Kategorie: Feindbeobachtung

Knol = Wikipedia + AdSense?

Google hat eine neue Plattform gestartet: Knol. »Share what you know« (»Teile, was du weisst«) ist der community-orientierte Slogan. Ist Knol so etwas wie eine Anti-Wikipedia? Bei Knol werden Artikel nicht kollektiv verfasst und verbessert, sondern von einzelnen Autor_innen. Diese können optional die Mitarbeit erlauben. Zunächst »gehören« die Artikel jedoch festen Autor_innen. Folglich kann es zu einem Thema auch mehrere Artikel geben.

Zu einem Artikel kann es Reviews, Kommentare oder Bewertungen geben — oder eben einen weiteren Artikel mit einer Gegenposition. Knol hat also keinen enzyklopädischen Anspruch wie Wikipedia, sondern will auch kontroverse Sichten sammeln. Per Default wird CC-sa als Lizenz vorgeschlagen, die jedoch in ein tradionelles »All Rights reserved« geändert werden kann.

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Irish Friends Vote NO For Me!

Irish Friends Vote NO For Me!

There are enough reasons to reject the EU treaty — militarism, surveillance state, and neoliberalism are only three keywords. But we can’t, because we are not allowed to vote. Only the Irish people can vote. Support them to vote NO for us!

Es gibt genug Gründe den EU-Vertrag abzulehnen — Militarismus, Überwachungsstaat und Neoliberalismus sind nur drei Stichworte. Aber wir können den Vertrag nicht ablehnen, da wir nicht abstimmen dürfen. Nur die irische Bevölkerung darf abstimmen. Unterstützt sie, um für uns mit NEIN zu stimmen!

Long Cycles – Zwischenstand

Joshau S. Goldstein, Long Cycles - Prosperity and War in the Modern AgeIm Rahmen meiner Forschungen zum Informationskapitalismus bin ich drüber gestolpert, dass ich mich eigentlich mal mit den diversen Theorien über sogenannte „lange Wellen“ befassen müsste. Letztens hat mich dann hier ein hilfreicher Kommentar auf die Spur eines schon etwas älteren (1988) Buches von Joshua S. Goldstein gebracht: „Long Cycles – Prosperity and War in the Modern Age“. Leider hat mich lange der hohe Preis von einer Lektüre abgehalten obwohl mich eine vielversprechende Rezension noch neugieriger gemacht hat. Kurz nachdem ich dann das Buch so billig wie verranzt in einem Antiquariat in Amsterdam gekauft hatte, stelle ich jetzt fest, dass es schon längst vom Autor ins Netz gestellt wurde. Naja, dicke Wälzer am Bildschirm lesen, ist eh keine Freude.

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Merkel löst Hardwareproblem der Peer-Ökonomie

Anläßlich des »Tages des geistigen Eigentums« — wozu mir ansonsten nicht viel einfällt — hat uns Bundeskanzlerin Merkel die Schlüsselfrage der Peer-Ökonomie — wie die Prinzipien aus der nicht-stofflichen in die stoffliche Welt übertragen — im Vorübergehen gelöst [via]:

»Das Herunterladen von Computern ist eine Sache, die nationale Grenzen nicht schützen können.« (hier ab Min. 2:35)

Computer herunterladen! Das Einfache liegt manchmal so nah 😉

Warum dann aber mit Internetsperrung drohen wie in Frankreich und England? Glaubt die Kanzlerin, dass die User mit der Downloadfreiheit nicht umgehen können und sich im Übermaß Computer herunterladen? Die dann überall herumliegen? Und damit ökologische Probleme ohne Ende aufwerfen? Gar die CO2-Bilanz von Deutschland versauen? Oder was soll das oder das?

Entwertung, die zweite: GEMA schwächelt

Bildquelle: jammin-inc.de, Gewinnerband beim OMC#3Wie vorausgesagt hat die GEMA für 2007 ein Einnahme-Minus zu verzeichnen. Die schlechten Nachrichten verkündete der GEMA-Chef Heker bei einer Pressekonferenz am 22.4.08. Im Bereich »Tonträger« kam es zu einem Einbruch: 20 Mio. Euro weniger wurden eingetrieben (-8,3%). Diese werden zum Teil kompensiert durch eine Verdopplung der Einnahmen auf niedrigem Niveau bei »legalen Musikdownloads« (+3,7 Mio.). Reingehauen hat auch ein Minus bei »Kabelweiterleitung« (-18,8 Mio. = -42,7%) im Bereich Rundfunk und Fernsehen — durch Rückgang bei der Kabelnutzung?

