Argentina Copyleft

Argentina Copyleft!Die Böll-Stiftung hat wieder einen Copyleft-Coup gelandet: Pünktlich zur Frankfurter Buchmesse erscheint die deutsche Ausgabe von »Argentina Copyleft!«.

Argentinien ist eines der Länder mit den restriktivsten Urheberrecht-Gesetzen. International bekannt geworden ist der Fall des Philosophieprofessors Horacio Potel, der spanische Übersetzungen der Werke von Nietzsche, Heidegger und Derrida für seine Student_innen ins Netz stellte und daraufhin wegen Urheberrechtsverletzung (im Falle von Derrida) angeklagt wurde. Eine Welle der Solidarisierung bewirkte schließlich eine Einstellung des Verfahrens.

Am 4.10.2010 wurde das Buch in der Böll-Stiftung vorgestellt, es folgen Präsentationen auf der Buchmesse. Das Buch steht unter einer CC-Lizenz und kann bei der Stiftung bestellt oder via Web heruntergeladen werden. [via]

[Update] Ein Gespräch mit Horacio Potel hab ich aus dem Buch gezogen.

Forschung zwischen Business und Freiheit

Am 8. und 9. Oktober 2010 findet an der Freien Universität Berlin die dritte wissenschaftliche Konferenz über Freie Kultur statt. Titel der Konferenz: »Freie Kultur zwischen Commons und Märkten — Annäherung an eine hybride Ökonomie?« Die Teilnahme an der Konferenz ist kostenlos, eine Anmeldung ist jedoch erforderlich. Die Konferenzsprache ist englisch (=>Programm).

Hier die Themen der Konferenz (englisch): (mehr …)

What is »Selbstentfaltung«?

Selbstentfaltung: To use the own potential without any restrictions taking into account, that my Selbstentfaltung is the precondition for the Selbstentfaltung of others — and vice versa.

Seminar zur Peer-Produktion in Berlin

Die Teamerinnen der Kapitalkurse an der RLS führen am kommenden Samstag, 25.9.2010, 10 bis 19 Uhr, ein Tagesseminar durch zum Thema:

Beitragen statt Tauschen: Commons und Peer-Produktion als Grundlagen einer nicht-kapitalistischen Gesellschaft

In den letzten Jahrzehnten ist eine neue Produktionsweise entstanden, die auf Kooperation und Teilen beruht. Auf dieser Produktionsweise – Peer-Produktion genannt – basieren Freie Software (Linux und Firefox), Wikipedia und die Freie-Kultur-Bewegung, Freie Funknetze und Projekten wie SETI@home. Aber Peer-Produktion kann mehr. In dem Seminar soll es darum gehen, wie eine Gesellschaft aussehen könnte, die auf Peer-Produktion beruht, so dass es kein Geld und keinen Markt mehr braucht.

Geplant sind zwei Themenblöcke: Vormittags geht es um die Grundprinzipien der Peer-Produktion, wie wir sie insbesondere in der digitalen Sphäre heute schon beobachten können. Nachmittags geht es Möglichkeiten, Probleme und Herausforderungen der Übertragbarkeit der commonsbasierten Peer-Produktion auf andere gesellschaftliche Bereiche hin zu einer gebrauchswertorientierten Peer-Ökonomie.

Mit: Dr. Christian Siefkes

Es sind noch Plätze frei, anmelden bitte bei Antonella Muzzupappa und Valeria Bruschi: valeanto ät das-kapital-lesen.de

Four Freedoms of Free Culture

Simply because it’s a great post — here’s a repost from ninapaley.com:

In my endless attempt to explain what’s wrong with Creative Commons’ “non-commercial” and “no derivatives” restrictions, I came across this 2005 article by Benjamin Mako Hill: (mehr …)

grundlegung.de

Ich habe ein neues Projekt gestartet: Es befasst sich mit der Einführung in die »Grundlegung der Psychologie« von Klaus Holzkamp. Die »Grundlegung« ist das Basiswerk der Kritischen Psychologie. Es ist allerdings ziemlich schwer zu lesen. Um den Einstieg ein wenig zu unterstützen, habe ich eine Art »Onlinekurs« gestaltet. Wöchentlich erscheinen Artikel, die Abschnitte des Buches behandeln. Die Artikel kann man abonnieren. Alle Texte und Grafiken sind »gemeinfrei«, können also beliebig weiter verwendet werden.

