Auf der Suche nach dem Neuen im Alten
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Elemente einer künftigen Ethik: Keine Ausnutzung von Zwangslagen

Ein Holzschnitt von Albrecht Dürer stellt den bis heute strafbaren "Wucher" dar (gemeinfrei, Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:UsuryDurer.jpg)(Voriger Artikel: Vorüberlegungen zu einer künftigen Ethik)

Nach den allgemeinen Vorüberlegungen wird es nun um die Frage gehen, welche ethischen Überzeugungen in einer peercommonistischen Gesellschaft verbreitet sein dürften. Dabei wird es wohl nicht zu einen absoluten Bruch mit der heutigen (bürgerlich-kapitalistisch) Ethik kommen, sondern vielmehr zu deren „Aufhebung“ im Hegel’schen Sinne. Bestimmte Elemente werden auf eine höhere Ebene „gehoben“, also konsequent weiter ausgebaut, wo die heutige aus Sicht der künftigen Ethik inkonsequent ist. Manche aus künftiger Sicht inakzeptabel gewordenen Vorstellungen werden aufgegeben, während andere ziemlich unverändert von der heutigen in die künftige Ethik wandern werden.

Schon heute ist es in gewissen Fällen verpönt, es zum eigenen Vorteil ausnutzen, wenn andere sich in einer Zwangs- oder Notlage befinden, in der sie nicht frei entscheiden können, was sie tun oder nicht tun wollen. Vollständigen Artikel lesen »

Kategorien: Arbeit & Freiheit, Theorie

30. Januar 2015, 07:07 Uhr   17 Kommentare

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Radio-Tipp: Vom Konsumenten zum Prosumenten

Das Radio-Feature »Ihre Meinung ist uns wichtig! Wenn aus Konsumenten Prosumenten werden« von Barbara Eisenmann wird am 14.10.2012 bei NDR-Info (11:05 Uhr) und am 19.10.2012 im DLF (20:10 Uhr) ausgestrahlt. Die Ankündigung klingt interessant:

Das Überleben in den Märkten der Zukunft hänge maßgeblich vom Kunden ab, heißt es in Unternehmenskreisen. Dabei ist nicht seine Kaufkraft allein gemeint, vielmehr sein Wissen, seine Kommunikations- und Kooperationsfähigkeiten.

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Kategorien: Arbeit & Freiheit, Medientipp

13. Oktober 2012, 07:14 Uhr   5 Kommentare

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Kapitalismus der Dinge

Für mich waren die Commons in vielerlei Hinsicht eine Erleuchtung. Wenn Commons nicht bloß eine »Sache« ist, sondern vor allen die soziale Art und Weise, eine »Sache« herzustellen und zu erhalten, dann gilt das auch für die kapitalistische Elementareinheit, die Ware. Auch die Ware liegt nicht bloß im Regal und wartet darauf gekauft zu werden, sondern sie steht für die soziale Beziehung, die erforderlich ist, sie herzustellen (um Erhalten geht es selten).

Wenn das so ist, dann müsste man die »Sozialität« den Waren oder den Commons als Sachen auch ansehen. Sie müssten die sozialen Beziehungen, die »in sie geflossen sind« auch in ihrer Gestalt zeigen, dachte ich mir. Es ist so. Auf drastische Weise zeigt das der Film Behind the Screen.

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Kategorien: Commons, Eigentumsfragen, Theorie

15. Juni 2012, 07:19 Uhr   15 Kommentare

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Digitale Produktionsverhältnisse

Die Helle Panke und die Rosa-Luxemburg-Stiftung laden ein zu einer Tagung mit dem Titel »Kapitalismus dot com. Digitale Produktionsverhältnisse und politische Perspektiven« (hier als PDF-Flyer). Die Veranstaltungsdaten:

  • Samstag, 29. Mai 2010, 10:00 bis 17:30 Uhr
  • Haus der Demokratie und Menschenrechte, Greifswalder Straße 4, 10405 Berlin
  • Eintritt 5 Euro (inkl. Essen und Getränke), Ermäßigung möglich
  • Anmeldung bei der Hellen Panke: info ÄT helle-panke PÜNKT de

Ich nehme an dem Podium »Konflikte um Arbeit und Eigentum im „digitalen“ Kapitalismus« teil — und bin sehr gespannt.

Leitfragen der Tagung sind: Wie funktioniert Ausbeutung und Herrschaft im „digitalisierten“ Kapitalismus? Welche gesellschaftlichen Auseinandersetzungen, Kräfteverhältnisse und Widerstandspotentiale entstehen? Welche Debatten werden darum geführt und wie könnte linke Intervention aussehen?

Kategorien: Eigentumsfragen, Termine, Theorie

5. Mai 2010, 14:47 Uhr   1 Kommentar

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Licht und Schatten — neun Blickwinkel der Kollaboration

1. Wenn wir an Arbeit und Produktion denken, sehen wir Peers, die Dateien verteilen, Beiträge zu Projekten leisten, auf Anstöße reagieren. Wir ärgern uns über die Ausbeutung der Arbeitenden und die Kapitalisierung der Arbeit.

