Kategorie: Feindbeobachtung

Ein Viertel der Welt-Biomasse ist bereits kommodifiziert

Klicken zum VergrößernKommodifiziert = in Wert gesetzt. Das ist die schlechte Nachricht. Die gute Nachricht: Drei Viertel sind es noch nicht. Aber die Konzerne sind dran:

»Ungefähr ein Viertel der Welt-Biomasse wurde bereits kommodifiziert. Mit einem extremem genetischen Engineering sehen wir neue Unternehmensstrategien sich die anderen drei Viertel der Welt-Biomasse unter den Nagel zu reissen und zu kommodifizieren, die bisher noch jenseits der Marktökonomie verblieben sind.« (Eigene Übersetzung)

Schreibt Pat Mooney, Gründer der ETC Group. Mehr dazu und was im neuen Report »Wem gehört die Natur« (englisch: PDF) steht, könnt ihr im CommonsBlog lesen.

Die sechs Stufen der Krise

Alle reden über die fiese Krise. Dabei geht oft einiges durcheinander. In der marxistischen Diskussion gibt es eine lange Geschichte von Krisentheorien, die in einem Text von Thomas Sablowski sehr gut zusammengefasst wird. Er schließt mit den Worten:

„Das zeigt, dass die Kapitalakkumulation kein rein ökonomischer Prozess ist, sondern auch politische und militärische Dimensionen hat. Die politischen und militärischen Prozesse bleiben jedoch umgekehrt unverständlich, wenn sie nicht auch mit den Mitteln der Akkumulations- und Krisentheorie analysiert werden.“

Das klingt nach einem anspruchsvollen Programm. Aber man kann ja trotzdem mal anfangen. Um die „politische und militärische Dimension“ zu verstehen ist es absolut erforderlich eine historische Perspektive einzunehmen und zu schauen welche Art von Krisen wir bereits beobachten konnten und was ihre auslösenden Tendenzen sowie ihre Auswirkungen waren. Das will ich im folgenden tun.

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Kleine bedruckte Papierscheinchen gegen die Armut?

„Dieser Planet hat – oder besser gesagt, hatte – ein Problem. Die meisten seiner Bewohner waren fast immer unglücklich. Zur Lösung dieses Problems wurden viele Vorschläge gemacht, aber die drehten sich meist um das Hin und Her kleiner bedruckter Papierscheinchen, und das ist einfach drollig, weil es im großen und ganzen ja nicht die kleinen bedruckten Papierscheinchen waren, die sich unglücklich fühlten.“ Douglas Adams, Per Anhalter durch die Galaxis

Heute ist Blog-Action-Day gegen die Armut. Da beteilige ich mich gerne. Armut ist immer blöd. Egal ob absolut oder relativ, ob materiell oder geistig. Die Organisatoren rufen dem Anlaß angemessen zu Spenden auf. Mit etwas Glück schadet das nichts und vielleicht nützt es ja sogar was. Die Uno will die Armut halbieren, zumindest die absolute. Es sieht alles so aus, als ob das zum Scheitern verurteilt ist.

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15.000 bis 100.000 auf der Straße

Tux auf der Demo in BerlinOk, es liegt zwar keine 10er-Potenz zwischen der Schätzung der Polizei und der der Veranstalter, aber fast. Ts. Also ziehen wir mal die Zuschauer_innen ab und gehen dann rund von 50.000 Menschen aus, die gegen den Überwachungswahn demonstriert haben — dann waren das immer doch richtig viele! Und das bei so einem Langweilerthema wie »Datenschutz«. Es gruselt eben doch viele, was CDU/SPD so alles vorhaben.

Wie schon letztes Jahr, war das Tux-Transparent beliebtes Fotomotiv, zum Beispiel auch jener oben erwähnten Zuschauer_innen. Auch der RBB hat drauf gehalten, mal sehn ob’s einen Dreisekundenschnipsel in den Nachrichten gibt. Es war nett, so viele Leute getroffen zu haben, und es gab so auch immer jemanden, der das Transparent getragen hat 😉

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Weltzeituhr um zwei

Mit Tux auf der Demo gegen ÜberwachungsstaatMorgen, am Samstag, um 14:00 Uhr, beginnt die große Feier zur Beerdigung des Kapitalismus Demo gegen den Überwachungswahn. Freundinnen und Freunde des Neuen im Alten treffen sich — gewiss, etwas phantasielos — um 14:00 Uhr an der Weltzeituhr. Wir werden nebenstehendes Transparent dabei haben, sollten also nicht zu verfehlen sein. Wir können ja dann schon mal überlegen, wie es nach dem Kapitalismus weitergeht wir die Überwachung individuell unterlaufen, Vorschläge hatten wir ja schon mal letztes Jahr in einem Flyer (PDF) gemacht.

