Autor: Stefan Meretz

Planned capitalism

[This is a translation of the corresponding german post]

Now I have yet to write about the »New Socialism« of Cockshott/Cottrell, although the respective book (german: »Alternativen aus dem Rechner«, english: »Towards a New Socialism«) is still lying on the pile of unread books. Motive of this post is an interview with Allin Cottrell in »junge Welt« (leftwing german daily newspaper). There Cottrell argues, that the planned economy of the Soviet Union has failed due to its limited capacities of computing power. However, within the arms industry they had done well.

But they did not have computing resources, in order to extend detailed planning to the entire civil economy; they only could concentrate on a small subset of the products. [own translation of all quotes]

How do Cockshott/Cottrell view the new socialism, for which they see a chance of realization in Venezuela and Bolivia?
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Bald: Zwei Jahre keimform.de!

Tux gibt neuer Stasi keine ChanceBis zum Zweijährigen am 22. September ist es noch etwas hin, aber wir feiern schon mal vor 🙂

Und das geht so: Am Freitag, den 25. Juni 2008, treffen wir uns um 19:00 Uhr im »Litehouse«, einer Kneipe in Lichterfelde-Ost. — OMG, wo ist denn das? JWD. Also genau genommen hier. Adresse: Ferdinandstr. 31, 12209 Berlin. Anreise bequem mit einer Nord-Süd Regional-Bahn oder mit der S-Bahn Linie S25 bis Lichterfelde-Ost.

Was machen wir? Wir blicken auf (fast) zwei Jahre keimform.de zurück, feiern das Diplom von emias, bereiten die Peerconomy vor — und solche Sachen. Wer Lust hat, kann (ein paar von) uns hier treffen — IRL — einfach hinkommen!

P.S. Am 11. Oktober soll in Berlin die nächste große Demo gegen den Überwachungswahn stattfinden — wie vor einem Jahr bei unserem ersten Jubiläumstreffen.

Geplanter Kapitalismus

Cockshott/Cottrell: Alternativen aus dem RechnerJetzt muss ich doch schon mal über den »New Socialism« von Cockshott/Cottrell schreiben, obwohl das entsprechende Buch (deutsch: »Alternativen aus dem Rechner«, englisch: »Towards a New Socialism«) noch immer auf dem Stapel ungelesener Bücher liegt. Anlass ist ein Interview von Allin Cottrell in der »jungen Welt«. Cottrell vertritt dort die These, dass die Planwirtschaft der Sowjetunion an zu geringen Rechnerkapazitäten gescheitert sei. In der Rüstungsindustrie hätten sie das ja noch ganz gut hinbekommen:

Aber sie hatten nicht die Computerressourcen, um eine detaillierte Planung auf die gesamte zivile Wirtschaft auszudehnen; sie konnten sich nur auf eine kleine Teilmenge der Produkte konzentrieren.

Wie stellen sich Cockshott/Cottrell den neuen Sozialismus vor, für den sie in Venezuela und Bolivien eine Chance zur Umsetzung sehen?
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Commons-Werkstatt Jena

Die rührige Zukunftswerkstatt Jena hat ein neues Projekt gestartet: Die Commons-Werkstatt. Die Commons-Werkstatt beteiligt sich an der Alternativ-Uni Jena und hat für die erste Veranstaltung einen sehr schönen Text geschrieben: »Commons und Peer-Ökonomie« (zur Zeit leider nur als PDF). Darin werden unter anderem die Debatten hier auf keimform.de reflektiert und zu einem übersichtlichen Text zusammengestellt — der Stand der Debatte sozusagen. Und die Perspektive ist klar:

Die Commons-Debatte lebt vor allem davon, endlich wieder eine antikapitalistische Sichtweise und Praxis begründen zu können, ohne sich in alte Kämpfe zu verwickeln. Es besteht die Hoffnung, dass die Dynamik der Commons den Kapitalismus überwindet, sie soll sich nicht wie die früheren Alternativprojekte in Nischen festsetzen, sondern durchaus „aggressiv und expansiv“ [Nick Dyer-Witheford: Commonism] wirken. (Seite 11f)

Weiter so!

