Schlagwort: geldlogik

Der schwierige Weg der Transformation

Ein Gespräch zwischen Andreas Exner und Stefan Meretz

Teil 1

[Erschienen in: Grundrisse 42/2012]

Andreas Exner und Stefan Meretz bloggen regelmäßig zu Fragen der gesellschaftlichen Transformation (auf social-innovation.org und keimform.de) und unterstützen die Initiative demonetize.it. Doch über das „Wie“ der Transformation und Demonetarisierung gibt es unterschiedliche Auffassungen. Das ist das Thema des folgenden Gesprächs.

(mehr …)

Konkurrieren — Kooperieren — Auskooperieren

[(Teil-)Beitrag zu dem neuen Commons-Buch (Commons – Für eine neue Politik jenseits von Markt und Staat, Hg. Silke Helfrich/Heinrich-Böll-Stiftung); Lizenz: CC BY-SA. Beide Teile gibt’s in einem PDF.]

Commons funktionieren anders als Unternehmen, die auf dem Markt um An­teile konkurrieren. Nur selten gelingt es diesen, der Verdrängungskonkurrenz durch Schaffung neuer Märkte aus dem Weg zu gehen. Die Marktlogik besagt: Verdränge oder du wirst verdrängt. Konkurrenz ist nicht ursächlich das Resul­tat von Gier oder bösem Willen, sondern sie ist ein objektiver Effekt dieser Logik.

(mehr …)

Kapitalismus der Dinge

Für mich waren die Commons in vielerlei Hinsicht eine Erleuchtung. Wenn Commons nicht bloß eine »Sache« ist, sondern vor allen die soziale Art und Weise, eine »Sache« herzustellen und zu erhalten, dann gilt das auch für die kapitalistische Elementareinheit, die Ware. Auch die Ware liegt nicht bloß im Regal und wartet darauf gekauft zu werden, sondern sie steht für die soziale Beziehung, die erforderlich ist, sie herzustellen (um Erhalten geht es selten).

Wenn das so ist, dann müsste man die »Sozialität« den Waren oder den Commons als Sachen auch ansehen. Sie müssten die sozialen Beziehungen, die »in sie geflossen sind« auch in ihrer Gestalt zeigen, dachte ich mir. Es ist so. Auf drastische Weise zeigt das der Film Behind the Screen.

(mehr …)

Entmonetarisierte Landnutzung konkret – Solidarische Landwirtschaft 2.0

Eine gekürzte Version dieses Artikels erschien in der aktuellen Streifzüge. Hier nun bei Keimform in ganzer Länge und in Farbe.

Warum Entmonetarisierung?

Warum eine Entmonetarisierung der Landnutzung Not tut, sollte hinlänglich bekannt sein. Wir müssen das agrarpolitische Desaster auf den Äckern schließlich tagtäglich mit ansehen. Mit Entmonetarisierung meine ich hier die landwirtschaftliche Produktion unabhängiger von Geld oder anderen Tauschmitteln und ihrer eigenen Logik zu organisieren.

(mehr …)

In what sense are markets “totalitarian”?

Peers support each other[Previous article in series: Why not just pay someone when needed?]

Michel Bauwens challenged my claim that markets are totalitarian:

well, this is absolutely factually and historically incorrect … even in tribal times, there have always been a multitude of exchange and reciprocity mechanisms, except for perhaps really small bands who had no contact with outsiders […]. market mechanisms were used with strangers and enemies in tribal societies …

Which however missed the point of my remark, since actually I had written:

Market production is totalitarian: if some goods (e.g. health care in your example) are only available on the market (by paying for them), then everybody must remain a market producer (engaging in some form of paid work or else living from the work of others), since otherwise how would they get the necessary money?

Clearly, reciprocity (possibly in the form of generalized reciprocity) exists in every society, as I pointed out before. (mehr …)

Diskursfigur 4: Jenseits des Geldes

Das ist Teil 4 einer Serie wöchentlich erscheinender Artikel, deren englische Fassung im Journal of Peer Production erscheinen soll. In den Artikeln versuche ich zehn Diskursfiguren zu beschreiben, wie sie im Oekonux-Projekt in über zehn Jahren der Analyse Freier Software und commons-basierter Peer-Produktion entwickelt wurden. Mehr zum Hintergrund im einleitenden Teil. Bisher erschienene Teile: 1, 2, 3.

Diskursfigur 4: Jenseits des Geldes

[English]

Da Geld nur im Zusammenhang mit Waren einen Sinn ergibt, bedeutet das Nicht-Ware-Sein (vgl. Diskursfigur 3), dass es hier nicht um Geld geht. Freie Software ist daher jenseits des Geldes. (mehr …)

Why not just pay someone when needed?

Peers support each otherThis continues the discussion on required vs. facilitated reciprocity that took place on the jox mailing list. Michel Bauwens remained skeptical that stigmergic self-organization is the way to go; he inquired:

what makes you believe that faced with healthcare issues, I will find with certainty a right doctor and equipment willing to take care of me … since I’m facing this kind of issues right now as a peer producer without health insurance, I’d be more than happy to follow your instructions …

As I understand it, his reasoning goes like this: (mehr …)

Demonetarisierung durch Entwarenformung

Kolumne Immaterial World in der Wiener Zeitschrift Streifzüge.

Das Schlagwort von der Demonetarisierung ist ein neuer, schillernder Begriff im emanzipatorischen Diskurs. So ist es nicht verwunderlich, wenn sich schnell Missverständnisse und Abgründe auftun. Einige von ihnen sollen hier diskutiert werden.

(mehr …)

Kapitalismuskritik in München

Logo des DGB BildungswerksEigentlich war das Seminar schon für letztes Jahr geplant, doch da musste es wegen schwerer Erkrankung meines Ko-Referenten kurzfristig abgesagt werden. In vier Wochen ist der Nachholtermin:

21. April 2012, 10 bis 18 Uhr
Tagesseminar „Kapitalismuskritik gut und schön – Aber was sind eure Alternativen?“
Tagesseminar des DGB Bildungswerk Bayern, mit Hermann Lueer und Christian Siefkes
im DGB-Haus München, Schwanthalerstraße 64

Hier der komplette Ankündigungstext: (mehr …)

Characteristics of Peer Production

Peers support each otherSummary of the characteristics of peer production, first part using Meretz’s work, the second part from my own studies:

A. The social logics of peer production

It is important to see the value inversion that occurs in peer production. Though it is integrated in the dominant economic model and embedded in the strategies of business firms, there are numerous inversions in the logic of value and production: (mehr …)