Freie Strassendaten der kompletten Niederlande bald verfügbar

Wikizine meldet, dass bei openstreetmap.org (unser Bericht) bald Straßendaten der kompletten Niederlande verfügbar sein werden.  Zu Danken ist das wohl der Firma Automotive Navigation Data, weil sie die Daten unter der Lizenz Creative Commons Attribution-ShareAlike 2.0 veröffentlicht hat. Nun arbeitet openstreetmap daran die Daten in ihr Projekt zu integrieren.

Das ist sicherlich ein Meilenstein für die Bereitstellung Freier Geodaten. Mir ist noch nicht ganz klar, was das Kalkül der Firma dabei ist, weil deren Kerngeschäft eigentlich wohl genau die Verscherbelung von Geodaten ist.

GNU AGPL — Copyleft für das Web 2.0

GNU GPL Version 3Die neue Version 3 der GNU General Public License (GNU GPL) löst viele aktuelle Anforderungen an den Schutz der Freiheit der Nutzer_innen und Entwickler_innen Freier Software. Zwar meint (mal wieder) Microsoft, dass die GPL V3 für sie nicht gelte, auch wenn sie nach dem Deal mit Novell selbst zum Distributor von GPL V3 lizensierter Software werden könnten — aber das wird sich ggf. vor Gericht zeigen.

Ein wenig komplizierter ist die Lage bei Web-Anwendungen. Zwar kann eine entsprechende Web-Software durchaus unter der GPL stehen — etwa weil sie selbst auf GPL-Software aufbaut –, jedoch muss der Quellcode nicht notwendig zur Verfügung gestellt werden. Warum? Weil die Software selbst gar nicht verteilt wird — nur dann greift die GPL –, sondern nur als Dienst läuft, auch SaaS genannt. Aus diesen Grund wurde die Affero General Public License (AGPL) geschaffen.

Die bisherige AGPL war jedoch inkompatibel zur GNU GPL V2. Das ändert sich jetzt mit der neuen GPL V3, die in §13 explizit die Kompatibilität der nun in die GNU-Obhut übernommene GNU AGPL festhält. Die GNU AGPL befindet sich noch im Entwurfsstadium und kann noch für eine gewisse Zeit diskutiert werden. Auch wenn die genaue Formulierung damit noch nicht feststeht, ist das Ziel klar: Bei Web-Software muss der Quellcode verfügbar gemacht werden.

Der erfolgreichste Film Finnlands

Starwreck… ist von Ari Kaurismäki? Weit gefehlt! Der erfolgreichste Film Finnlands ist »Star Wreck: In the Pirkening« von Samuli Torssonen. Der Film ist genau das, wonach der Titel klingt: eine Star-Treck-Parodie, aber eine vom Feinsten!

Rund fünf Millionen Downloads machen den Film zum meist gesehenen finnischen Film aller Zeiten. Wie es geht? »In the Pirkening« — »Star Wreck« ist eine ganze Reihe — ist ein freier Film, der unter einer nicht-kommerziellen Creative Commons-Lizenz veröffentlicht wurde.

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»Besser leben!« und »AntenneTux«

Bürgerfunk und freie Radios haben so manche Perle im Programm, was sie u.a. gegenüber dem Dudelfunk auszeichnet. Zwei Sendungen möchte ich kurz vorstellen — nicht ganz zufällig ausgewählt:-)

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Open Access Handbuch

Open Access HandbuchDie Deutsche UNESCO-Kommission hat das »Open Access Handbuch« veröffentlicht, sowohl als Printprodukt wie auch als PDF (nicht-kommerzielle Nutzung erlaubt). In dem Handbuch geht es um die »Chancen und Herausforderungen dieses Modells«, um Geschäftsmodelle, Urheberrecht, Qualitätssicherung, Archivierung und Finanzierung. Richard Sietmann umreisst im Intro folgende »paradoxe Situation«:

»Noch nie stand der Wissenschaft eine solche Plattform zur Wissensvernetzung zur Verfügung, wie sie das Internet bietet; doch zu gleich geht die Übertragung des traditionellen Publikationswesens auf den Cyberspace mit exklusiven Zugriffsrechten einher. Namhafte Wissenschaftler sehen durch die Zugriffsschranken letztlich das gefährdet, was die Generierung neuen Wissens ausmacht, indem sie den freien Austausch von Gedanken und Ideen behindern, der in der Forschung unverzichtbar ist.« (S. 12)

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GPL v3 veröffentlicht

Das Update der mit Abstand wichtigsten Freie-Software-Lizenz ist fertig: Nach anderthalben Jahren Diskussion hat die FSF gestern die neue Version 3 der GPL veröffentlicht, die v.a. mehr Schutz vor DRM und Softwarepatenten bringen soll. Außerdem wurden die Kompatibität zu anderen Lizenzen und die internationale Rechtsicherheit verbessert. In einem ergänzenden Artikel wirbt Richard Stallman für den Umstieg auf die neue Version:

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Eigentum und Alternativen der Vergesellschaftung

Unter diesem Titel findet ein Workshop auf der Attac-Sommerakademie in Fulda statt. Aus der Ankündigung:

Mit der neoliberalen Ökonomie der Enteignung rückt die Eigentumsfrage wieder in den Blickpunkt der kapitalismuskritischen Linken. Jenseits einer in den letzten Jahren entwickelten Kritik von Inwertsetzung und Privatisierung geht es vermehrt um die positive Bestimmung alternativer Politiken in unterschiedlichen Feldern. Dies betrifft z.B. Eigentums- und Produktionsverhältnisse im Bereich digitaler Güter sowie die Kämpfe und Widersprüche der Freien-Software-Bewegungen, ebenso wie die Initiativen gegen die Privatisierung des Wohnens und ihre Suche nach öffentlichen Alternativen. Letztlich dreht es sich allgemeiner um Fragen der >Demokratisierung der Wirtschaft und Sozialisierung der Märkte< (Krätke).

Mit Benjamin Bärmann, Andrej H. und Michael Krätke
Moderation: Sabine Nuss
Uhrzeit: 17:00-18:30 Uhr, Samstag, 4.08.07

Tipps willkommen 😉

SpOn entdeckt Oekonux

Im gewohnt quengligen Ton schreibt SpiegelOnline über »Anarchie im Netz« — uh, ganz böse! Es ist der Bewerbungsartikel zum neuen Spiegel-Special-Heft mit dem Titel »Wir sind das Netz«. Der Spiegel bedient ja seit jeher eine Kombination aus Möchtegern-Intellektualismus und dumpfen Ressentiments. Mein Lehrer brachte das seinerzeit auf den Punkt: »Spiegel ist BILD für Intellektuelle«. Nur der Spiegel schafft diese Kombination:

»Raubkopieren ist zum Volkssport geworden. Doch was ist eine Kunst noch wert, die es überall umsonst gibt?« (aus dem Inhaltsverzeichnis von Spiegel-Spezial)

Der BILD-Proll will Kunst vom ALDI, der Intellele will Distinktionsgewinn vom Spiegel.

Im Netz grassiert nicht nur eine bedrohliche »Gratis-Kultur«, sondern SpOn sieht Kräfte am Werk, die »den globalisierten Kapitalismus ins Wanken … bringen«:

»Attac hat eine Arbeitsgruppe mit dem eher altdeutschen Namen „Wissensallmende und Freier Informationsfluss“ gegründet. Eine in Deutschland gegründete Gruppe namens Oekonux wirft die Frage auf, ob „freie Software bereits die Keimform einer künftigen, nicht kapitalistischen Gesellschaft ist“. Die Frage ist nicht so irre, wie sie klingt. Die ersten ernsthaften Versuche, bei der Software-Entwicklung vom traditionellen Urheberrechtsschutz abzuweichen, sind tatsächlich von der Idee getrieben, die Welt vom Microsoft-Kapitalismus zu befreien.«

Das ist nun echt zu viel der Ehre. Aber immerhin: Nach 8 Jahren Oekonux zu entdecken und dann nicht zum Irrsinn, Wahn oder Terrorismus zu erklären, ist eine Leistung. Aber ich hör‘ mal besser auf zu quengeln…

The Art of Free Cooperation

Bin gerade über dieses Buch von Christoph Spehr, Howard Rheingold, Brian Holmes ,  Trebor Scholz (Editor) und Geert Lovink (Editor) gestolpert:

Inspired by the collaborative models of the open-source software movement, Rosa Luxemburg Award-winning German writer Christoph Spehr, Howard Rheingold, Brian Holmes and the editors critique both the received capitalist and socialist methods of social integration, and elaborate a practical vision for a third alternative, one that promises to surmount the problems of inequality on the one hand and the lack of individual freedoms on the other. Part utopian intervention, part radical polemic and activist manual, The Art of Free Cooperation also includes a DVD with additional texts, highlights from an international “Free Cooperation” conference, and a feature-length film collage, narrated by Tony Conrad, illustrating the principles of Free Cooperation through the visual language of science fiction.

Hat das jemand gelesen und einen Kommentar dazu ?