Autor: Stefan Meretz

CyberSyn — Realsozialismus in Echtzeit

CyberSyn-Kontrollraum -- klicken zum VergrößernVor ziemlich genau 35 Jahren wurde der Realsozialismus in spe zerschlagen — in Chile. Kurz nach dem Putsch in Chile am 11. September 1973 zerstörten Militärs das CyberSyn-Kontrollzentrum (links im Bild). Ein neuer Anlauf zu einer sozialistischen Ökonomie war zerschlagen, die »Chicago-Boys« hielten Einzug, und das neoliberale Experiment begann.

Die Art des Scheiterns des chilenischen Sozialismusanlaufs — ein gewalttätiger Abbruch — ist geeignet, allerlei Phantasien, was da hätte noch kommen können, zu mobilisieren. CyberSyn ist Teil der Projektionen.

Was ist CyberSyn?

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Abstraktes und konkretes Allgemeines

Streifzüge Nr. 44In meiner neuen Kolumne »Immaterial World« in den Wiener »Streifzügen« greife ich mit dem »Allgemeinen« nochmal ein philosophisches Thema auf, das auch hier im Keimform-Blog schon mal angesprochen wurde.

Was ist eigentlich allgemein? Was tun wir, wenn wir verallgemeinern? Warum gelangen wir spontan häufig nur zum abstrakt Allgemeinen? Was ist demgegenüber dann ein wissenschaftliches begründetes konkret Allgemeines? — Das sind so ein paar Fragen, die mich zu dem (viel zu kurzen) Artikel trieben.

Ein Viertel der Welt-Biomasse ist bereits kommodifiziert

Klicken zum VergrößernKommodifiziert = in Wert gesetzt. Das ist die schlechte Nachricht. Die gute Nachricht: Drei Viertel sind es noch nicht. Aber die Konzerne sind dran:

»Ungefähr ein Viertel der Welt-Biomasse wurde bereits kommodifiziert. Mit einem extremem genetischen Engineering sehen wir neue Unternehmensstrategien sich die anderen drei Viertel der Welt-Biomasse unter den Nagel zu reissen und zu kommodifizieren, die bisher noch jenseits der Marktökonomie verblieben sind.« (Eigene Übersetzung)

Schreibt Pat Mooney, Gründer der ETC Group. Mehr dazu und was im neuen Report »Wem gehört die Natur« (englisch: PDF) steht, könnt ihr im CommonsBlog lesen.

Elevate-Schlossbergfestival — Resümee

Elevate-Festival in GrazGraz mausert sich zum Fokus des Commons-Diskurses. Und das sozusagen »nebenbei«, denn das Festival ist zwar eines für »zeitgenössische Musik, Kunst und politischen Diskurs«, aber Publikumsmagnet ist die Musik. Nach allem, was ich so mitbekam, ist die Musik auch eher nicht als »zeitgenössisch«, sondern tendenziell als pre-zeitgenössisch zu bezeichnen: »In Graz läuft heuer das, was in zwei Jahren angesagt ist«, sagte mir eine Teilnehmerin. Ok, das kann ich nicht wirklich beurteilen, zurück zum Diskursteil.

»Commons« ist eine Art Sammelbegriff und mit »Gemeingütern« nur unzureichend übersetzt (dazu kommt noch ein ausführlicherer Artikel). Viele Bewegungen haben einen sehr unterschiedlichen Bezug darauf:

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Seven hypotheses about commonism

Elevate-Festival in Graz
[Presentation at »Kooperation statt Wettbewerb, Gemeinwohl statt Profit« @ Elevate-Festival]

Deutsche Version

1. The world will be commonist or the world will not be.

Capitalism is in deep crisis, somebody speak about a final crisis. If only capitalism is at stake, this could be gotten over. But we are capitalism, we are reproducing ourselves by reproducing us within capitalism by reproducing capitalism itself. If capitalism perishes, we perish. Thus, commonism is not a simple wish, not a crazy utopia, but simply an historical, an human necessity.
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Sieben Thesen zum Commonismus

Elevate-Festival in Graz
[Vorgetragen bei der Veranstaltung »Kooperation statt Wettbewerb, Gemeinwohl statt Profit« @ Elevate-Festival]

