Autor: Stefan Meretz

Freier Film »Valkaama«

Der Freie Film — oder Open Source Film — Valkaama ist erschienen. Der Name Valkaama setzt sich aus den beiden finnischen Worten valkama (Heimat) und kaamos (Polarnacht) zusammen. Die Filmmusik stammt von Michael Georgi. Angucken oder Download hier. Oder die DVD bestellen. Die Filmemacher schreiben:

Es war ein langer, schwerer Weg bis zum fertigen Film und trotzdem geben wir ihn frei: Valkaama wird einer der wenigen Creative Commons lizensierten Filme in Spielfilmlänge.

Mehr noch… durch den von uns gewählten Open Source Ansatz und der konsequenten Benutzung der Creative Commons by-sa 3.0 Lizenz sowohl für den Film als auch für die Quellmaterialien, betritt Valkaama fast komplettes Neuland. Wir hoffen, damit ein positives Beispiel zu geben so dass noch mehr „Offene“, beziehungsweise „Freie“ Filme folgen werden und auch mehr und mehr Quellmaterial unter Lizenzen verfügbar sein wird, die für freie Inhalte geeignet sind.

Yep!

[via]

Vorauseilender Gehorsam bei SourceForge?

Das große Plattform für die Entwicklung Freier Software, SourceForge, sperrt seit einigen Tagen Nutzer mit IP-Adressen aus Syrien, Kuba, Iran, Nordkorea und dem Sudan aus. SourceForge rechtfertigt den Schritt damit, dass diese Länder auf der »Schurkenstaat-Liste« der US-Regierung stehen und man sich an US-Gesetze halten müsse.

Netzpolitik.org weist darauf hin, dass US-Außenministerin Clinton die Freiheit des Internet beschwört. Das liest sich so:

EN: We stand for a single internet where all of humanity has equal access to knowledge and ideas. And we recognize that the world’s information infrastructure will become what we and others make of it.

DE: Wir stehen für ein einziges Internet, mit dem die ganze Menschheit gleichen Zugriff auf Wissen und Ideen hat. Und wir erkennen, dass die Informationsinfrastruktur der Welt das werden wird, was wir und andere aus ihr machen.

Oder ist der zweite Satz doch als versteckte Drohung zu lesen?

SourceForge hat keinen Grund voreilig und untertänig vermeintliche Wünsche der US-Administration zu erfüllen. SourceForge verstößt damit explizit gegen Grundregeln der Freien Software: Nutzung der Software zu jedem Zweck — und durch alle, die es wollen.

Mit Hilfe von Computern den Kapitalismus ablösen

Stefan Merten, Maintainer des Oekonux-Netzwerkes, wurde im Rahmen der Tour de Lorraine 2010 von Marina Bolzli interviewt [Repost aus der Oekonux-Liste].

Abstract: So wie die mechanischen Erfindungen der Aufklärung Voraussetzung für die Entwicklung des Kapitalismus waren, so ist die Entwicklung von Computern Voraussetzung für das neue System“, sagt Stefan Merten, Betreiber der virtuellen Plattform Oekonux, die sich der wissenschaftlichen Bearbeitung des Themas verschrieben hat. Das neue System heisst Peer Production und soll dereinst den Kapitalismus ablösen.

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Wenn die Cola offen ist…

… dann fehlt nicht der Schraubverschluss, sondern dann steht das Rezept für ein Cola-Getränk allen Interessierten frei zur Verfügung — auf das er oder sie sich eine leckere Cola zusammenrührt. Das Cola-Wissen ist nicht mehr Geheimnis einzelner Konzerne, sondern ist als OpenCola-Rezept unter GPL-Lizenz ein Gemeingut geworden. Die abgebildete OpenCola wurde 2004 in Kanada hergestellt. Heute gibt es eine Ubuntu-Variante (verkauft in Schweden) oder Goggi-Cola (nur in Bern/Schweiz) oder CubeCola usw. Dreist ist allerdings, das freie Rezept als »Shareware« für das iPhone zu verkaufen.

Am besten ist immer noch die Nerd-Trink-Anleitung auf der abgebildeten Cola-Dose:

#!/usr/bin/perl
open CAN, „excitedly“; join ($can, $mouth); while ($colaRemaining > 0)
{if ($reallyThirsty) {$chug} else {$sip}}
dump IN_RECYCLING_BOX; IN_RECYCLING_BOX: return;

Dann kann ja nix mehr schief gehen… [via]

Commons in a taxonomy of goods

[Deutschsprachige Version]

Commons are common pool resources. Commons are common goods. Commons are social relationships. You can find all of these descriptions for the term. Which is the correct one? All three versions are valid—at the same time!

