Kategorie: Arbeit & Freiheit

Wie man nützliche Dinge herstellt – freiwillig und ohne Boss

Sehen so die gemeinsam betriebenen Maschinen der Zukunft aus? (zum Vergrößern klicken)[Der folgende Artikel wurde in der Oya 3 veröffentlicht, die sich dem „Anders Wirtschaften“ widmet. Schön, dass sich eine Print-Zeitschrift dieses Themas annimmt, auch wenn der Ausgabe meiner Meinung nach eine zugespitztere und kritischere Behandlung des Themas gutgetan hätte. So ist von Social Business und Regionalgeld über Ökodörfer bis hin zu Peer-Produktion und dem Hamburger Arbeitskreis Lokale Ökonomie alles vertreten, was den Schwerpunkt etwas beliebig wirken lässt. Erfreulich ist aber jedenfalls, dass (wie bei der Oya üblich) alle Artikel unter der Creative Commons ShareAlike-Lizenz stehen und komplett online verfügbar sind; zudem kann man kostenlose Probehefte bestellen.]

Was ist Peer-Produktion?
Wie man nützliche Dinge herstellt – freiwillig und ohne Boss

Wer den Begriff „Peer-Produktion“ in eine Diskussionsrunde einbringt, erntet meist fragende Gesichter. Was soll das sein? Christian Siefkes klärt auf und zeigt das Potenzial dieses Wirtschaftsmodells.

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Productive pigs and unproductive children

[Deutsche Version]

In our economy-driven society it is taken for granted, that it is »the economy« which produces the societally necessary goods. However, this is not the case, which can be impressively shown by looking into official statistics.

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Produktive Schweine und unproduktive Kinder

[English version]

In unser wirtschaftsdominierten Gesellschaft gilt es als selbstverständlich, dass es im wesentlichen „die Wirtschaft“ sei, die die gesellschaftlich notwendigen Güter produziere. Dem ist jedoch nicht so. Durch einen Blick in die offiziellen Statistiken können wir uns davon eindrucksvoll überzeugen.

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Die Fünf-Stunden-Woche

Seit Jahr und Tag propagiert Darwin Dante die Fünf-Stunden-Woche. Wir haben darüber schon mal berichtet. Die Argumentation geht so:

  • Verzicht auf das Geld => spart 18 Std.
  • Güter langlebiger machen => spart 8 Std.
  • Arbeitsquote von 50 auf 66% steigern => spart 3 Std.
  • Steigerung des Automatisierungsgrades => spart 2 Std.

Macht 31 Stunden, abgezogen von 36 Stunden, ergibt 5 Stunden. Mal die Details übersprungen, die Probleme der Fortschreibung der Produktivkräfte ausgeklammert, die Frage des Arbeitszwangs ignoriert — dann nur dies: Wer leistet wie die gesellschaftliche Vermittlung?

Wenn auf das Geld als gesellschaftlicher Vermittler verzichtet wird — und eine freie Gesellschaft muss das –, dann ist jedoch die Frage zu beantworten, wie dann die gesellschaftliche Vermittlung hergestellt wird: Wer wieviel wovon produziert, wer das Produzierte wohin transportiert, wer es wie und wo bekommt usw.

Diese und andere Fragen können Oliver gestellt werden, der die Idee der Fünf-Stunden-Woche am 15.Mai im Rahmen der Veranstaltungsreihe »Arbeit?!« vorstellt (in der Reihe präsentiert auch Christian Siefkes die Peer-Ökonomie).

Kommunismus?

Über die Jahre hab ich viele Diskussionen über den Kommunismus verfolgt. Irgendwann habe ich dabei trotz aller Glaubensbekenntnisse ein Muster festgestellt. Die Diskussionsverläufe ähnelten sich doch sehr. Daher kam die Idee ein ultimatives algorithmisches Kommunismus-Erklär-Plakat zu gestalten. Das ist jetzt nach jahrelanger Entwicklungsarbeit endlich fertig geworden! Und das Beste: Ich konnte den Zeichner der legendären digirev-Comics, Wolfgang Buechs, gewinnen, die graphische Gestaltung zu übernehmen. Hier nun also das Ergebnis in verschiedenen Formaten:

Lizenz ist CC-BY-SA, ihr dürft also damit machen was ihr wollt, so lange die Lizenz erhalten bleibt und ihr die Urheber nennt. Ich würde mich freuen, wenn sich ein Verlag für das Plakat fände, oder wenn ihr verbesserte Versionen entwickelt. Sollten jetzt hier spontan hunderte von Vorbestellungen eingehen, würde ich mir auch glatt überlegen, dass selber Drucken zu lassen. Vielen Dank auch an Daniel Kulla für die Bereitstellung einer Grafik.

update: Die PDFs sind jetzt in neuer korrigierter Version verlinkt. Es gibt jetzt auch eine direkt im Browser anguckbare Version.

update: Die Quelldateien gibts jetzt auch in neuer Version.

update: Das Plakat gibt es dank einer großzügigen Förderung der Rosa-Luxemburg-Stiftung jetzt auch gedruckt in DIN-A1. Ob wir einen regelrechten Vertrieb auf die Reihe kriegen ist noch unklar. Zur Zeit gibt es aber Plätze in Frankfurt und Berlin, wo man sich das Plakat abholen kann (und zwar geschenkt, ist schließlich Kommunismus!). Meldet euch einfach, wenn ihr euch Plakate abholen wollt.

update: Man kann bei der RLS das Plakat auch in A2 bekommen. Die verschicken es auch, wenn man mehrere bestellt und die weiter gibt. Mail an den Öffentlichkeitsbereich der RLS hilft.

update: Jetzt gibt es dank Joscha auch eine Version in einem freien Format.

Diskussion von »Über den Commonismus«

Franz hat den Artikel »Vom Kapitalismus über den Commonismus zum Kommunismus?« von Daniel Scharon aufgetan, dessen Original ziemlich schwer lesbar ist und das ich deshalb reformatiert auf keimform.de übernommen habe. Der Artikel enthält eine Auseinandersetzung mit Oekonux, Freier Software, Peer-Ökonomie, Commonismus und Kommunismus.

Zu diesem Artikel einige Anmerkungen, weil’s so viel ist, in einem extra Artikel.

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Basarökonomie oder Überproduktion – wo kommt die Krise her?

Ist die seit 2000 schwelende Dauerkrise der Wirtschaft – die von der scharfen, mit Problemen im Finanzsektor in Verbindung gebrachten Abwärtsbewegung von 2008, von der wir uns bereits wieder erholen, zu unterscheiden ist – eine Überproduktionskrise (auch hier, 2.)? In den letzten Jahren herrschte massive Konkurrenz unter den Warenproduzenten, es setzte ein starker Preiskampf ein. In Deutschland bildete sich eine Wirtschaft heraus, die auf Sonderangeboten, Vergünstigen, hartem Preiskampf und euroweisem Unterbieten (beispielsweise auf Basis der täglich aktualisierten Preisvergleichs-Seiten im Internet, wo man vorne dabei sein muss) basiert.

Für die Kunden mag dies angenehm sein, weil viele Dinge (gerade Markenware) deutlich billiger geworden ist: Im Internet bekommt man nicht selten aktuelle Elektronikprodukte für die Hälfte des Listenpreises. Für die Unternehmen bedeutet es die Notwendigkeit zur entschlossenen Umstellung, Gewinnmargen schrumpfen und können nur durch unerbittliche Preisdrückerei aufrechterhalten werden. Die Zeche zahlen oft genug die Arbeiter und Arbeiterinnen (mehr …)

Von Abschaffung und Aufhebung

Georg Seeßlen hat im aktuellen »Freitag« einen bitter-realistischen Artikel zur Zukunft der Autorenschaft geschrieben: »Die letzte Avantgarde«. Zunächst erklärt er die Long-Tail-These für gescheitert. Long-Tail bedeutet, dass in der Summe Nischen-Kulturgüter mehr Profit bringen, als die Top-Seller in der Spitze. Seeßlen hält dagegen, dass »in Deutschland nur mit 4 Prozent der publizierten Bücher echtes Geld verdient [wird]. Der Rest besteht aus Spekulation und Imitation, aus Subvention und aus einem System des selbstausbeuterischen Prekariats«.

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Peer-Ökonomie im Fernsehen

Helden der NichtarbeitAm Freitag, 25.9., kommt die Peer-Ökonomie ins Fernsehen – zumindest in Berlin: ich gebe der OKB-Sendung »Helden der Nichtarbeit« ein Interview zum Thema »Beitragen statt tauschen« und Peer-Ökonomie. Gesendet wird am Freitag von 14:30-15:30 Uhr auf dem Offenen Kanal Berlin.

Theoretisch lassen sich die Sendungen des OKB auch per Livestream im Internet verfolgen – bei mir funktioniert’s nicht, aber das liegt vielleicht an meinem Linux? Downloadmöglichkeiten und freie Lizenzen scheinen beim OKB noch nicht angekommen zu sein 🙁

In der Sendung wird es neben einer kleinen Einführung in die Grundlagen – Freie Software, Wikipedia, Peer-Produktion, Commons… – darum gehen, warum die Peer-Ökonomie eine grundsätzliche gesellschaftliche Alternative ist und wie und wohin sich Peer-Produktion in Zukunft ausbreiten kann.

Peer-Ökonomie – das Ende von Selektion und Normierung?

Wir leben in einer hochgradig selektiven Gesellschaft. In Schule und Universität, bei Wettbewerben in Kunst, Literatur und Musik, bei der Einwanderung, im Sport, bei Zeitschriften und Kongressen, bei Projektförderungen und in sozialen Netzwerken: Allenthalben wird (aus)sortiert, was das Zeug hält.

Oft werden vor das Erreichen attraktiver Ziele mehrere Auswahlstufen gesetzt. (mehr …)