2. Wenn wir an Eigentum und Besitz denken, sehen wir die genutzten, gepflegten und geschützten Gemeingüter. Wir ärgern uns über jeden Übergriff auf und die Einfriedung oder Privatisierung der Gemeingüter.

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Kategorien: Commons, Eigentumsfragen, Soziale Netzwerke

4. Januar 2010, 07:57 Uhr   Kommentieren

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Marx’ Theory of Value and Why Exchange Can Be “Equal” and Still Bad

Karl MarxThis post resulted from a thread on the p2presearch mailing list. The discussion started when a remark by Joseph Jackson’s “forced” me to clear up some frequent misunderstandings about the meaning of the labor theory of value, as formulated by Karl Marx. The thread then turned to Marx’ criticism of capitalism and I tried to explain why (according to Marx) the root cause of raising inequality and other detrimental effects of capitalism isn’t “unequal exchange,” but rather exchange per se, regardless of whether or not it’s equal.

Quotes from Joseph Jackson are indented and printed in italics:

Economics has no coherent Theory of Value and we must solve this problem if we are to establish the field of Abundance. The Labor Theory of Value has advantages in that it is objective and normative—it states that price should tend toward the cost of production; it also allows us to determine what constitutes equitable exchange.

Actually, the Labor Theory of Value, as first formulated by Adam Smith and Ricardo and later refined by Marx, is not normative, but descriptive: it describes the basics of price formation in capitalism. Of course, the value of goods is only their average price—actual prices will usually be somewhat below or above the average because of fluctuations in supply and demand etc.

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Kategorien: Arbeit & Freiheit, English, Theorie

7. März 2009, 20:59 Uhr   9 Kommentare

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11 Arguments Against so called „Intellectual Property“

Home Sewing is Killing Fashion[Reposted from qummunismus; license: GFDL]

The Terms „Intellectual Property“ (IP) or „Intellectual Property Right“ (IPR) are used to describe rather different legal constructs. Copyright, Patent Law, Trademark Law, etc, etc..

What they have in common is that they cover rights to exclude others from the use of immaterial goods like knowledge and information. Some authors, among them them most prominently Richard M. Stallmann, argue that the term should not be used at all. On the other hand, there are a lot of points that can be brought up against the concept of IP that applies to most or all of the different legal constructs that are commonly lumped under the term „intellectual property“. So it makes sense to use a term that describes all of the laws that exist for the purpose of excluding people from the access to knowledge and information.

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Kategorien: Eigentumsfragen, English

29. Oktober 2008, 08:51 Uhr   7 Kommentare

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Der alte Marx und die Probleme des Kapitalismus

In einem seiner letzten Artikel hat Stefan den jungen Karl Marx lobend zitiert:

Marx geht hier von einem “menschlichen Wesen” aus, das unter den Bedingungen der Privatproduktion nicht zur Geltung kommen kann und dadurch sich selbst fremd werde. In der Entfremdung sieht Marx den Antrieb für die Aufhebung des (frühen) Kapitalismus.

Der alte MarxSpäter hat Marx diese frühe Auffassung als idealistisch und idealisierend kritisiert (und damit immer auch normalisierend – wie geht man mit Menschen um, die dem postulierten “menschlichen Wesen” nicht entsprechen oder entsprechen wollen?). In seinen späteren Texten hat Marx es deshalb konsequent vermieden, überhaupt mit irgendwelchen Annahmen über ein “menschlichen Wesen” zu argumentieren (abgesehen von tautologischen Annahmen wie dass Menschen so leben möchten, wie sie leben möchten, oder dass sie möglichst wenig von dem tun wollen, was sie nicht tun wollen).

Stefan kritisiert, dass dieser Verzicht auf ein postuliertes Menschenbild dazu führt, dass nicht mehr klar wird, warum man den Kapitalismus überhaupt überwinden solle. Eine positive “Quelle der Veränderung” könne “nur die entfaltete Individualität des Menschen sein”, die es (gemäß dem angenommenen Menschenbild) genießen, gemeinsam für andere zu produzieren und dabei deren Bedürfnisse zu befriedigen, wie das bei der freiwilligen Entwicklung Freier Software der Fall ist. Wenn es darum gehen soll, andere zu überzeugen, hat diese Argumentation allerdings einen doppelten Haken.

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Kategorien: Arbeit & Freiheit, Theorie

17. Juni 2008, 12:46 Uhr   41 Kommentare

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Eigentum und Freie Software

Einer meiner Blogbeiträge zum Open Source Jahrbuch hat mit einiger Verzögerung zu einer Diskussion auf der Oekonux-Liste geführt, ob die theoretische Fundierung der Freien-Software-Bewegung tatsächlich auf einem spezifisch kapitalistischen Eigentumsbegriff basiert oder nicht. Da es hier um den Kern der von Sabine Nuss geäußerten Kritik steht, dokumentiere ich hier einen längeren Beitrag von mir zu dieser Frage. Das macht es vielleicht für Leute, die Sabines Buch nicht kennen, leichter nachvollziehbar, was hier immer mal wieder erörtert wird.

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Kategorien: Eigentumsfragen, Theorie

14. Juni 2007, 19:28 Uhr   1 Kommentar