Gleich in den ersten Ausgaben geht es um das »Fünfschritt-Modell«, in dem der Keimform-Begriff eine wichtige Rolle. Wer also schon immer mal wissen möchte, wo der Keimform-Begriff herkommt (das ist eine Quelle, es gibt weitere ) und was er genau bedeutet, findet dort eine ausführliche Erklärung. Am 30.8.2010 geht’s los, eintragen kann man sich schon jetzt.

Kritische Kategorien

In der neuen Kolumne »Immaterial World« in den Wiener »Streifzügen« geht es um die Rolle einer speziellen Sorte von Begriffen: um kritische Kategorien. Kategorien sind analytische Begriffe, die einem »die Realität aufschließen«, sie sind sozusagen die Brille, durch die wir die Realität wahrnehmen. Von den Kategorien hängt ab, was wir zu Gesicht bekommen.

Versteht man etwa »Subjekt« im Wortsinne ausschließlich als das »Unterworfene«, als Gefangenen der Fetisch-Verhältnisse, dann wird die Seite des »unter vorfindlichen Bedingungen Handelns« verabsolutiert. Dabei gerät die andere Seite aus dem Blick, nämlich die des Schaffens und Veränderns der vorhandenen Bedingungen. Auch diese Seite darf nun wieder nicht vereinseitigt werden — etwa im Sinne eines willkürlichen Wunschschloss-Bauens –, sondern Handlungseinschränkungen wie -Möglichkeiten müssen in ihrer Widersprüchlichkeit sichtbar gemacht werden. Das ist die Aufgabe kritischer Kategorien. Mehr dazu steht in der Kolumne.

Um das komplizierte Verhältnis von an Marx orientierter Gesellschaftstheorie, Kategorien und Einzeltheorien geht es auch in einem Workshop bei der Ferienuni Kritische Psychologie, an dem ich teilnehme. Wer sich für die hier angesprochenen erkenntnistheoretischen Fragen interessiert, ist herzlich eingeladen.

Michel Bauwens on Openness in Design and Manufacturing

The following video is picked out of a big stream of skype-based interviews on open design, especially in architecture — driven by the Berlin based project opensimsim.net. The interview was done by Natalia Fentisova.

Patente enteignen!

Patente sollen einen ökonomischen Anreiz bieten, neue techische Verfahren zu erfinden — zum Beispiel für die Produktion neuer Medikamente. Dass insbesondere im Pharmabereich häufig öffentliche Gelder in der Forschung eingesetzt werden, könnte alleine schon rechtfertigen, keine Patente für Privatproduzenten zuzulassen. Genau dies geschieht jedoch in aller Regel — die private Verwertung der öffentlichen finanzierten Forschungsergebnisse.

Skandalös wird die Sache, wenn die Privatproduzenten nicht willens (z.B. aufgrund zu geringer Gewinnmargen) oder in der Lage (z.B. aufgrund nicht eingehaltener gesetzlicher Hygienevorschriften) sind, das patentierte Medikament auch tatsächlich zu produzieren. Ein solcher Fall wird nun aus den USA berichtet.

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Liquid Feedback und die Dialektik des Datenschutzes

Es ist ja sei den Bundestagswahlen etwas ruhig geworden um die Piraten. Sie kreisten sehr um sich selbst. Nun ist mal wieder etwas aus dem Bauch der Piratenpartei nach oben gespült worden, was eine größere (Netz-)öffentlichkeit interessiert obwohl auch das eigentlich eine rein interne Angelegenheit ist.

Ich habe ja schon von Anfang an gesagt, dass – bei aller Kritik die ich an den Piraten geäußert habe – einer ihrer interessantesten Aspekte ihre Experimente mit neuen Demokratieformen sind. Zu diesem Zweck benutzt zum Beispiel der Berliner Landesverband ein Tool namens „Liquid Feedback“ (eine Implementation der Ideen der „Liquid Democracy„). Die Bundespartei will das laut einem Parteitagsbeschluss auch einführen. Was ist das überhaupt? Im Kern geht es um eine Mischung aus direkter und repräsentativer Demokratie. Ich kann je nach Thema selber abstimmen oder meine Stimme für bestimmte Themenkomplexe delegieren. Die Leute an die ich die Stimmen delegiere, können diese dann selbst wieder delegieren. Ich kann jederzeit meine Delegation widerrufen (Das Parteigesetz lässt allerdings nicht zu, dass Beschlüsse damit gefasst werden, das System soll also vorerst nur empfehlenden Charakter haben).

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