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Hegelsche Dialektik

Im Mai 2013 fand in Hiddinghausen ein Seminar zur gesellschaftlichen Transformation statt. Meine Vorträge stelle ich nach und nach online zur Verfügung. Los geht’s mit einer »ersten Hinführung zur Hegelschen Dialektik« als Slidecast (Folien [PDF|ODP) plus Audio [OGG|MP3]).

Kategorien: Theorie

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4. August 2013, 06:53 Uhr   7 Kommentare

1 Hans-Hermann Hirschemann (04.08.2013, 11:02 Uhr)

Es sei ein spontaner Einwand an der Stelle erlaubt:

den Gegenstand sprechen lassen (nichts zufügen, nichts weglassen)

Nichts weglassen zu wollen erscheint mir als ein ganz verrücktes Unterfangen. Das Wesen von Bewegung bzw. Entwicklungspotenzial (der Bedeutungen) eines Gegenstandes erfassen zu wollen geht ja nun einmal nicht ohne Weglassen dessen, was man augenblicklich für unwesentlich hält.

Zum Beispiel bei der Erfassung der Bedeutung der Arbeit für die Menschwerdng des Affen“ hält Engels (und mit ihm Marx) für wesentlich, dass Menschen sich von den anderen Tieren durch die Fähigkeit unterscheiden, einen Nutzen (Schaden oder ein Risiko) für andere gezielt (das Ergebnis im Kopf bewusst vorwegnehmend) herstellen zu können.

Weiter, dass die Notwendigkeit, diese Fähigkeit anzuwenden und weiter zu entwickeln zunehmend (und zunehmend im weltweiten Füreinander) zur materiellen Existenzbedingung (Weiterentwicklungsbedingung) der Menschen wird. Dies als Wesentlich für die weitere Mensch(heits)werdung zu sehen, (inklusive für die Perspektive einer Ökologisierung des Menschseins) heißt natürlich, von den konkreten historischen Bedingungen (Formen, Kräfteverhältnissen, Stand der Produktivkraftentwicklung) abzusehen.

Aber gerade dieses bewusste Weglassen versetz in die Lage, die historischen Besonderheiten zu würdigen.  Das mag dann von anders interessierter Seite als idealistische Setzung (Essentialismus) angegriffen werden. Aber gerade die Notwendigkeit, sich mit diesen Einwänden auseinanderzusetzen verhilft auch zu einem besseren Verständnis des Gegenstandes, dessen Entwicklungspotenziale und der (möglichen) Umstände ihrer weiteren Entwicklung.

Die Einheit der Forschenden mit den Gegenständen ihres Erkenntnisinteresses erfordert ja gerade die kritische Reflexion historischer (deshalb auch der eigenen) Wahrnehmungsgrenzen, Erkenntniserkenntnissen usw. der Forschenden, die Notwendigkeit und Fähigkeit zur Rechtfertigung ihrer Behauptungen und einiges mehr. „Die Dinge“ sprechen also mit vielen mehr oder weniger informierten bzw. interessierten Zungen, die sich durchaus widersprechen können (bzw. müssen).      

2 Stefan Meretz (05.08.2013, 10:26 Uhr)

Den »Gegenstand sprechen lassen« ist eine Metapher, denn es gibt bekanntlich viele Gegenstände, die nicht sprechen können. Sie soll ausdrücken, dass es beim Erkennen darauf ankommt, den Gegenstand nicht so zu nehmen, wie er sein soll, sondern so wie er ist, sich also auf ihn einzulassen und nichts reinzudeuten, dass nicht da ist.

Das ist der Anspruch, und das ist leichter gesagt als getan, da wir auch wissen, dass wir dem Gegenstand nicht nur in der Differenz gegenübertreten (schon gar nicht »neutral«), sondern — und das habe ich in dem Vortrag betont — auch mit ihm identisch sind. Kriterien wie das gehen kann, habe ich im weiteren im Vortrag versucht zu entwickeln, in gegebener Kürze.

3 Hans-Hermann Hirschelmann (05.08.2013, 16:07 Uhr)

Allerdings überdehnt „bei der Wahrnehmung nichts hinzufügen und nichts weglassen“ die Metapher. „Nichts wesentliches weglassen oder hizufügen“ könnte ich akzeptieren (mit dem Vorbehalt, dass auch dies von den historischen Möglichkeiten des Erkennenkönnen und -wollens nicht unberührt sein kann. 

4 Commonismus begreifen — keimform.de (29.09.2013, 06:19 Uhr)

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