[Update]

Dazu schrieb auch der CommonsBlog — viel ausführlicher 🙂

Crashkurs zum Crashkurs

Der Förderverein Krisis lädt ein zum Seminar »Crashkurs – Finanzmarktkrise, Peak Oil und die Grenzen der Warengesellschaft«, 3. bis 5. Oktober 2008, in der Jugendbildungsstätte Burg Hoheneck, 91472 Ipsheim.

Am Samstag halte ich einen Vortrag zur Begründung der »Universalgüterthese« (vgl dazu: 1|2|3|4), die ich aus dem Begriff der »allgemeinen Arbeit« bei Herrn Marx (mit freundlicher Unterstützung von Herrn Hegel) entwickle. Ganz knapp besagt die Universalgüterthese, dass digitale Informationsgüter grundsätzlich ökonomisch wertlos sind, obwohl sie durchaus einen Preis haben können (aber nicht müssen). Die These wurde von Ernst Lohoff entwickelt, der sie im Kern damit begründet, dass digitale Informationsgüter nicht getauscht, sondern verbreitet werden, da kein »Händewechsel« stattfindet (der Verkäufer gibt nichts her, sondern kann Kopien beliebig oft »verkaufen«).

Das »Wissensthema« ist eingebettet in das Hauptthema des Seminars: die aktuellen Krisen und ihre subjektive Verarbeitung.

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Open-Access-Tage: Freier Zugang zu Wissen

open accessDer freie Zugang zu wissenschaftlicher Information ist das Ziel der Open-Access-Bewegung. Am 9. und 10. Oktober 2008 finden an der FU Berlin die Open-Access-Tage Berlin mit Open-Access-Messe statt.Während sich der erste Tag eher an Entscheider richtet und für die Open-Access-Idee wirbt, wendet sich der zweite Tag an die deutschsprachige Open-Access-Community, um praktische Umsetzungsschritte zu diskutieren. Mehr dazu steht im Programm.

FIESTA UMSONST — Rock die Ware

Arbeitskreis Lokale Ökonomie HamburgAm Samstag, den 5. Juli feiert der Arbeitskreis Lokale Ökonomie Hamburg ab 14 Uhr bis in den späten Abend in der Gefionstraße in Altona-Nord mit vielen Initiativen, Gruppen und Menschen zusammen die FIESTA UMSONST. Ab 17 Uhr bis in die Nacht rocken dann verschiedene Bands direkt nebenan auf der Bühne im Bürgertreff.

Die FIESTA UMSONST unterscheidet sich zunächst nicht sonderlich von den sonstigen Straßenfesten. Es werden dort Stände stehen, an denen Menschen Dinge loswerden oder mitnehmen können, man kann dort Essen und Getränke zu sich nehmen, es wird zwei Bühnen für Auftritte von Musik- und Theatergruppen und andere Aufführungen geben, für Kinder wird es ein buntes Programm mit Spielangeboten geben und verschiedene politische Gruppen und soziale Initiativen aus Altona und Umgebung werden über ihre Arbeit informieren.

Im Unterschied zu anderen Straßenfesten ist die FIESTA UMSONST aber ein nicht-kommerzielles und offenes Straßenfest auf dem es keine Preise gibt und bei dem jedeR mitmachen kann. Mit der FIESTA UMSONST wollen wir zum einen den Ansätzen unserer Projekte und anderer Initiativen, nach Wegen für ein selbstorganisiertes Wirtschaften durch gegenseitige Hilfe zu suchen, einen breiten Rahmen geben und Alternativen zum gängigen Konsumverhalten zeigen. Wir wollen auch eine Plattform schaffen, auf der man sich mit Initiativen, Ideen und Projekten begegnen und austauschen kann und zu guter Letzt wollen wir selbstverständlich auf der FIESTA UMSONST mit möglichst vielen Interessierten gemeinsam feiern.

