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Die Ideologie des geistigen Eigentums

Vortrag in Fulda am Dienstag, 22.1.13, 19:30 Uhr, Café Chaos, Marquardstraße, Hochschulcampus — organisiert vom Rosa Luxemburg Club Vogelsberg. Abstract:

Nicht erst durch die Piraten ist eine Frage ins Zentrum politischer Diskussionen gelangt, die noch vor einigen Jahren nur einige Handvoll Menschen in diesem Land beschäftigte: Was ist eigentlich geistiges Eigentum? Die kapitalistische Wirtschaft gründet auf dem Privateigentum und dem Vertragsrecht freier Bürger. Eine spezielle Form des Privateigentums ist das »geistige Eigentum«. Bezieht sich das »Sacheigentum« auf stoffliche, so das »geistige Eigentum« auf nichtstoffliche Güter. Ist mit der Beschaffenheit der Güter bereits der wesentliche Unterschied benannt? Ist also geistiges gleich sachliches Eigentum, oder geht der Analogieschluss fehl? Ist »geistiges Eigentum« bloß Ideologie? Und wie sind obendrein die Commons (Gemeingüter) in der komplizierten Gemengelage zu verorten? Im Vortrag gibt es keine einfachen Antworten für alle, die die »Eigentumsfrage« stellen wollen.

Kategorien: Eigentumsfragen, Termine

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10. Januar 2013, 06:52 Uhr   1 Kommentar

1 Hans-Hermann Hirschelmann (10.01.2013, 08:04 Uhr)

Ideologie im Sinne einer nicht auf Wissen / Erkenntnis gründenden Vorstellung von einem sinnvollem Verhalten in tadellosen Verhältnissen mag immer dabei sein wenns um das Recht und das wirkliche Vermögen geht, sich etwas anzueignen bzw. es jemanden anzubieten, der’s bedarf.

Aber sich innerhalb kapitalistischer Verhältnisse richtig verhalten zu müssen scheint immer weniger vernünftig zu sein, d.h. immer weniger hinreichend auf – prinzipiell mögliche – Erkenntnisse über die sozialen bzw. ökologischen Voraussetzungen und Wirkungen der Herstellung und des Genusses von Existenz- und Bereicherungsmittel zu beruhen.Auch „Geistiges Eigentum“ im Sinne des Rechtes bzw. wirklichen Vermögens sich Ergebnisse geistiger oder künstlerischer Anstrengungen anzueignen ist selbstredend immer dabei.

Als Waren anzueignende Güter enthalten stets Ergebnisse geistiger Anstrengungen und seien sie noch so materiell, d.h. immobil und zum Anfassen geeignet. Es gibt keine Arbeit und keine Arbeitsprodukte, bei denen nicht auch geistige Leistungen….

… oh, verdammt, ich muss los.  (Darf die nächsten sechs Stunden am Erhalt meines Arbeitswillens, oder wie mans sieht, meines Vermögens, mal im Kino was  anzusehen, das mich begeistern könnte, an kleinen Filmchen herumbasteln).

Ach, dies noch: Wichtig zu sehen scheint, dass der Genuss der verschiedenen Produkte einerseits Mittel der geistigen Bereicherung sind und andererseits zum Mittel der Bereicherung von Aneignungsreichtum werden können und dass Technologien, die beinahe beliebige Reproduzierbarkeit ermöglichen, die Rationalität der Monopolisierung von Mitteln in Frage stellen, die zur Herstellung von Tauschwerten dienen.

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