Schlagwort: geldlogik

Nichtwarenförmige Erdäpfel-Ernte

Die warenkritische Kooperative Karlshof lädt ein zur Kartoffelernte:

Der Spätsommer kommt vorbei und mit ihm die beliebten Knollen aus der Erde.

Nachdem letztes Jahr mit vielen Händen nur klitzekleine Murmeln aus dem Boden gesammelt wurden, wird es dieses Jahr wieder in die Vollen gehen!

Du bist herzlich eingeladen Teil an diesem Riesenspaß zu nehmen. Vom 2. bis zum 18. September ist es soweit.

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Collaborative Film Making: »Waking Up«

How can we imagine a world without money, private property, exchange and the like? Filmmaker Harald Sandø from Norway is creating the movie »Waking Up«. The film is not really »open source« (as mentioned on the website) since the sources are not accessible, but the author is open for participation writing the scripts. The story is inspired by the concept of a Resource Based Economy developed by Zeitgeist-Movement. Here’s the teaser:

The film teaser made it to the shortlist of the Film Festival Cinema Out of Your Backpack.

Geldlose Gesellschaft ist keine Utopie

Der Wiener »Standard« veröffentlichte einen Leser-Artikel des Architekten, Erfinders und Unternehmers Thomas Herzog. Der diskutiert eine geldlose Gesellschaft und geht dabei ein Reihe von Fragen durch, die wir auch hier immer wieder ansprechen:

  • Motivation ohne Geld
  • Wer macht die unangenehmen Tätigkeiten?
  • Arbeitseinsparung durch Geldwegfall (50% schätzt der Autor)
  • Eigentum und Besitz

Fazit: Eine geldlose Gesellschaft ist machbar, auch wenn etliche Fragen offen sind. Die schwierigste stellt der Autor zuerst: »Wie soll der Übergang … ablaufen?«

Gut, dass sich eine Standard-Zeitung traut, etwas so unstandardgemäßes zu bringen! [via]

The Emergence of Benefit-driven Production

OKCon logoThe following paper was written for the Proceedings of the 6th Annual Open Knowledge Conference (OKCon 2011) which took place about a month before in Berlin. It is also available in PDF format.

Abstract

The free software and free culture movements have radically changed the ways of producing software and knowledge goods. In many cases, participation in such project is benefit-driven rather than profit-driven. Participants get involved in order to realize some practical or social benefit, not because of monetary gains. Another difference from market- and firm-based production is that peer production is non-hierarchical: people voluntarily cooperate as peers; there are no fixed employer/employee or client/contractor relationships. And peer production is based on commons: goods which are jointly developed and maintained by a community and which are shared according to community-defined rules.

Peer production is not just about producing knowledge: Hackerspaces and Fab Labs are the first forerunners of a commons-based production infrastructure. While commons-based peer production reaches beyond capitalism, the preconditions of its development are created by capitalism itself. The paradoxical relationship of capitalism to human labor leads to developments that might make the concept of labor (as we know it today) obsolete, and with it capitalism itself.

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Produzieren ohne Geld und Zwang

¿Otros mundos posibles?[Versión en español]

Dieser Text ist mein Beitrag für die Konferenz „Andere mögliche Welten?“ (¿Otros mundos posibles?), die im Mai in Medellín (Kolumbien) stattfand. Alle Beiträge der Konferenz werden in einem Sammelband der Rosa-Luxemburg-Stiftung erscheinen, der Ende des Jahres in deutscher sowie in spanischer Sprache veröffentlicht werden soll.

Die Bewegung zum Commonismus

Stellen wir uns eine Welt vor, in der Produktion und Reproduktion bedürfnisorientiert zum Wohle aller stattfinden, organisiert von Menschen, die sich niemandem unterordnen müssen und sich freiwillig in die erforderlichen Tätigkeiten teilen. Ich nenne eine solche Gesellschaft Commonismus, weil ich glaube, dass darin die Commons, die Gemeingüter, eine wichtige Rolle spielen werden.