English Version

1. Die Welt wird commonistisch sein oder sie wird nicht sein.

Der Kapitalismus ist in einer tiefen Krise, manche sprechen bereits von der finalen Krise. Stünde nur der Kapitalismus auf dem Spiel, wäre das zu verschmerzen. Aber wir sind der Kapitalismus, wir reproduzieren uns, indem wir uns in ihm reproduzieren, indem wir den Kapitalismus produzieren. Geht der Kapitalismus unter, gehen wir unter. Der Commonismus ist also kein bloßer Wunsch, keine schlechte Utopie, sondern schlicht eine historische, eine menschliche Notwendigkeit.
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Wem gehört der Himmel — uns?

Elevate-Festival in Graz

[Fortsetzung des Berichts vom Elevate-Festival von heute, 7.11.2008]

Das zweite Panel am heutigen Tag stellte die Frage: »Gibt es einen Ausweg aus der Klimafalle?«. Das wurde — erwartungsgemäß? — die schwächste Diskussion bislang.

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Wie den Bugfix-Modus verlassen?

Elevate-Festival in Graz

Das wirklich geniale Elevate-Festival zum Thema »Commons« läuft nun zwei Tage, seit gestern darf ich mit dabei sein. Wer die Diskussionen verfolgen will, kann sich in den Live-Stream einklinken. Alle Beiträge sollen aber auch nach dem Festival als Videos zugänglich gemacht werden.

Hauptort der Debatte und der Musiksessions ist der »Dom im Berg«. Das ist ein großer hallenartiger Raum, der Teil eines Bunkersystems ist, das im 2. Weltkrieg von Zwangsarbeitern errichtet wurde. Die Bunkeranlagen wurden gesichert und ausgebaut, inzwischen kann man also durch den Schlossberg laufen. Hier kann also mitten in der Stadt in gigantischer Lautstärke Musik gemacht werden. Mir war das allerdings zu laut und dann auch zu verraucht, um länger bleiben zu können. Die Elevate-Parties gehen aber regelmäßig bis in den Morgen.

In der Diskussion »Commons of the Mind« ging es sehr harmonisch zu, die Teilnehmer_innen berichteten jeweils aus ihren Bereichen. Schön. Viel wurde von neuen commons-basierten Business-Modellen erzählt. Weniger schön. Das Publikum war hier der Treiber, in dem es hartnäckig nach den Perspektiven fragte. Ein Diskutant brachte es schön auf den Punkt, in dem er vom »Buxfixing-Mode« sprach, in dem sich die Diskussion bewegte.

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11 Arguments Against so called „Intellectual Property“

Home Sewing is Killing Fashion[Reposted from qummunismus; license: GFDL]

The Terms „Intellectual Property“ (IP) or „Intellectual Property Right“ (IPR) are used to describe rather different legal constructs. Copyright, Patent Law, Trademark Law, etc, etc..

What they have in common is that they cover rights to exclude others from the use of immaterial goods like knowledge and information. Some authors, among them them most prominently Richard M. Stallmann, argue that the term should not be used at all. On the other hand, there are a lot of points that can be brought up against the concept of IP that applies to most or all of the different legal constructs that are commonly lumped under the term „intellectual property“. So it makes sense to use a term that describes all of the laws that exist for the purpose of excluding people from the access to knowledge and information.

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„Einmal Linux“ — „Bitte sehr, macht 10,8 Milliarden Dollar“

Den wilden Rechenspielchen wurde ein neues hinzugefügt: Was würde ein GNU/Linux-System kosten, wenn es proprietär neu programmiert werden würde? Ergebnis sind die in der Überschrift genannten 10,8 Milliarden Dollar. Dafür sorgen die 204.500.946 Zeilen Code der kompletten Fedora-Distribution, die untersucht wurde. Berichtet die Linux Foundation, sagt Heise.

Glücklicherweise ist das nette Zeug aber wertlos und preislos — ein freies Universalgut eben 🙂

Und was kostet »die Natur«? 33 Billionen Dollar. Wie man die Natur derart numerisch in Wert setzen kann, ist mir allerdings scheierhaft (mehr im CommonsBlog).