Autor: Stefan Meretz

Commons in einer Gütersystematik

[English version]

Commons sind Gemeinressourcen. Commons sind Gemeingüter. Commons sind soziale Beziehungen. Alle drei Beschreibungen kann man finden. Welche stimmt nun? Alle drei Fassungen treffen zu und zwar immer gleichzeitig!

Am besten geht man vom Wort „common“ aus, dem Gemeinsamen. Das Gemeinsame bei den Commons sind die Ressourcen, die genutzt und gepflegt werden, sind die Güter, die dabei entstehen können, und sind die sozialen Beziehungen, die sich dabei bilden. Und das Gemeinsame aller Commons ist, dass diese drei Aspekte bei den jeweiligen Commons so verschieden sind, dass niemand sie auch nur halbwegs vollständig beschreiben könnte.

Commons liegen damit quer zur Ware, obwohl auch die Ware ein Gut darstellt, das in einer bestimmten sozialen Form hergestellt wird und dabei Ressourcen verwendet. Doch bei der Ware ist es die traditionelle Ökonomie gewohnt, sowohl die Ressourcen wie auch die sozialen Formen der Herstellung nur marginal oder gar nicht in Betracht zu ziehen. In der folgenden Gütersystematik will ich das ändern. Dabei entscheide ich mich, den Güteraspekt aus dem Tripel von Gut-Ressource-Sozialform in den Mittelpunkt zu stellen.

Güter-Systematik

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Kritische und Solidarische Universität Wien

Die Kritische und Solidarische Universität (KriSU) befindet sich derzeit noch im Aufbau und öffnet alsbald ihre Türen. Sie versteht sich als ein Ort der Selbstverwaltung, des Austauschs und der Diskussion. Als ein Ort der emanzipativen und kritischen Wissensproduktion, der alternative Lebens- und Produktionsweisen gegen Kapital und Staat diskutiert und umsetzen möchte. Die herrschenden gesellschaftlichen Machtverhältnisse hinterfragend, ergründet sie u.a. die Einbettung der traditionellen Universität in den kapitalistischen Verwertungsprozess, versucht alternative Lebensweisen aufzuzeigen und vorzuleben sowie eine Solidarische Ökonomie zu diskutieren und zu fördern. Feminismus, Antirassismus und das Engagement gegen Antisemitismus und Islamophobie sind Grundlagen der KriSU und als wichtige Bestandteile ihrer Praxis zu verstehen.

In Abgrenzung von der traditionellen Universität richtet sich die KriSU an Menschen mit und ohne Matura. Sie steht offen für Alle, unabhängig von sozialer Herkunft, Staatsbürger_innenschaft und/oder dem Zugang zu finanziellen Mitteln, die sich mit den Grundsätzen der KriSU einverstanden erklären. Sie möchte Tanz-, Theater- und Musikgruppen, Künstler_innen, Arbeiter_innen, Hausmännern und -frauen, Migrant_innen, Studierenden und Nicht-Studierenden sowie anderen gesellschaftlichen Gruppen Raum für Diskussionen und Aktionen bieten.

Wir laden ein, die KriSU mitzugestalten, mit Leben zu füllen und aktiv am Aufbau eines solidarischen Lebens mitzuwirken. Es ist Zeit, unser Leben eigenständig in unsere Hände zu nehmen!

Weitere Informationen über Zeit und Ort der Eröffnung findest du bald unter http://krisu.blogsport.de/

The three revolutions in human productivity

Michel BauwensMichel Bauwens posted a nice sketch of a historical philosophy driven by human productivity showing why peer production is the current step we are going to extend. Full repost follows (highlightings by me).

»About (roughly) 5,000 years, humanity witnessed a first revolution in productivity. It discovered that you can make people work through coercion (slavery), or by forcing farmers to give away a part of their production. To simplify, the emergence of negative extrinsic motivation was born. (mehr …)

Indidividual Needs and Societal Necessities

This is a reply which I wrote on the english list of the Oekonux project on a mail by Stefan Merten with the subject »Balancing need and Selbstentfaltung by governance?« Since this question has a fundamental meaning, I wrote a more general and philosophical answer. I made a few typo corrections on the original post.

On 2009-11-04 20:22, Stefan Merten wrote:

Recently once again I thought about the problem of balancing need and Selbstentfaltung. I think this is the fundamental question which concepts like Christian are struggling for: How is the societal need balanced with Selbstentfaltung.