=> Informationen zum Programm

4. Oekonux-Konferenz: Aufruf zur Beteiligung

[Inofficial german translation of the englisch Call for Contribution]

Während der letzten Dekade ist das Phänomen Freier Software erfolgreich und weithin bekannt geworden. Es ist immer noch erstaunlich wie die Kreativität so vieler Freiwilliger im Bereich der Software zu Produkten führt, die für die ganze Menschheit nützlich sind. 1999 begann das Oekonux-Projekt dieses Phänomen zu untersuchen, um die besonderen Eigenschaften Freier Software als soziales und politisches Vorhaben zu verstehen.

Jenseits der Welt Freier Software entwickeln sich heute Projekte sehr schnell, die auf dem ähnlichen Anssatz der Peer-Produktion basieren, einschließlich Wikipedia und viele andere mehr. Es ist Zeit sich die Peer-Produktion in einer breiteren Perspektive anzuschauen.

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moca

mocaAm Sonntag, den 15. Juni, ist moca gestorben.

Sie wollte sich selbst vom Tod nicht vorschreiben lassen, wie sie mit ihm umzugehen hat: Sie betrachtete ihn bis zuletzt als positiven Teil ihres Lebens und blieb während ihrer langen Krankheit und der Sterbephase immer intensiv mit ihren vielen Freundinnen/Freunden (die Doppelnennung vergaß sie nie) in lebendigem Kontakt. Für sie war der Tod nur ein Wechsel der Welten, auf den sie sich auch freute und bei dem sie keine traurigen Gesichter sehen wollte.

Sie ging selbstbestimmt in den Tod — so wie sie selbstbestimmt gelebt hat. Ihre Überzeugung war: „menschen sind soziale, konstruktive, selbstverantwortliche wesen von geburt an. sie müssen nicht erst zu solchen gemacht werden“ (sie hielt sich nicht an die übliche Groß-/Kleinschreibung). Diese Haltung brachte sie zur konsequenten Ablehnung von Erziehung — Erziehung habe in den Beziehungen von Menschen nichts zu suchen. In der Gemeinschaft „Amication – Freundschaft mit Kindern“ fühlte sie sich aufgehoben. Kinder waren für sie „Keimformen“, Menschen, die alle Kraft haben, die Welt nach ihren Bedürfnissen zu gestalten. Man müsse sie nur lassen. Der Weg des Lassens, der Entfaltung, braucht keine „Ziehung“, er braucht Unterstützung und Teilhabe. Wir leben in der gleichen Welt, große und kleine Menschen, und wir brauchen uns gegenseitig. Als Unterstützer, nicht als Bevormunder.

Moca war Teil des „unverdient.de“-Projektes (das Bild oben entstand bei der Gründung Anfang 2006). Für sie lagen erziehungsfreies Leben und die Begeisterung und das Engagement für eine freie Gesellschaft jenseits der Geldlogik eng beieinander. In ihren Worten: „das menschsein muss sich nicht erst verdient werden durch harte arbeit und anstrengende charakterbildung, nein, schon bei der geburt ist da ein vollwertiger mensch. was liegt näher als diese auf psychosozialer ebene so befreiende einsicht auch auf die materielle ebene zu übertragen und von der möglichkeit zu träumen, dass menschen allein durch ihre geburt das recht auf die teilhabe an der menschlichen gesellschaft erwerben und diese nicht erst verdienen müssen.“

Uli Frank, Stefan Meretz

4th Oekonux Conference: Call for Contribution

[Update 18.6.2009: Es gibt eine deutsche Übersetzung dieses Aufrufes]

During the past decade the phenomenon of Free Software has become successful and well-known. It is still amazing how in the realm of software the creativity of so many volunteers leads to products which are useful for the whole mankind. In 1999 the Oekonux Project started with analyzing this phenomenon and trying to understand the special features of Free Software as a social and political enterprise.

Today, beyond the Free Software world, projects based on a similar approach of peer production are rapidly emerging, including Wikipedia and many more. It is time to look at peer production from a broader perspective.

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