Kategorie: Eigentumsfragen

Piratenkritik

Ich verfolge gerade den Bundesparteitag der Piratenpartei nebenher im Livestream. Ich hatte ja zur Europawahl zur Wahl der Piratenpartei aufgerufen. Selbst bin ich zwar wohlwollender Beobachter aber kein Mitglied, weil ich viel zu sehr Antipolitiker bin, um bei einer Partei mizumachen. Mir sind beim Livestreamgucken ein paar Sachen aufgefallen, die mich bezüglich der politischen Kultur in dieser Partei doch etwas iritiert zurück lassen:

  • Trotz aller vor sich her getragenen Distanz zum politischen Geschäft gibt es eine geradezu gespenstisch anmutende Begeisterung auch ja alles „richtig zu machen“. Schon immer tummeln sich in der Netzkultur auch die Grammatiktrolle und Regelfetischisten wie sonst nirgendwo (ausser vielleicht in Kleintierzüchtervereinen). Jetzt haben sie eine Partei zum Austoben. So wirkte das Ganze zeitweise mehr wie eine Parodie eines Parteitages oder wie eine Partie Nomic. Die Piraten sollten aufpassen, dass sie nicht von der Legalistenpartei unterwandert werden.

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Urheberrecht mit links

Nur: Ist der Kapitalismus eine Schlammpackung?Am 15. Mai fragte sich die Linksfraktion, wem eigentlich das Wissen gehört und holte sich etliche Gäste und rund 60 Besucher_innen zur Hilfe. Auf den Panelen Weltwirtschaft, Wissenschaft, Kultur, Internet und Abschluss wurde eine breite Palette von Themen angerissen — mehr Zeit war nicht.

Die Veranstaltung war — soweit ich sie mitbekam (bis 16:00) — mäßig interessant. Gut, wie immer, war Volker Grassmuck mit seiner Keynote, der nochmal klar darstellte, dass die alten Zeiten vorbei und alle Rückdrehversuche der digitalen Revolution (Raubkopierer-Propaganda, DRM etc.) zum Scheitern verurteilt sind. Es sprach sich für einen »digitalen Frühjahrsputz im Urheberrecht« aus. Sein Lieblingskind, die Kulturflatrate, durchzog im Folgenden die Veranstaltung.

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Reclaim the Commons — Squat your Airport!

DE: Am 20. Juni wird der Ex-Flughafen Berlin-Tempelhof besetzt — öffentlich und massenhaft! — Lies mehr.

EN: On 20th June the former Berlin Tempelhof Airport will be occupied — in public and by a mass! — Read on.

GEMA hacken

gemahackenNach der KreidlerAktion ein neuer Anlauf: Danny Bruder hat eine Initiative gestartet, mit der die GEMA bewegt werden soll, die Lizenzen von Creative Commons zu akzeptieren. Bisher verweigert die GEMA das ihren Mitgliedern. Wer bei der GEMA ist, darf seine Werke nicht unter einer CC-Lizenz freigeben. Warum geht das, wo doch die Urheber_in über ihre Werke selbst entscheiden kann? Weil die GEMA eine Monopolorganisation ist und ihren Mitgliedern diktiert: Wer CC will, muss gehen. Die GEMA begründet das: so.

Danny Bruder will die GEMA reformieren. Ich glaube da ja nicht dran. Wie auch schon 2007 (-2,8%) sanken Einnahmen auch 2008 (-3,1%), und für 2009 sieht es auch düster aus. Nein, ich halte die GEMA für strukturell reformunfähig. Gleichwohl (oder deswegen) unterstütze ich die Herausforderung der GEMA zu einer Pressekonferenz durch Danny Bruder — könnte interessant werden.

Um die GEMA zu einer »Reform« zu überreden, gibt es zwei Pledges, die unterstützt werden können:

http://pledgebank.com/gemahacken (für GEMA-Mitglieder)

http://pledgebank.com/gemahacksupport (für Unterstützer_innen)

Brief an Genevieve Vaughan

I share this letter with the Keimform community because I think it is a part of necessary and fruitful dialogues that we have to start. In a different colour (blue)  I also included Genevieves answer which came rather swiftly and hopefully shows that dialogue is not only possible but also might lead to results.

genevieve

Genevieve,

we met up shortly after your Friday evening speech at the „Matriarchy-Gift Economy – Subsistence“ seminar at the Vienna University of Agriculture and we had the opportunity to have a little chat afterwards at the buffet generously offered by Gerda Schneiders Institute of Landscape Planning. I talked to you about the feelings that I had as a strong advocate of non-monetary economics about your speech. And I announced that I would make them more precise in a letter. I share this letter with some friends that are at the heart of the matter.

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Guten Morgen, LINKE!

Fast schon beim Remix angekommen... (Linksfraktion beim CSD)
[Fast schon beim Remix angekommen… — Linksfraktion beim CSD (src)]

Nee echt, das freut mich ganz ehrlich, dass auch die Bundestags-Linksfraktion endlich aufwacht und sich verstärkt mit dem Thema der Wissens-Commons beschäftigt. Wird sie eine originär eigene Position finden? Oder wird sie »nur« dahin kommen, zu vertreten, was die klugen Wissens-NGOs seit Jahren fordern? Na, das wäre auch schon mal was.

Zu diesem Behufe veranstaltet die Linksfraktion am 15. Mai 2009 eine eintägige Konferenz mit dem Titel »Wem gehört Wissen? Wissen und Eigentum im digitalen Kapitalismus«. Einfach anmelden, hinkommen und mitreden (was hoffentlich möglich ist). Ort: Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen, Potsdamer Straße 2, 10785 Berlin.

[Update]

Wer danach noch fit ist, geht zur politischen Konkurrenz in die Sophiensäle in Berlin und hört sich um 19:00 Uhr Lawrence Lessig an, der zu den »Copyright Wars« vorträgt.

Workshop-Bericht: »Auf der Suche…«

attac-kapikonAm letzten Sonntag, 8. März 2009, begaben sich ca. 50 Interessierte auf die »Suche nach dem Neuen im Alten« — so der Titel des Attac-Workshops, zu dem Benni und ich eingeladen hatten. Es wurden kurzweilige 90 Minuten. Der komplette Audio-Mitschnitt ist bei archive.org verfügbar.

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Thesen zu Commons und Eigentum

Logo der Wikimedia CommonsRainer Kuhlen (Universität Konstanz), Silke Helfrich (Commonsblog), Christiane Grefe (Die Zeit) und ich haben gemeinsam einige Thesen zu Commons und Eigentum entwickelt, die wir vorgestern auf dem 5. Allmende-Salon zur Diskussion gestellt haben:

  1. Alle Eigentumsregelungen müssen dem Erhalt und der Erweiterung der Commons verpflichtet sein: Das Konzept der Commons (Gemeingüter) beginnt sich als umfassendes Organisations- und Gestaltungsprinzip in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft durchzusetzen. Dadurch wird der Begriff des Eigentums nicht überflüssig oder aufgelöst. Aber er wird grundlegend neu ausgerichtet.
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Inclusive Democracy

DE: Das »Projekt Umfassende Demokratie« von Takis Fotopoulos von 2003 kann als Vorläufer des »Peer-Ökonomie-Modells« von Christian Siefkes gelten. Es ist erstaunlich, wieviele Ideen ähnlich sind (etwa die Ablehnung von Markt und Staat, die Belohnung der Übernahme von unbeliebten Tätigkeiten oder die nicht-repräsentationalen Räte von der lokalen bis zur globalen Ebene). Im folgenden Video erklärt Takis Fotopoulos sein Modell (deutsche Übersetzung der Untertitel hier). [Update: Deutsche Untertitel können in der schwarzen Klickliste in der unteren Menüleiste des Videos gewählt werden]

EN: The »Inclusive Democracy Project« of Takis Fotopoulos may be regarded as forerunner of the »Peer Economy Model« of Christian Siefkes. It is amazing that many ideas look similar (e.g. the rejection of markets and state, awarding of taking over unpopular efforts, or the non-representational assemblies from the local to the global level). Takis Fotopoulos is explaining his model in the following video. [Update: English subtitles can be chosen using the black drop down list in the bottom menu bar of the video]

Thanks to Libertäre Reihe

Leben in zwei Welten

/unvermittelt für einen Arbeitsbegriff jenseits von Überarbeitung und Mangel[Dieser Artikel erschien im Katalog zur Ausstellung »/unvermittelt für einen Arbeitsbegriff jenseits von Überarbeitung und Mangel«, 13.12.2008 bis 1.2.2009 in der NGBK, Oranienstr. 25, Berlin-Kreuzberg; vgl. auch die Artikel hier und hier]

Erfahrungen aus der Freien Software- und Kulturbewegung

Netzwerke sind weder a priori sinnvoll oder besser geeignet als andere Kooperationsformen, um bestimmte Ziele zu erreichen. Die Frage ist vielmehr, worin das Ziel besteht, wofür Netzwerke also genutzt werden sollen. Das Profit realisierende Unternehmen hat die Vorteile der Vernetzung ebenso entdeckt, wie die Freie Software- und Kulturbewegung. Doch was ist der spezifische Unterschied?

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