Auf der Suche nach dem Neuen im Alten
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Wikinomics: Nackt und fit?

»Wikinomics« — das ist der »neue Kapitalismus mit einer Prise sozialistischer Teilhabe«. Das meint jedenfalls Don Tapscott, Autor des gleichnamigen Buches. brandeins hat den Kreator des Begriffs interviewt.

Um es auf den Punkt zu bringen: Peer-Ökonomie als Kapitalismus gestrickt. Die Widersprüche sind nicht zu überlesen: Der Kaiser ist »nackt«, aber nicht mehr »fit«.

[Dank an Uli für den Hinweis]

Kategorien: Feindbeobachtung

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30. Oktober 2007, 12:54 Uhr   3 Kommentare

1 benni (30.10.2007, 13:11 Uhr)

Ich fand insbesondere interessant, wie die ja durchaus systemimmanenten Nachfragen des Interviewers diese Widersprüche rausgekitzelt haben.

Nur: Nur weil er widersprüchlich ist, heißt das ja nicht, dass der Peer-Kapitalismus nicht trotzdem funktionieren könnte. Widersprüche sind ja für den Kapitalismus eher Lebenselixier als Todesdrohung.

2 StefanMz (30.10.2007, 16:36 Uhr)

Benni:

Widersprüche sind ja für den Kapitalismus eher Lebenselixier als Todesdrohung.

Es geht nicht um ein entweder-oder. Widersprüche sind Lebenselexier und gleichzeitig können sie Neues aus dem Lebenselexier hervorringen, das eben nicht mehr ins Alte passt und es sprengt. Können. Und das ist halt stets die Frage, ob dem so ist.

Das finde ich sieht man ganz gut an dem Widerspruch „offen vs. geschlossen“, wo der Wikinom dann nicht sagen kann: „komplett offen“, sondern „ein bisschen offen“ und das gezielt als Konkurrenzwaffe gegen die Geschlossenen — um sie zu „killen“. Wenn das aber verallgemeinert wird, weil es die entscheidende Konkurrenzwaffe wird, dann ist am Ende alles offen — und damit die Knappheit in diesem Bereich weg. Ob dass das Ende ist, weiss ich nicht, aber ich würde die These wagen: Ein Peer-Kapitalismus kann nicht funktionieren. Das wäre mal auszuarbeiten…

3 benni (30.10.2007, 18:47 Uhr)

Genau, sie können Neues hervorbringen, müssen aber nicht. Das ist alles was ich sagen wollte.

Ich sehe keinen prinzipiellen Grund, warum ein solcher Peer-Kapitalismus nicht funktionieren können soll. Die Grenzen zwischen Offen und Geschlossen gibt es ja auch im ganz normalen Kapitalismus, sie würden sich halt verschieben. Natürlich, jetzt wo die Grenzen mal ins Rutschen kommen, könnte es schwierig werden, sie wieder zu stabilisieren auf einem anderen Niveau. Aber schwierig ist was anderes als unmöglich.

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