Crashkurs Krise

Norbert Trenkle eröffnete das diesjährige Krisis-Seminar zum Thema »Crashkurs – Finanzmarktkrise, Peak Oil und die Grenzen der Warengesellschaft« mit dem ironischen Hinweis, dass das Seminar nicht wegen des aktuellen Finanzmarkt-Crashes stattfände (und auch nicht umgekehrt!), sondern dass das Seminar schon länger geplant sei. So sei es zwar passend, aber doch zufällig, sich mitten im Crash zu treffen. Grundsätzlich gehe man zwar von einer tiefgreifenden Krise aus, doch die Verlaufsform sei eben nicht vorherzusagen.
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Wider den Überwachungsstaat

freedom not fear

Auch dieses Jahr wird offline (ja, da draußen auf der Straße!) demonstriert, und zwar gegen den Staat, der online allerlei Daten auf Vorrat speichern will. Wie schnell man aufgrund simpler Stichworte als Terrorverdächtiger in die Repressionsmühlen gerät, zeigte der Fall von Andrej und anderen im letzten Jahr sehr anschaulich. — »Kann mir nicht passieren« gilt hier nicht!

Aus dem Demo-Aufruf:

Um gegen Sicherheitswahn und die ausufernde Überwachung zu protestieren, gehen wir am Samstag, den 11. Oktober 2008 in Berlin unter dem Motto „Freiheit statt Angst – Stoppt den Überwachungswahn!“ auf die Straße. Treffpunkt ist der Alexanderplatz um 14.00 Uhr. Der Protestmarsch durch die Stadt wird mit einer großen Abschlusskundgebung vor dem Brandenburger Tor enden.

Mehr zum Thema Überwachung im Interview mit Anne, die seit ihrem mittelbaren Hineingeraten in die o.g. Mühlen ein Blog zum Thema betreibt.

Die lange Welle bricht

Ich beschäftige mich ja seit einiger Zeit mit der Theorie der langen Wellen. Ursprünglich wurde mein Interesse geweckt durch Überlegungen, dass es eine langfristige Auswirkung von Moores Law auf die gesamte Wirtschaft – und nicht nur den IT-Sektor – geben könnte. Meine erste These war, dass Moores Law das Ufer ist an dem die lange Welle bricht, ich hab das damals ökonomische Singularität genannt.

Ich bin dann zwischenzeitlich davon wieder abgekommen, weil bis vor kurzem die lange Wellen Voraussage einfach zu gut auf die Wirklichkeit gepasst hat. So schrieb Joshua Goldstein 2005:

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AntenneTux mit Interview aus Hiddinghausen

Das Linux-Maskottchen Tux – Bild von Larry Ewing, Simon Budig und Anja GerwinskiHeute (25.9.) um 18:05 wird die fünfzehnte AntenneTux-Sendung ausgestrahlt. Unter anderem enthält die Sendung ein Interview, das Peter Bußfeld und sein Team mit mir in Hiddinghausen geführt haben. Thema war diesmal allerdings nicht die Peer-Ökonomie (denn um die ging es ja bereits ausführlich in der dreizehnten Sendung). Stattdessen drehte sich das kurze Gespräch darum, was ich von der scheinbaren Öffnung von Microsoft gegenüber der „Open-Source-Bewegung“ (bzw. bestimmten Teilen davon) halte und wie ich die Microsofts Verhalten zugrunde liegenden Strategien und Taktiken einschätze.

Weitere Themen der aktuellen Sendung sind:

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Die dunkle Seite der Macht

Gerade haben wir uns ein ganzes langes Wochenende mit der Frage auseinandergesetzt wie man die „commons-based peer-production“ auf gesellschaftliches Niveau verallgemeinern kann. Dabei sind viele interessante Ideen entstanden und weitergedacht worden und womöglich ist das ein Fortschritt auf dem Weg zur befreiten Gesellschaft. Doch jetzt ist es Zeit sich mal wieder die dunkle Seite der Macht anzugucken. Ich nenne diese die „commons-based peer-destruction„. Diese folgt den selben Prinzipien wie ihr heller Vetter, wirkt aber nicht emanzipativ und lebendig, sondern unterdrückend und tot. Anhand zweier Beispiele möchte ich vor allem meine Ratlosigkeit demonstrieren. Gibt es irgendetwas, das diese Beispiele von peer-production, wie wir sie bisher verstanden haben, unterscheidet? Wenn ja: Was könnte das sein? Wenn nein: Ist das gut oder schlecht? Hängen diese Probleme vielleicht mit der Frage der Rolle der Gemeinschaften für die commons zusammen?

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