Kategorie: Medientipp

Interview mit »NerdAlert«

Freies Sender Kombinat (FSK) HamburgHeute hatte ich ein Telefoninterview in der Sendung »NerdAlert« vom freien Radio FSK aus Hamburg. Bis etwa drei Sekunden vorher wusste ich nicht wirklich, worum es gehen soll. Was dann im Interview dran kam, war eine ziemliche große Bandbreite von den Anfängen von Oekonux über freie Hardware bis zum Peerconomy-Konzept. Alles mehr oder weniger angerissen, ist aber einigermaßen gut gelaufen. Na ja, im Nachhinein fallen mir eine Menge Quirks auf…

Aber hört selbst den ersten Teil (OGG) der Sendung (Interview etwa ab der 10. Minute).

Danach diskutiert das NerdAlert-Team über das Interview (etwa ab 53:30) und dann weiter im zweiten Teil (OGG) der Sendung (etwa bis 13:00). Mir scheint, dass eine der nächsten Sendungen sich mit der Peerconomy befassen wird — Christian ist bestimmt zum Interview bereit 🙂

»Die Marx-Maschine«

RepRap version 1.0 Darwin (Foto: CharlesC, Lizenz: GFDL)Die Wochenzeitung »Freitag« hat in ihrer neuen Ausgabe einen Artikel über »Personal Fabricators«. Tenor: Nach den PCs sind jetzt die PFs dran, was heute noch teuer ist, wird morgen billig und allgegenwärtig sein. Was ich bislang nicht wusste, ist, dass der RepRap-Protagonist Adrian Bowyer eine explizit gesellschaftliche Zielsetzung mit PFs verbindet, die allerdings ein wenig altbacken daherkommt: »Eine sich selbst reproduzierende Rapid-Prototyping-Maschine wird ein revolutionäres Eigentum an den Produktionsmitteln durch das Proletariat ermöglichen — ohne den chaotischen und gefährlichen Revolutionskram«. Dass einige ein solcher Revolutionsautomatismus nervt, kann ich nachvollziehen.

Copy me! Die Krise der Musikindustrie

Jungle World: Copy me!Die Wochenzeitschrift »Jungle World« hat den aktuellen Schwerpunkt auf die Musik und ihre Reproduktionsformen gelegt. Es sind interessante Beiträge entstanden [via].

Hier eine kleine Komplilation mit Zitaten.

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Open Source und Web 2.0

Graffiti in Wellington/Neuseeland (cc-by-nc-sa Taniwhaiti)Das Angekommensein Freier Software in der Gesellschaft spiegelt sich in dem Maße wider, wie es zum Reflektionsgegenstand wird, wie sich also etablierte Wissenschaft eines für sie »neuen« Themas annimmt. Das Thema kann nur deswegen »neu« sein, weil die etablierte Wissenschaft damit selbst meist nichts zu tun hat. Sie nähert sich dem »fremden« Gegenstand von außen und bringt allerlei etabierte Meßlatten mit. Das ist Teil des Problems. Nein, das ist natürlich nicht immer so, und ja, es gibt auch eigenständige Zugänge, etwa in der Informatik oder über das Thema Open Access.

Immerhin bietet das »Neue« und »Fremde« auch Studentinnen und Studenten eine gute Möglichkeit des wissenschaftlichen Einstiegs durch Verfassen entsprechender Abschlussarbeiten. Von einer soziologischen Diplomarbeit soll hier die Rede sein, von »Open Source und Web 2.0 — Soziale Bewegungen für eine „freie“ Wissensgesellschaft« von Jonathan Harth, erhältlich zwar unter CC-Lizenz, aber nur als PDF [Update: inzwischen auch als offenes ODT]. Das Problem häufig fehlender bearbeitbarer Quellen haben wir hier schon diskutiert. Nun aber zu den Inhalten.

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Neue Schule Hamburg

Logo der Freien Schule HamburgDie Körberstiftung hat schon am 15. November letzten Jahres eine Veranstaltung über die Neue Schule Hamburg gemacht. Diese Schule ist eine der beiden ersten genehmigten Schulen in Deutschland, die sich am Konzept der Sudbury-Valley-School orientieren. Die Veranstaltung gibt es jetzt als Audio im Netz.

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Nomadisches Gedankenreisen

Das Verknüpfen des bisher unge- und erkannt nebeneinander Stehenden ist eine große Stärke des Web. Sozialen Netzwerke entstehen genau dadurch. Hier entstehen Keimformen einer neuen Weise gesellschaftlicher Vermittlung. Wie dumpf und eindimensional ist dagegen die entfremdete Herstellung des gesellschaftlichen Zusammenhangs über das Geld. Allerdings muss man diesen Gegensatz auch kapieren, um ein gutes Projekt im Sinne eines sozialen Netzwerkes aufzuziehen, mindestens intuitiv. Oder übertreibe ich mal wieder?

