Autor: Stefan Meretz

Good Copy Bad Copy

Sehenswerter Dokumentarfilm aus Dänemark, der Film zum Blogbeitrag vom September 2006: Wie Brasilien als Free Culture Nation funktioniert. Außerdem: die weltgrößte Filmindustrie Nigeria (1200 Filme/Jahr, Indien: 900 Filme/Jahr, USA: 611 Filme/Jahr) ohne Copyright, Piratenpartei in Schweden und Pirate Bay, MPAA und IFPI für Copyright, il/legaler Musikvertrieb in Russland, Lawrence Lessig unvermeidlich, Danger Mouse usw. — ohne Kommentar, die Ausschnitte sprechen für sich.

Torrent-Download bei Pirate Bay (knapp 700 MB, Laufzeit 60 Minuten, keine Lizenzangabe).

ARTE goes Creative Commons?

Na, mal abwarten. Jetzt hat ARTE-TV zunächst mal den Film »Im Namen des Schöpfers« unter eine CC-Lizenz gepackt:

Metropolis bietet die TV-Reportage „Im Namen des Schöpfers“ (von Susan Loehr) als Video zum Download an – und zwar unter einer Creative Commons Lizenz vom Typ BY-NC-SA 2.0 de“. Wir haben diese Reportage aus der Sendung für Sie aufbereitet und stellen Sie Ihnen hiermit zur Verfügung. Sie dürfen den Inhalt vervielfältigen, verbreiten und öffentlich aufführen.

Ist ja fein, jetzt müsste ARTE nur noch den Unterschied von Streaming und Download kapieren, denn auf der o.g. Webseite gibt es den Film nicht als Download. Also muss jede/r selbst umständlich im Quelltext rumwühlen, sich zum Beispiel den MPlayer besorgen und folgenden Befehl (in einer Zeile) absetzen:

mplayer -dumpfile arte_copyright.rm -dumpstream
rtsp://212.95.67.121:554/permanent/c2/metropolis/bonus/copyright_de.rmvb?cloakport=80,554,7070

Die Datei arte_copyright.rm (19,2 MB) liegt anschließend im proprietären RealMedia-Format im aktuellen Verzeichnis.

Inhaltlich ist der Film eine brave Einführung ins Thema — Lawrence Lessig, Content-Produzenten und die Leute vom OpenMusicContest kommen zu Wort. Interviews in voller Länge mit Cay Wesnigk (Filmproduzent) und Lawrence Lessig (Jura-Prof, Creative Commons) gibt es extra, allerdings unfrei.

[reblogged from netzpolitik]

Geistiger Klimaschutz

Die große Feindbeobachtung der 80.000 in Rostock hat gemäß der vorbereiteten Choreographie auch die entsprechenden Berichte in den Medien gefunden, vielleicht sogar vorproduziert. Einen inspirierten Bericht einer uninspirierenden Latschdemo schrieb Meike.

Wie schon mal bejammert, fand auch diesmal wieder das sogenannte geistige Eigentum fast keine Aufmerksamkeit (korrigiert mich!). Ist schon irritierend, sich selbst ganz oben zu finden, wenn man nach g8+“geistiges Eigentum“ googelt.

Verwirrend finde ich auch, was Walden Bello über die geplante G8-Abschlusserklärung sagt:

Ein Punkt in dieser Erklärung ist, daß sie den Entwicklungsländern sagen, sie sollen sich für die Konzerninteressen öffnen, sie sollen geistige Eigentumsrechte der Konzerne achten. Dies ist keine Erklärung für Klimaschutz. Wir lehnen diese Erklärung ab.

Alles nur Klimaschutz? Jenseits vom »geistigen Eigentum« war inhaltlich das Beste, das ich fand, das hier:

Etwas, was immer nur ein Traum schien, wäre heute möglich – das gute Leben aller. Aber es ist nicht möglich, wenn alles und jedes zur Ware wird. Unter dem Diktat des Kaufens und Verkaufens muß Mangel herrschen, damit die Preise stimmen. Dabei ist genug für alle da. Jeder Mensch hat ein Recht, daran teilzuhaben. Das muß sich niemand verdienen, nicht durch Arbeit, nicht durch Wohlverhalten, durch gar nichts. Das hat jede und jeder einfach nur so, weil es sie gibt – die unbedingte Teilhabe am Reichtum der Welt und am Leben der Gesellschaft. Das ist ein Menschenrecht. Und ich sage es noch einmal: Es ist genug für alle da, weltweit. (Werner Rätz, attac)

Ist ’nen Ansatz, aber immer noch ziemlich unkeimförmig.

Make Copyright History — and start now

Make Copyright HistoryAus aktuellem Anlass dokumentiere ich diese Indymedia-Meldung:

Als kleinen Beitrag zur praktischen Umverteilung stellen wir Links zu Downloads der aktuellen Alben aller Künstler, die am 7. Juni beim Konzerts der Aktion „Deine Stimme gegen Armut“ teilnehmen, zur Verfügung.

Unter http://www.make-copyright-history.de.vu/ stehen entsprechende Links auf Torrent-Seiten zur Verfügung.

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Eine Welt ohne Urheberrecht

Hätte ich ja nicht gedacht, dass eine Forderung, die mal auf keimform.de gepostet wurde, so schnell aufgegriffen wird: Make Copyright History. Die »Süddeutsche« bringt den Artikel »Krieg den Palästen, Friede den Künstlern!«, der Autor kann sich durchaus »Eine Welt ohne Urheberrecht« vorstellen. Auch wenn das nicht wirklich jemand kapiert (siehe die Kommentare beim Artikel), manchen ziemlich unwohl dabei wird und der Autor die Geldlogik kein bisschen überschreitet — auch wenn das alles so ist, ist es trotzdem sehr gut, dass der Artikel erschienen ist (inkl. einer zugespitzten Kritik an Creative Commons).

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Artikel »Open Source« im HKWM

Historisch-Kritisches Wörterbuch des Marxismus (HKWM)Für das Historisch-Kritische Wörterbuch des Marxismus (HKWM) schreibe ich einen Artikel zum Stichwort »Open Source«. Nachdem es viele nützliche Hinweise zum Exposé gab (vielen Dank!), habe ich nun den Artikel ausformuliert. Ich würde mich freuen, wenn ihr eure Bemerkungen als Kommentar eintragt — beim Artikel bei open theory oder hier bei keimform.de.

Geistiges Eigentum beim G8-Gipfel

… interessiert (fast) keine Socke, so kommt’s mir vor. Da finde ich ja prima, dass es nun überhaupt eine »zivilgesellschaftliche Erklärung« zu diesem Gipfelthema gibt. Vermutlich wurde die Erklärung jedoch so lasch und schwankend — geistiges Eigentum, ja bitte, aber nicht zu doll — formuliert, um möglichst viele Unterstützer zu gewinnen. Na ok. Aber …

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Copyriot am 1. Mai

Die wirkliche Randale fand diesmal nicht auf der Straße, sondern im Web statt: Digg-User ringen Digg nieder. Die Botschaft: Zensur, nicht mit uns! Mit einem Digg-Teaser plus Link zu einem Code, der das Aushebeln von AACS-Sperren bei HD-DVDs möglich macht, begann es. Die Story wurde schnell hoch bewertet, dann zog Digg die Reissleine und schmiss den Beitrag raus. Schwerer Fehler! In kurzer Zeit entbrannte ein Rennen um das Einstellen und Wiederrausschmeissen des Codes aus Digg — der Phantasie waren keine Grenzen gesetzt. Zeitweise war Digg offline.

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