Man mag einwenden, dass eine solche Gesellschaft unmöglich sei, weil es sie noch nicht gab oder weil sie der Natur des Menschen widerspreche. Doch daraus, dass es etwas noch nicht gab, kann man nicht schließen, dass es unmöglich ist; und Argumente zur „Natur des Menschen“ übersehen, dass die Menschen nicht nur die Gesellschaft machen, sondern umgekehrt auch durch die Gesellschaft beeinflusst und geprägt werden. Ändern sich die Strukturen, ändert sich auch das Verhalten der Menschen.

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Nichtkommerzielles Leben in Berlin-Brandenburg

NKL, nichtkommerziell leben, so nennt sich ein Blog und eine Gruppe von Menschen, die Möglichkeiten — theoretisch wie praktisch — erforscht, mit wenig oder ganz ohne Geld leben zu können. Die Gruppe schreibt dazu:

Es geht nicht allein ums Geld, es geht um umfassende Alternativen zur zerstörerischen, ungerechten und uneffektiven Wirtschaftsweise.

Geldfreiheit wird also gleichzeitig mit einer Kritik an den kapitalistischen Wirtschaftsstrukturen verbunden. In Berlin und Brandenburg hat sich in den letzten Jahren eine recht breite Vielfalt an interessanten Projekten entwickelt. Genannt seien hier nur die Projektwerkstatt auf Gegenseitigkeit (PaG) mit den beteiligten Gruppen aller_Dings in Strausberg, Wukania Projektehof und Lokomotive Karlshof; die Gruppe Kleider tauschen Leute, die Initiative Transition Town Berlin-Friedrichshain/Kreuzberg, verschiedene Umsonstläden und anderes mehr.

Tipp: Es ist noch möglich, bei der PaG-Commons-Tour 2011 einzusteigen — wörtlich gemeint: Ein Bus fährt zu den PaG-Projekten. Die erste Bus-Tour zum Wukania-Projektehof nach Biesenthal (nordöstlich von Berlin) ist bereits gelaufen. Die nächsten Termine sind der 17. Juli mit einer Fahrt zur Stadtkommune aller_Dings nach Strausberg, und am 10. September geht die Tour zur Lokomotive Karlshof bei Templin. Mehr Infos hier.

Lena Meyer-Landrut

… wurde zwar beim Eurovision Songcontest dieses Jahr auf Platz 10 durchgereicht, aber dafür hat sie letztes Jahr in einem Interview mit Ö3 was schönes gesagt. Auf die Frage, was sie verändern würde, antwortete sie:

Eine Welt ohne Geld?

So stellt sich die Oya-Illustratorin die geldlose Produktion vor (zum Vergrößern klicken)Wie gleichberechtigt und freiwillig produziert werden kann

[Der folgende Artikel wurde in der Oya 8 veröffentlicht, deren Thema das „Geldbeben“ ist.]

Das Geld spielt in unserer Gesellschaft eine so große Rolle, dass es schwierig ist, sich eine Welt ohne Geld vorzustellen. Arbeiten die Menschen nicht nur, um Geld zu verdienen?

Würden Firmen ohne die Erwartung von Profiten etwas produzieren? Wahrscheinlich eher nicht. Doch für das Tun der Menschen spielt das Geld keine so große Rolle, wie man gewöhnlich denkt. Weniger als 40 Prozent der in Deutschland geleisteten Arbeiten werden bezahlt, der größere Teil wird nicht entlohnt: Tätigkeiten im Haushalt, private Pflege- und Betreuungsleistungen sowie ehrenamtliche Tätigkeiten. Gerade weil sie unbezahlt sind, werden diese Tätigkeiten in unserer Gesellschaft meist nicht sehr ernst genommen, doch ohne sie würde alles zusammenbrechen. Und sie demonstrieren eindrucksvoll, dass Menschen für andere nützliche Dinge tun, auch wenn sie nicht mit Geld „bestochen“ werden.

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