The word „common“ is the best starting point for the analysis. The common thing within a commons are the resources, which are used and cared for, are the goods resulting from joint activities, and are the social relationships emerging from acting together. These three aspects are so different for all commons, that no one could describe them in a reasonably complete manner.

Commons are at odds with commodities, although a commodity is a good which is produced in a specific social form using resources. But it is usual that traditional economics only consider resources as social forms of production in a marginal way or even not in any way. I will try to overcome this limitation by using the following taxonomy of goods [Illustration 1]. I decide to put the concept of „good“ into the center, while describing from the triple definition explained above: as a common good, as a resource and as a social form.

Taxonomy of Goods

Illustration 1: Proposed taxonomy of „goods“

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Gesellschaft

Streifzuege Nr. 47/2009Wie in 6300 Zeichen erklären, was Soziolog_innen oft gar nicht mehr kennen wollen — Gesellschaft? Das war die schwierige Aufgabe meiner Kolumne in der neuen Ausgabe der Wiener Zeitschrift »Streifzüge«. Meine versuchte Antwort: Die menschliche Gesellschaft begreift man nur, wenn man auch den gesellschaftlichen Menschen begreift — und umgekehrt. Emanzipatorische Theorie kommt da nicht drumherum. Versucht sie es doch, landet sie in zwei verschiedenen Sümpfen: dem Etatismus (Verabsolutierung der gesellschaftlichen Determination) oder dem Neoliberalismus (Verabsolutierung eines isolierten Individuums). Wie oft bei so schwierigen philosophischen Themen hat mich Annette beraten — danke dafür!

Der Rest der »Streifzüge« mit dem Schwerpunkt »Wohnen« ist übrigens auch sehr interessant 😉

Licht und Schatten — neun Blickwinkel der Kollaboration

1. Wenn wir an Arbeit und Produktion denken, sehen wir Peers, die Dateien verteilen, Beiträge zu Projekten leisten, auf Anstöße reagieren. Wir ärgern uns über die Ausbeutung der Arbeitenden und die Kapitalisierung der Arbeit.

2. Wenn wir an Eigentum und Besitz denken, sehen wir die genutzten, gepflegten und geschützten Gemeingüter. Wir ärgern uns über jeden Übergriff auf und die Einfriedung oder Privatisierung der Gemeingüter.

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Commons: Strategische Perspektive oder Rettung des Kapitalismus?

BUKO-Seminar, 12.-14.2.2010 in Kassel

In den vergangenen Jahren erlebt das Konzept der Commons (Gemeingüter, Allmende, Das Gemeinsame, …) eine Renaissance. Von der Global Marshall Plan Foundation bis hin zum Weltsozialforum wird in der Wiederentdeckung, Erhaltung und Weiterentwicklung der Commons die Möglichkeit gesehen, die Welt gerechter zu gestalten und die ökologische und ökonomische Krise zu überwinden. Zuletzt wurde sogar ein halber Wirtschaftsnobelpreis für die Commonsforschung an Elinor Ostrom vergeben. Gleichzeitig werden die Commons im Krisenprozess selbst massiv angegriffen (Klimakrise, Privatisierung, Überfischung, Überwachung und Zensur, …).

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Manifesto »Strengthen the Commons – Now!«

Strenghen the Commons[Deutsche Fassung]

The following manifesto is the result of a one and a half year process, where dozens of participants from politics, unions, sciences, the free culture and software movement, the environmental movement, economy as well as from art and culture discussed about commons and the relevance for humankind. It was developed in the context of the Interdisciplinary political salons of the Heinrich Böll Foundation‘s „Time for commons“.

Below, the entire text of the manifesto is documented, which is also available as a nicely layouted PDF (4 pages) at Commonsblog. (mehr …)

»Contraste« zu Commons erschienen

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In den letzten Tagen haben wir nach und nach die Artikel zum Commons-Schwerpunkt der Zeitschrift »Contraste« veröffentlicht.Die »Contraste« erscheinen monatlich und berichten schwerpunktmäßig über Projekte und Debatten rund um das Thema »Selbstorganisation«. »Contraste« abonnieren? Gute Idee, das geht hier (verschlüsselte Seite mit selbsterstelltem Zertifikat, daher der Warnhinweis, den ihr akzptieren könnt).

Hier eine Übersicht mit den Links zu allen Artikeln des Commons-Schwerpunkts: