, als ein Experiment geplant: Wir wollten ausprobieren, ob Menschen, die das nicht professionell machen, an einem Berliner Liegenschaftsvergabeverfahren teilnehmen können und in den angeblich verbesserten Vergabeverfahren auch wirklich eine Chance haben. Aber wir unterscheiden uns auch von klassischen Hausprojekten. Wir sind da ähnlich wie das Philosophikum …

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E-Mail-Selbstverteidigung

infographic-buttonDie Free Software Foundation (FSF) hat ihre Anleitung zur Einrichtung der E-Mail-Verschlüsselung auf dem eigenen Rechner in sechs Sprachen übersetzt — deutsch ist nun auch dabei. Die Anleitungen unterscheiden sich jeweils nach Linux-, Mac- und Windows-Betriebssystem. Viele Provider werben inzwischen damit, sie würden verschlüsselte E-Mailkommunikation sicherstellen. Doch das betrifft nur zwei Aspekte: Die Kommunikation zwischen dem eigenen Rechner und dem Mail-Service und die Mailweiterleitung zwischen großen deutschen Providern. Mails außerhalb dieser Provider, also insbesondere Mails ins Ausland, werden unverschlüsselt übertragen. Zudem ist unklar, welche Zugriffe die großen deutschen Provider den Sicherheitsdiensten gewähren.

Grund genug, eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung auf allen Rechnern einzurichten. Mach mit! Die Anleitung der FSF nimmt dich an die Hand!

FabLabs, Prothesen und Roboter

ARTE berichtet im Magazin FutureMag über FabLabs, in denen aus Roboter-Händen Handprothesen werden, die statt 60.000€ nur noch 200€ kosten. Dank Open Source.

Mehr zum gezeigten InMoov-Roboter gibt es hier.

Nicht-aufteilbare Arbeiten im Freiwilligenspiel

Lily Braun (gemeinfrei, Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Lily_Braun.jpg)(Voriger Artikel: Vorzüge und Abwandlungen des Freiwilligenspiels)

Das Freiwilligenspiel basiert auf der Grundidee, dass die Menschen die notwendigen und gesellschaftlich gewünschten Tätigkeiten freiwillig und selbstbestimmt untereinander aufteilen. Die benötigten Tätigkeiten werden dabei in öffentlich einsehbaren Listen gesammelt, aus denen sich die Menschen Aufgaben heraussuchen, die ihren Interessen und Fähigkeiten entsprechen. Allerdings gibt es auch Aufgaben, die sich nicht auf diese Weise aufteilen lassen, sondern bei denen von Anfang an klar ist, wer sich dafür zuständig fühlt.

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Unendliche Bedürfnisse?

neues-deutschland[Erschienen in der Kolumne »Krisenstab« im Neuen Deutschland vom 23.6.2014]

Über produktive und sinnlich-vitale Bedürfnisse am Beispiel von Nahrungsmitteln

In der letzten Kolumne wurde die behauptete ewige Knappheit von Gütern als künstlich unverfügbar gemachte Fülle entschlüsselt. Der Knappheitsmythos wird allerdings von einer weiteren Annahme begleitet: Die Bedürfnisse seien unendlich. Das klingt logisch: Wenn die Bedürfnisse immer weiter wachsen, dann können die produzierten Güter nie ausreichen und werden folglich immer knapp sein. Sehen wir uns das am Beispiel der Produktion von Nahrungsmitteln an.

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Home Stories: Manchmal hinke ich mir selbst hinterher

Streifzüge Nr. 60/2014[Dieser Artikel erschien nicht in der Printausgabe. Alle »Keimformen«-Artikel in Streifzüge 60/2014]

Von Birte Friebel

Erlebe ich gerade einen Funktionswechsel in mir selbst? Diese Frage habe ich mir gestellt, als ich nach Begriffen für den Wandel gesucht habe, den ich gerade durchmache. Natürlich lässt sich das erst rückblickend beurteilen. Dieser Text hier wird also vielleicht irgendwann mal ein Text über einen Funktionswechsel gewesen sein.

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Auf zum gemeinen Uneigentum?

Streifzüge Nr. 60/2014[Dieser Artikel erschien nicht in der Printausgabe. Alle »Keimformen«-Artikel in Streifzüge 60/2014]

Anmerkungen aus ökokommunistischer Sicht

Von Hans-Hermann Hirschelmann

Am Keimform-Blog (keimform.de) schätze ich neben Berichten und Reflektionen über Open Source oder Peer-to-Peer Projekten Zeichen ernsthaften Nachdenkens über Kommunismus. Ganz unutopistisch sind reale Bewegungen ins Visier genommen, die als Keimformen eines kommunistischen Füreinanders identifiziert werden. Allerdings eines mit „C“ geschriebenen Kommunismus, der vom Begriff der „Commons“ abgeleitet ist bzw. vom „Commoning“. Denn Commons oder Allmendegüter, so wird hier zurecht betont, sind keine Dinge, deren Natureigenschaft es ist, für alle da zu sein. Commons werden erst durch das Commoning Realität. Und die existiert insoweit die Verarbeitung, Verwendung, Pflege, Wiederherstellung usw. von Ressourcen eine tatsächlich gemeinsam zu verantwortende Angelegenheit aller ist.

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Vorzüge und Abwandlungen des Freiwilligenspiels

Freiwillige beim Spielen(Voriger Artikel: Das Freiwilligenspiel)

Das vorgeschlagene Freiwilligenspiel zur selbstorganisierten Arbeitsaufteilung vermeidet weitgehend die Nachteile eines ganz informellen Modells der reinen Freiwilligkeit. Reine Freiwilligkeit kann zu einer äußerst unausgewogenen Lastenverteilung führen: Einzelne übernehmen möglicherweise viel mehr oder viel undankbarere (auch für ihr eigenes Empfinden) Aufgaben als andere, um zu verhindern, dass sie sonst womöglich liegen bleiben. Auch Verantwortungsgefühl gegenüber der Community kann dazu führen, das manche immer mehr Aufgaben übernehmen, da es kein Feedback dazu gibt, was von einer erwartet wird und wann man genug getan hat. Beim Freiwilligenspiel kann sich zwar jeder nach eigenem Ermessen stärker oder weniger stark engagieren, doch weiß man dabei immer, wie man relativ zum Durchschnittsbeitrag steht.

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Berlin: Hacker treffen Harker

allmendekontorBerliner Commoners laden ein zu einem Sommerfest im Gemeinschaftsgarten Allmendekontor des Tempelhofer Feldes am 21. Juni 2014 ab 14:00 Uhr. Richard schreibt:

“Hacker treffen Harker” ist bewusst gewählt, weil explizit auch technikaffine Gruppen und Menschen eingeladen sind und zum Teil bereits zugesagt haben. Sowohl Mitglieder der “Slow-Tech-Bewegung” (mit Parallelen zur Slow-Food-Bewegung) als auch Mitglieder der Free Software Foundation Europe (FSFE) werden kommen. Aber auch Freifunker und Mitglieder der “Berliner Linux User Group” sollen sich eingeladen fühlen, einen intensiven Tag auf dem Allmendekontor zu verbringen. Ebenso sind jene, die sich mit ihrem Engagement für eine nachhaltige und menschengerechte Ökonomie einsetzen wie Freunde der Commons, der Shareökonomie, der solidarischen Ökonomie, Mitglieder der “Akademie Solidarische Ökonomie” und viele mehr herzlich willkommen. Für die Gartengruppe des Allmendekontors wird dies natürlich ein Heimspiel.

Um einen Eintrag in einen Dudle wird gebeten. Weiterlesen im Commonsblog.