Inspiriert durch eine Diskussion im Open-Theory-Projekt „Thesen für eine solidarische Ökonomie“ hab mal ein paar Thesen zur Transformation angefangen. Darin geht es um Armut, Reichtum, Engagement, Keimformen, Selbstentfaltung, Grundeinkommen und was noch so wichtig ist. Mitmachen erwünscht.
Autor: Benni Bärmann
Rolf im Kino
Uli Weiss hat sich eine nette Geschichte ausgedacht und sich dazu ein paar keimförmige Gedanken gemacht.
(Künstliche) Knappheit mal anders
Eine Million Schuhe herzustellen erfordert sicherlich einiges an Aufwand in Form von Ressourcen und Arbeitszeit. Die Leute die das in China herstellen mussten haben das sicher unter gruseligen Arbeitsbedingungen getan. Hier wird uns das Ganze als „Fahndungserfolg“ verkauft … und die Schuhe wandern in den Schredder und werden verbrannt. Was für eine unglaubliche Verschwendung und das angesichts von Millionen Menschen, die sich keine Schuhe leisten können!
Frauke meinte, sie sollten doch wenigstens einfach einen „Gefälscht“-Aufkleber draufmachen. Wahrscheinlich wären sie dann noch doppelt soviel wert, weil besonders speziell und cool.
Kollektive Intelligenz
Telepolis bringt einen interessanten Artkel zum Themenfeld Science-Fiction, Entscheidungsfindung, Schwarmintelligenz. Da steckt einiges drinn, z.B. folgende Erkenntnis über die Unmöglichkeit der Entscheidungsfindung mittels des besseren Arguments:
„Jeweils vor und nach der Diskussion gaben die Teilnehmer ihre Meinungen einzeln und anonym zu Protokoll. Das Resultat: In fast jeder Gruppe vertraten die Diskutanten am Ende radikalere Positionen als zuvor.“
Unerzogen!
Es gibt eine neue Website mit zugehöriger Mailingliste die sich den Themen Unschooling, Antipädagogik und Nicht-Erziehung verschrieben hat. Sie ist entstanden in dem Experiment einer Familie, die beschlossen hat nicht mehr zu erziehen. Gerade die Mailingliste finde ich sehr spannend, weil da lauter Leute mit ähnlichen Gedanken aus ihrer Praxis mit ihren Kindern erzählen (aber Vorsicht: zur Zeit Extremtraffic).
Schon wieder neues vom Fabber
Technology Review hat einen Artikel über Low-Cost und Open-Source Fabber. Das Fazit:
Während Lipson vor allem vom „Metaproblem der Ingenieurwissenschaften“ motiviert wurde, nämlich „eine Maschine zu bauen, die andere Maschinen bauen kann“, nennt Bowyer auch politische Gründe. Marx und Engels hätten im Kommunistischen Manifest die richtige Diagnose getroffen, dass das Problem der Arbeiterklasse gewesen sei, nicht über eigene Produktionsmittel außer ihrer Arbeitskraft zu verfügen. Die Lösungen seien aber nicht politische Revolutionen, sondern Produktionsmittel, die sich selbst reproduzieren können. „Eine Replicating-Rapid-Prototyping-Maschine wird ein revolutionäres Eigentum an den Produktionsmitteln durch das Proletariat ermöglichen – ohne den chaotischen und gefährlichen Revolutionskram“, schreibt Bowyer auf der RepRap-Seite. Woher das Proletariat die Materialien für die Fabber bezieht, sagt er allerdings nicht.
Solche radikalen Überlegungen gab es auch in der Computertechnik-Szene der siebziger Jahre. Es kam anders: IBM stieg 1981 ins PC-Geschäft ein, das damit doch wieder zum Big Business wurde. Bei den Fabbern dürfte es genauso kommen, ahnt auch Bowyer. Dass die RM-Hersteller noch keinen billigen 3D-Drucker auf den Markt gebracht hätten, läge an den Investitionen, die in die Entwicklung der Technologie gegangen seien. Technisch wären sie schon jetzt dazu in der Lage, sagt er. „Doch viele Patente laufen bald aus. Dann steigt ein dicker Fisch wie Hewlett-Packard ein und verkauft Fabber für 1500 Euro.“
Urkommunismus konkret
Fundstück: Ein interessanter Artikel über das jungsteinzeitiche Matriarchat in Anatolien mit vielen archäologischen Details und wenig Spekulation, wenn auch aus kommunistischer Perspektive geschrieben.
Wertfrei im Alltag. Heute: Kleinkindbetreuung
Wo Stefan schon eine Artikelserie macht, kann ich ja schlecht hinten an stehen. Deswegen jetzt auch eine von mir: Ich habe mir vorgenommen über meine Erfahrungen mit wertfreien Alternativen in ganz normalen Alltagssituationen zu schreiben. Davon gibt es mehr, als man so auf den ersten Blick vielleicht vermutet. Meistens gibt es auch eine wertförmig organisierte Alternative und ich versuche dann die Vor- und Nachteile beider Lösungen herauszuarbeiten und suche schliesslich nach Möglichkeiten die wertfreie Alternative zu fördern. Natürlich ist auch jedeR eingeladen selber eigene Erfahrungen beizusteuern im Rahmen dieser Reihe.
Als erstes möchte ich über meine Erfahrungen mit Betreuung für meinen Sohn schreiben.
Neues von Freier Musik
netzpolitik.org berichtet: Ein Portal für Freie Musik: „Britney is a place to share and publish free music and related news.“
Vielleicht eine neue Chance die seit Jahren etwas unübersichtliche Szene zu fokussieren. Die könnten ihr sourceforge-Äquivalent brauchen.
Selbstentfaltungs-Großversuch
Thomas Kalka meinte einmal in geselliger Runde zu mir, man sollte mal einen Selbstentfaltungs-Großversuch machen: Alle legen zusammen und einer wird alimentiert und dann schaut man was passiert. Wird sich am Ende das Selbstentfaltungs-Bedürfnis durchsetzen oder passiert das, was viele Leute immer befürchten: der Alimentierte füttert sich einfach auf Kosten der Anderen durch und nutzt sie aus.
Nun, ich glaube das gibt es schon und nennt sich Lotto.