Marx als Polemiker

Ich schreibe mal einen Beitrag, die auf den ersten Blick hier vielleicht gar nicht so reinpasst … aber vielleicht kriege ich ja noch die Kurve …

Marx war nicht nur ein brillanter Analytiker, sondern auch ein genialer Polemiker. Das ist erstaunlich, denn eigentlich macht er in seinen Polemiken (z.B. „Die Heilige Familie“ und große Teile der „Deutschen Ideologie“) alles falsch: Er nimmt seine Gegner nicht ernst, behandelt sie von vornherein von oben herab, gibt ihnen alberne, schlecht begründete Spottnamen („der Einzige“ für Stirner, „Sankt Bruno“ für Bruno Bauer), bei denen vor allem die ständige Wiederholung nervt, und überstrapaziert generell die Mittel der Polemik bis weit über die Grenze des Erträglichen. Außerdem steigert er sich in seine Argumentationen und oft schwer nachvollziehbaren Unterschiebungen hinein, die er auf einem oder wenigen Zitaten des Gegners konstruiert und auf denen er dann über lange, schwer lesbare Absätze hinweg in endlosen Perioden herumhackt.

Er macht alles, was man selbst in einer Polemik nicht machen darf:

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Brief an Genevieve Vaughan

I share this letter with the Keimform community because I think it is a part of necessary and fruitful dialogues that we have to start. In a different colour (blue)  I also included Genevieves answer which came rather swiftly and hopefully shows that dialogue is not only possible but also might lead to results.

genevieve

Genevieve,

we met up shortly after your Friday evening speech at the „Matriarchy-Gift Economy – Subsistence“ seminar at the Vienna University of Agriculture and we had the opportunity to have a little chat afterwards at the buffet generously offered by Gerda Schneiders Institute of Landscape Planning. I talked to you about the feelings that I had as a strong advocate of non-monetary economics about your speech. And I announced that I would make them more precise in a letter. I share this letter with some friends that are at the heart of the matter.

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Guten Morgen, LINKE!

Fast schon beim Remix angekommen... (Linksfraktion beim CSD)
[Fast schon beim Remix angekommen… — Linksfraktion beim CSD (src)]

Nee echt, das freut mich ganz ehrlich, dass auch die Bundestags-Linksfraktion endlich aufwacht und sich verstärkt mit dem Thema der Wissens-Commons beschäftigt. Wird sie eine originär eigene Position finden? Oder wird sie »nur« dahin kommen, zu vertreten, was die klugen Wissens-NGOs seit Jahren fordern? Na, das wäre auch schon mal was.

Zu diesem Behufe veranstaltet die Linksfraktion am 15. Mai 2009 eine eintägige Konferenz mit dem Titel »Wem gehört Wissen? Wissen und Eigentum im digitalen Kapitalismus«. Einfach anmelden, hinkommen und mitreden (was hoffentlich möglich ist). Ort: Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen, Potsdamer Straße 2, 10785 Berlin.

[Update]

Wer danach noch fit ist, geht zur politischen Konkurrenz in die Sophiensäle in Berlin und hört sich um 19:00 Uhr Lawrence Lessig an, der zu den »Copyright Wars« vorträgt.

Zeichnet die Petition gegen Internetzensur!

Ok, die meisten werden es schon mitbekommen haben, aber dennoch: Bitte zeichnet die Petition gegen Internetsperren.

Das Thema ist sehr sehr  wichtig. Hier soll zum ersten mal eine geheime unkontrollierbare  Zensurinfrastruktur fürs Internet errichtet werden und schon jetzt gibt  es jede Menge Begehrlichkeiten die Zensur auf andere Bereiche  (Filesharing, Glücksspiele, politischer „Extremismus“) zu erweitern. Alle Erfahrung zeigt, dass das so kommen wird, wenn man nichts unternimmt. Am Ende stehen chinesische Verhältnisse auch bei uns.

Ja, das Petitionswesen ist eine im Kern feudale Angelegenheit und diese Petition kann nicht wirklich direkt etwas ändern, aber  sie kann Aufmerksamkeit generieren und so vielleicht dazu beitragen nach und nach die zur Zeit vorherrschende  öffentliche Meinung zu korigieren, dass wer gegen Internetsperren ist,  scheinbar ja wohl für Kinderpornos sein müsse.

Und nicht zu letzt ist es ein Test für die Mobiliserbarkeit der Netzcommunitys. Ein bisher sehr positiv verlaufender übrigens. In den ersten 24 Stunden gab es schon 15000 Mitzeichner. Wenn es gelingt in den ersten 3 Wochen 50000 Zeichner zu sammeln, gibt es immerhin ein Rederecht im Petitionsausschuß.

Und es geht darum die Commons zu verteidigen. In diesem Fall das Gemeinsame einer unzensierten Netzinfrastruktur.