Unterm Strich wurden 24,8 Mio Euro weniger eingenommen (-2,8%), die Ausschüttungssumme sank um 23,4 Mio Euro (-3,1%). Auffällig ist das Fehlen des Frühjahr-GEMA-Briefes, der jeweils im März erscheint und die Umsatzlage des Vorjahres erklärt.

Today’s DocumentFreedomDay

DocumentFreedomDay[EN] This day shall increase the awareness about the importance of open document standards. Open document standards are digital equivalents to the pens of the paper world: Every pen should work on every paper. However, this is not the case for document formats. Not every document application work on every document data format, if the data format is not openly defined and standardized.

Today the world is dominated by proprietary formats. However, there is an alternative, the open document format:

ODF (OpenDocument Format) is an ISO standard created with the aim to provide an open XML-based document file format for office applications to be used for documents containing text, spreadsheets, charts, and graphical elements. ODF is defined via an open and transparent process at OASIS and has been approved unanimously by the International Organization for Standardization (ISO) and the International Electrotechnical Commission (IEC) as an international standard in May 2006. Instead of trying to reinvent the wheel ODF reuses established standards like HTML, SVG, XSL, SMIL, XLink, XForms, MathML, and Dublin Core. (src)

The demand for openess and standardization is also heard by monopolists like Microsoft. Although ODF standard already exists, Microsoft created its own »open« standard OOXML and tries to become standardized by using a lot of dirty tricks. Thus, Microsoft’s OOXML should be disapproved — read 20 good reasons.

Free your office from proprietary formats, use free software on open document formats!

[DE] (mehr …)

Wenn die EU dich fragt…

Piratenpartei lädt zur EU-Umfrage zum Urheberrecht einDa dachte ich mir, da kannst du doch mal mitmachen. Wenn die EU meine Meinung zum Urheberrecht wissen will, dann kann ich mich nicht verweigern. Ein wenig war ich durch die zarten Andeutungen in der Einladung der Piratenpartei (»teilweise schwer zu beantworten«, »Verwertungsindustrie … ihre Meinung in die Umfrage einfließen«) schon vorgewarnt, was ich aber dann präsentiert bekam, war schon ein starkes Stück. Es ist ein Musterbeispiel für die Manipulation von Umfragen.

Auf zum »Fragebogen zum Urheberrecht, DRM und kreative Online-Inhalte«

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Microsoft: Mit Koopkurrenz siegen?

Tux auf der Jagd (CC by-sa-nd IT appuntiubuntu.wordpress.com)Manche reiben ich verwundert die Augen: Microsoft und Open Source — kann das sein? Na klar, denn wenn eins Microsoft nicht ist, dann blöd (trotz manch gegenteiliger Beispiele). »Coopetition« heisst die Strategie dahinter, also eine Mischung aus Hände schütteln und Messer in den Rücken (Kooperation und Konkurrenz). Eigentlich nichts Neues in der Wirtschaft, aber schon interessant, dass sich ein Monopolist zu Anpassung an die Macht des Faktischen der Freien Software gezwungen sieht.

Wenn man das ökonomisch durchdenkt, ist es noch interessanter: Da muss ein fetter Rentier, der gut von der »Informationsrente« lebt, eine freiwillige Rentenkürzung hinnehmen, um den Rest der Rente zu sichern. Microsoft, ein Opfer des Neoliberalismus! Nun werden die Koopkurrenten genau das gleiche tun und die Abwärtsspirale antreiben — ein »Race to the bottom«. Und was bildet die Bottomline? Na ja, nach meiner These ist Software ja eh wertlos, also bleibt da nur ein wenig Infrastruktur. Aber auch wenn man proprietäre Software noch ernsthaft für werthaltig hält, kann der Sturz sehr tief sein. Wir werden das noch erleben — die Entwertungsspirale hat erst begonnen!

Mehr lesen:

A Trillion Dollar Market

Wie mit Openness und Klimakatastrophe richtig viel Geld machen? Und gleichzeitig zu den Guten gehören? Das Project Better Place zeigt wie es geht. Kapitalismus ist pervers.

How to make really much money with openess and climatic catastrophe? And belonging to the good at the same time? Project Better Place shows how it works. Capitalism is perverse.