Bier und Eiscreme

Free is not for freeSeit Anbeginn Freier Software können wir Richard Stallman mit dem Satz »free as in free speech, not free beer« zitieren, um geduldig zu erklären, dass »frei« in Freier Software nicht »kostenlos« bedeutet. Manche schnallen es trotzdem nicht.

Das wird nun noch komplizierter, denn jetzt gibt es FREE BEER – »free, as in free software« könnte man nun sagen. So hat nun also das GNU-Projekt auf Eiscreme umgestellt, ja, kein Witz: »free as in free speech, not as in free ice cream«. Na, ob das lange hält?

Again: Fun or Money?

Es ist ja schon länger bekannt, dass in China viele Leute davon leben, dass sie stundenlang vor dem Computer hocken und Onlinespiele wie zum Beispiel World of Warcraft spielen. Sie häufen Spielgeld an und verkaufen dieses dann an reiche Spieler im Westen für echtes Geld.

Diese an sich schon bizarre Tatsache, wird nun durch eine neue Meldung noch gesteigert. Anscheinend gibt es dort jetzt Banden, die Kinder zwingen für Geld zu spielen-arbeiten.

Fun or Money? Beides und weder noch würde ich sagen.

Was hat das mit unserem Thema zu tun? Das ist zugegeben nicht so direkt zu erkennen. Der Hintergrund für mich ist Folgender: Ich bin zu dem Schluß gekommen, das es entscheidend ist, um Keimformen zu verstehen, zu verstehen nicht nur was Arbeit ist, sondern auch, wie dieser Bedeutungswirbel mit den benachbarten Wirbeln Spiel und Liebe korrelliert. In diesem Zusammenhang macht mich diese Meldung aufmerksam. Zum einen beleuchtet sie ein Verhältnis von Arbeit und Spiel, das völlig quer liegt zu dem sonst üblichen und das nun gerade auch noch Kinderarbeit involviert ist bringt den dritten Wirbel Liebe mit ins Spiel (Ist Kinderarbeit nichts anderes als der Entzug von Liebe unter den Bedingungen des globalisierten Kapitalismus?). Ich gebe gerne zu, dass das alles noch keine ausformulierte Theorie ist, nur Assoziationen. Ich poste das also hier in der Hoffnung, dass sich aus euren Kommentaren neue Assoziationen ergeben, die mich und euch ein Stück weiterbringen – und das ist ja mit Christians Intervention – zumindestens was mich angeht – auch schon geschehen.
Noch ein Versuch: Ist nicht der Witz bei Freier Software, das Spiel und Arbeit zusammenfallen können (siehe Stefans letzten Beitrag)? Und passiert hier nicht genau dasselbe, nur eben doppelt pervertiert statt doppelt frei? Das muss doch was bedeuten für uns, oder?

Fun or money?

Welche Rolle spielt »Spaß« oder/und »Geld« für Software-EntwicklerInnen, und wie sieht es damit bei Freier und »kommerzieller« Software aus? Damit befasst sich eine Dissertation, die in Zürich die Doktorwürde in »Ökonomie« erbrachte – na, das ist doch mal was Sinnvolles. Auch wenn die Gegenüberstellung von »frei« und »kommerziell« eigentlich falsch ist, wie Stefan Merten vom Oekonux-Projekt bemerkt. Er hat die Arbeit gelesen und eine Auswertung in deutsch und englisch verfasst.

Dialektik im Neoliberalismus

Der BdWi – Bund demokratischer WissenschaftlerInnen – lud zur »Herbstakademie« ein, um sich 5 Tage lang in netter Umgebung mit einem alten, aber selten explizit verhandelten Thema zu befassen. Was aber ist eigentlich »Dialektik«? Wer zunächst einmal Aufklärung über diese Frage erwartete, um sich dann gut gerüstet den Gemeinheiten des Neoliberalismus zuzuwenden, sah sich enttäuscht.

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Bio-Linux gegen Monsantosaurus Rex

In der Wochenzeitung »Freitag« der aktuellen Nummer 39/2006 ist ein interessanter Artikel zu »Open Source in der Biotechnologie« erschienen. Darin geht es um den Kampf des Cambia-Institutes gegen Patente im Biotech-Bereich durch – so paradox das klingt – schnellere Patentierung. Unter einer eigenen BIOS-Lizenz kann die Patentnutzung kostenfrei lizensiert werden. Der »Freitag«-Artikel diskutiert im weiteren Parallelen und Unterschiede zur Freien Software.

Patente fördern Innovation!

Entschuldigt die (in diesem Kreise) provokante Überschrift, aber angesichts einer Heise-Meldung, in der es heisst, dass alle wesentlichen Patente auf GIF jetzt abgelaufen seien, kam mir dieser ketzerische Gedanke. Warum?

Nun, das technich bessere PNG-Format verdankt seine zumindestens teilweise Verbreitung im Netz wohl vor allem der Tatsache, dass GIF bisher patentiert war und deshalb unter anderem von der FSF boykotiert wurde. Dennoch ist GIF, vor allem aufgrund der Tatsache, dass der Internet-Explorer transparente PNGs lange Zeit nicht unterstützt hat, noch immer das häufiger benutzte Format.

Meine dunkle Ahnung ist nun, dass jetzt ein wichtiger Grund zur Verwendung von PNG wegfällt und somit sich auch weiterhin das technisch schlechtere GIF als Standard behaupten kann. Nun, ich hoffe mal, ich liege falsch!

Ökonomische Vorteile für Open-Access-Publisher

Bei netzpolitik.org bin ich über einen Hinweis gestolpert, den ich im wesentlichen an euch weitergeben möchte. Ich bin selbst noch nicht dazu gekommen, den Artikel ganz zu lesen, aber die Einleitung klingt sehr interessant. Es geht um eine Betrachtung der ökonomischen Vorteile für kleinere und mittlere Herausgeber von wissenschaftlichen Journalen, wenn sie kein klassisches Copyright verwenden sondern eben Open Access. Also eine ganz ähnliche Interessenlage wie bei Freier Software und den kleineren Softwareklitschen, die sich gemeinsam mittels Freier Software gegen die großen Monopole zu behaupten versuchen.

(Post-)Operaismus

Ja, genauso heißt ein neues Buch, dass die Autoren Martin Birkner und Robert Foltin heute, 28.9.06, bei einer Veranstaltung in Berlin vorstellten. Viele werden damit heute nichts mehr verbinden, denn die italienische politische Bewegung des »Operaismus« ist Geschichte, während andere im Buch behandelte Nachfolge-Theorien häufig nicht mit dem Begriff »Postoperaismus« bezeichnet werden.

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