From my POV „balancing“ is the wrong term to raise the problem adequately. (mehr …)

FREE BEER released

FREE BEER Nope, it’s not that FREE BEER you see in the small picture, it’s a book called FREE BEER, that has been released now. FREE BEER is a collection of texts written by speakers at FSCONS 2008 and based on their respective talks. Here are authors and text titles of the copylefted book:

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Retro-Bibliothek — alte Nachschlagewerke zugänglich machen

retro|bibDas Projekt retro|bib hat sich zum Ziel gesetzt, in Fraktur gesetzte Nachschlagewerke um 1900 herum zu retrodigitalisieren und im Internet verfügbar zu machen. Mit Retrodigitalisierung ist gemeint, sowohl die Faksimiles wie auch den aufbereiteten Text bereit zu stellen. Erfassung und Korrektur der Texte erfolgt durch Freiwillige. Das System ist auf gemeinschaftliches Korrigieren ausgelegt und arbeitet mit einem Lock-Prinzip: KorrektorInnen können Seiten aus dem System auschecken (»ausklinken«), wodurch diese dann für andere KorrektorInnen gesperrt sind, aber für LeserInnen sichtbar bleiben. Wird eine korrigierte Seite wieder eingecheckt (»einklinken«), ist sie wieder für andere KorrektorInnen verfügbar. Von »Meyers Konversationslexikon« über das »Handbuch der Drogistenpraxis« bis zum fundamentalen Werk »Ueber die schrecklichen Wirkungen des Aufsturzes eines Kometen auf die Erde und über die vor fünftausend Jahren gehabte Erscheinung dieser Art« sind interessante Fundstücke zu entdecken. [via]

Bye, bye, Antenne Tux

AntenneTux -- Linux im Radio»Antenne Tux — Linux im Radio« sendete gestern zum letzten Mal. Die Macher haben sich entschlossen, das Projekt zu beenden. Die Luft sei raus, die Motivation nicht mehr vorhanden — da sei es besser, das Projekt geplant zu beenden als einem langen Sterben hinzugeben.

Das besondere bei Antenne Tux war, dass das Team stets über den Tellerrand des bloß »Technischen« hinausgeblickt hat. Die sozialen Folgen und neuen Möglichkeiten von Freier Software und Peer-Produktion waren immer wieder Thema in den Sendungen. Doch — so der skeptische Rückblick — vielleicht handele es sich dabei nur um unbedeutendende Nischenkonzepte, die tatsächlich nicht viele interessieren und letztlich auch keine Alternative zur kapitalistischen Warengesellschaft darstellen würden.

Liebe Kolleginnen und Kollegen von Antenne Tux: Vielen Dank für eure Sendungen und viel Erfolg und Freude für eure neuen Projekte! Wenn ihr Lust habt, hin und wieder etwas »Keimförmiges« über Linux und Co zu bloggen, seid ihr herzlich eingeladen — wir nehmen gerne auch multimediale Inhalte 🙂

Freie Software — die Eigentumsfrage neu stellen

Das Linux-Maskottchen TuxIm Rahmen des »Bildungsgipfels« an der FU Berlin, der im Rahmen des Bildungsstreiks an FUB organisiert wird, biete ich eine Veranstaltung zu Freier Software und Peer-Produktion an, bei der die »Eigentumsfrage« im Mittelpunkt steht. Die Daten:

  • Zeit: Mi, 2. Dezember 2009, 10:00 bis 12:00 Uhr
  • Ort: Freie Universität Berlin, Silberlaube, Habelschwerdter Allee 45, 14195 Berlin-Dahlem
  • Raum: Hörsaal 1a

Die Ankündigung:

Auch Freie Software ist Eigentum. Warum aber ist sie keine Ware? Anhand von einer präsentierten Gütersystematik wird die gesellschaftliche Bedeutung von Freier Software dargestellt. Die Rolle des Immaterialgüterrechts bei der künstlichen Verknappung von Informationsgütern wird erklärt — und wie die Freie Software die Exklusionslogik aushebelt. Schließlich wird die Peer-Produktion als soziale Verallgemeinerung der Produktionsweise Freier Software vorgestellt — als Keimform eines neuen Commonismus. Veranstaltet von: Stefan Meretz, keimform.de

[Update]

Hier die Folienpräsentation des Vortrages

Lula praises Free Software

Brazilian President Lula da Silva gave a passionate speech about the importance of Free Software and the Internet at the 10th Free Software International Forum, in Porto Alegre, Brazil, June 26th, 2009. He is talking about the significance of Free Software for the new self-esteem of Brazil as a »new country« and about »digital inclusion« being the »most sexy word of government«.

The length of the video is 15:45 (not 20:23 as indicated, the rest ist black). [via]

Stefan Merten: Freie Software für eine neue Gesellschaft

sigint09Nachgereicht: Stefan Merten, Gründer des Oekonux-Netzwerks, hat auf der CCC-Konferenz SIGINT09 im Mai 2009 einen Vortrag gehalten, der nun als Video-Aufzeichung und als Audio-Mitschnitt beim Chaosradio Podcast Network verfügbar ist. Titel: »Yes we can! Yes we will! Free Software for a new society«. Anders als der Titel suggeriert, ist die Sprache deutsch.

Stefan Merten hat mir seine Präsentationsfolien zur Verfügung gestellt, mit der ich dann im Sommer an der FU Berlin einen Vortrag bestritten habe. Der ist allerdings etwas anders ausgefallen — jeder hat ja so seine Schwerpunkte 😉