Lesetipp: Ein Artikel aus der c’t.

Tipp: Nicht vom erschreckend wenig leistungsfähigen Server abschrecken lassen. Geduld mitbringen oder früh morgens oder spät abends zeichnen.

ox4 Notes III: Money and Patterns

Franz Nahrada (photo by Phoebe)This post continued my coverage of the ox4 conference (part 1, part 2). The topic of Raoul Victor’s talk was Money and Peer Production. He pointed out that money as a dominant social relation emerged only with capitalism. In pre-capitalist societies, most social relations weren’t based on money and symmetric exchange. That’s an important reminder since people often believe that money and markets are more or less neutral tools which can be used for non-capitalist purposes, since they are far older than capitalism. They forget that money and markets have never been the primary means of organizing production in any non-capitalist society, they only played minor, supporting roles. Money cannot become the dominant social form outside of capitalism, and capitalism cannot exist without money.

Raoul also explained that money is just the incorporation of symmetric exchange; you cannot abolish money without abolishing exchange, and vice versa. Money emerges spontaneously when it is needed, e.g. cigarettes were used as a substitute money in times of war. When markets are forbidden but there is no other adequate way of organizing production and distribution, black markets appear—markets in their worst form. So money can only be abandoned by getting rid of its root cause: exchange.

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Dedicated to 1st of may: Do we need to »work«?

There is an interesting debates in the oekonux mailinglist about work, market, money and exchange. I cut out some snippets and re-post them here. It is from a discussion between Diego Saravia from Argentina and me, which starts from the question if (the today existence of) money coerces people to work.

Diego wrote:

money is not the reason for coercion, is only a mechanism

the logic of coercion is far more profound than money

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Peer-Ökonomie — Rezension im »Argument«

Argument 280/2009In der Zeitschrift »Das Argument«, Band 280/2009 — Jubiläumsband zum 50-jährigen Bestehen der Zeitschrift — ist (m)eine Rezension des »Peer-Ökonomie«-Buches von Christian erschienen.

Auch von mir und in der gleichen Ausgabe des »Argument« erschienen ist eine weitere Rezension: »Die Google-Falle. Die unkontrollierte Weltmacht im Internet« von Gerald Reischl. Hat weniger etwas mit Keimformen zu tun.

Turbokolonialismus

Es ist immer noch mal viel schlimmer, als man denkt: In dem Artikel über den Kauf von halb Madagaskar durch Daewoo im CommonsBlog wird am Ende auf den GRAIN-Report verwiesen. Darin geht es um eine »Art von neuem Landraub«. In der Tat. Klaus Pedersen, Autor des Buches »Naturschutz und Profit«, hat in der »jungen Welt« von heute das Thema unter der Überschrift »Turbokolonialismus« aufgegriffen:

Wegen der zunehmenden Erderwärmung kaufen oder pachten Regierungen Agrargebiete in ärmeren Ländern zur Absicherung der Ernährungsbasis. Unternehmen machen einen Spekulationsmarkt daraus

Hier verbindet sich also Klima- und Ökonomiekatastrophe. Die Vorbereitung für den Krieg um die Nahrungsmittelgrundlagen und für die nächste Spekulationsblase läuft heute, die Commons werden enteignet.

Commonsnet gegründet

Motto: „herstellen, verknüpfen, nutzen, reflektieren“

Das Commonsnet ist ein Zusammenschluss waren- und erwerbsarbeits-kritischer Gruppen. Es ist am 15. März 2009 auf dem „Umsonstladentreffen Gib und Nimm 2009“ in Köln gegründet worden. Bislang sind Gruppen aus vier Städten beteiligt, mit weiteren Gruppen werden Kontakte aufgenommen.

Ziel von Commonsnet ist eine Zusammenarbeit mit allen Menschen, denen eine Ausweitung einer verabredeten gemeinsamen Produktion und Nutzung von Dingen und Diensten — Commons — wichtig ist.

Die Website von Commonsnet befindet sich im Aufbau: www.commonsnet.de

[via]

How does social change happen?

Great talk of Michel Bauwens at pixelACHE festival 2009, taking place from 2nd to 5th of April in Helsinki. He discusses traditional socialist theory and compares it with his P2P-approach of change giving a fairly good analysis.

As a conclusion he describes his vision in two scenarios: The so called »high road« is a hope of implementing a kind of a green capitalism adopting mechanisms of peer production, leaded und supported by the Obama administration. The second »low road« scenario is a rather dark one assuming that there will be no change from top down and all change only comes from bottom up, which implies that during the decline of capitalism these grassroot initiatives are predominantly »resilient communities« securing their immediate means of live.

Alternative Economy Cultures PART 2 from pixelACHE festival.