Ein schönes Beispiel der Verknüpfung ist handlungsreisen.de, eigentlich. Also mindestens der Möglichkeit nach. Es geht um die virtuelle Reise an die Orte von Handlungen in der Literatur. Die soziale Verknüpfung ist in dem potenziellen Weltatlas der Literatur allerdings unterbelichtet. Zwar liest jede/r ein Buch für sich, aber doch deswegen nicht allein, oder? Doch jede Leserin schreibt nur für sich über das gelesene Buch. Noch nicht mal Kommentare von anderen Lesern gibt’s dazu. Und auch der Blog ist kommentarlos. Dicke Minuspunkte. Durchgefallen?

Dabei hört sich das sehr interessant an, was der Initiator Jens Nommel im Gespräch mit dem Elektrischen Reporter über die Grundidee berichtet:

Buch: »Internet and Society«

Buchcover: »Konkurrenz vs. Kooperation«?Christian Fuchs hat ein englischsprachiges Buch veröffentlicht. Der Titel »Internet und Gesellschaft« wird begleitet von einem ebenso unspektakulären Untertitel: »Social Theory in the Information Age« — das Inhaltsverzeichnis verspricht dennoch Interessantes. Auf der Webseite zum Buch bietet Christian eine Einführung in Thema und Buch in zwei Videos an — in englisch mit netter Österreichfärbung [via].

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Michael Heinrich ist ein Sozialdemokrat!

Das behauptet zumindestens Holger Wendt in einem lesenswerten Text, den ich in den Kommentaren eines Textes von Emanzipation oder Barbarei entdeckt habe. Bei mir hatte sich ja beim Lesen von „Die Wissenschaft vom Wert“ auch schon der Eindruck eingeprägt, es handele sich da mehr um eine gelungene Dekonstruktion der Kritik der politischen Ökonomie als um deren Darstellung – entgegen Heinrichs eigener Intention. Schon seit einiger Zeit findet ja auch im Laboratorium anhand von Stefans Konspekt von Heinrichs Einführungsbuch eine interessante Diskussion statt.

Meine Rückfrage an Wendt wäre ja vor allem ob es nicht gute Gründe geben könnte Traditionsmarxisten wie Lenin gegenüber misstrauisch zu sein. Man muß ja nicht gleich zum Sozialdemokrat werden. Wenn man etwas aus der Uralt-Diskussion zwischen reformerischen Sozialdemokraten und Revolutionären lernen könnte, dann doch vor allem, dass beide Ansätze gescheitert sind. Ich verstehe zumindestens meine Suche nach Keimformen vor allem auch als Versuch diesen unproduktiven Widerspruch in eine produktive Dialektik zu verwandeln.

Klau den Film, Teil zwo

Der zweite Teil des Klaufilms — »Steal this Film« — ist erschienen, in englisch und (vorerst?) ohne Untertitel. Er erinnert mich stark an »Good Copy Bad Copy«. Aber wieso eigentlich »klauen«? Der Film erklärt, warum es kein Klauen ist, sondern eine neue Form des Kommunizierens. Dazu gehört Kopieren, Nutzen, Remixen, Produzieren. Neue mediale Formen erzeugen neue soziale Formen. Felix Stadler: »The war on piracy fail on social reasons«.

Der Film besteht aus einer Reihe von Interviews und arbeitet sich von der Frühgeschichte des Kopierens als »Privileg« im Mittelalter über die Frühgeschichte der Raubkopie, über das Internet als »massive copying machine without a master« und dem Teilen und Kopieren als kommunikativem Lebensprinzip hin zum Übergang zur Umwandlung von bloßen Konsumenten zu Produzenten vor. Und das habe dann gewaltige Auswirkungen auf die Gesellschaft und die Art wie wir leben — aber welche, wird dann nicht weiter gedacht. Oder dem bereits angekündigten nächsten Teil des Films vorbehalten, mal sehn.

Aber nochmal: Warum »klauen«? Weil wir eben Piraten sind, wenn sie uns Piraten nennen. Na und. Subversion durch Überaffirmation, die ganz selbstverständlich, ganz »normal« wird. Aber das Neue liegt ohnehin nicht im Bewusstsein, sondern in der Praxis. Darüber bewusst zu reflektieren, ist dann aber ganz nett. Da könnte so’n Film allerdings ein Tick subversiver sein. [via]

Fab Labs

Hier noch einer dieser TED-Vorträge, das ist wirklich eine Fundgrube. Diesmal gehts um FAB-Labs. Eine geniale Erfindung des MIT. Fabbing als Soziales Projekt. Maschinen für 20000$ machen Produktion in Stückzahl 1 vor Ort möglich. Auch und gerade in der 3. Welt. Er sagt, wir befinden uns in der PDP-11-Ära der Personal Production. 8 Jährige in Ghana erfinden Dinge über die Leute im MIT ihre Dissertation schreiben, lauter solche Storys, sehr spannend.