Schlagwort: anarchismus

Demonetize: Anregungen und Ausblick

demonetize[Bisher erschienen: Einleitung, Teil 1, Teil 2, Teil 3]

4. Welche gegenseitigen Anregungen gibt es?

Postwachstum durch Demonetarisierung schärfen

Wir schlagen vor, den Diskurs zu Postwachstum durch die Demonetarisierungs-Brille zu schärfen und seine Hauptbotschaft und die Art der Fragestellungen zu vertiefen. Im Unterschied zu Debatten um Lebensstile, ethischen Konsum und Investment und zu Forderungen, die auf politische Regulierungen oder die Macht individueller oder kleinteiliger Verhaltensänderungen (im Sinn von Verzicht oder Suffizienz) vertrauen, würde Demonetarisierung woanders ansetzen: nämlich bei den Bedingungen und Triebkräften schädlichen ökonomischen Wachstums, insoweit sie mit Geld, Tausch und Wert einhergehen. Darüber hinaus könnte sie Postwachstumsdebatten durch ihren Reichtum an utopischen Modellen inspirieren.

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Vorüberlegungen zu einer künftigen Ethik

Medaillon der britischen Abolitionismusbewegung (gemeinfrei, Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Wedgwood_-_Anti-Slavery_Medallion_-_Walters_482597.jpg)Die Betrachtung dessen, was gesellschaftlich anders laufen könnte, ist ohne eine ethische Perspektive recht witzlos. Man kann sich dann zwar verschiedene „andere mögliche Welten“ ausmalen, aber ob diese „besser“ oder „schlechter“ wären, ist ohne Ethik nicht unterscheidbar. Aus materialistischer Sichtweise wird Ethik allerdings gern als nachgeordnet betrachtet, gemäß Karl Marx’ berühmtem Diktum:

Es ist nicht das Bewußtsein der Menschen, das ihr Sein, sondern umgekehrt ihr gesellschaftliches Sein, das ihr Bewußtsein bestimmt. (MEW 13: 9)

Ist also unsere Ethik ein bloßes Produkt der Gesellschaft, in der wir leben, so dass wir einer künftigen andersgearteten Gesellschaft und deren Ethik nur mit Unverständnis begegnen können? (mehr …)

Anarchokommunistische Klassiker: Errico Malatesta (1)

Errico Malatesta (gemeinfrei, Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:ErricoMalatesta.gif) Ein Kommentar von Justin hat mich dazu gebracht, mich intensiver mit den Gesellschaftsvorstellungen des Anarchokommunismus zu beschäftigen. Das lohnt sich, da es in der Tat große Ähnlichkeiten zu unseren Keimform-Perspektiven gibt. Ich beginne mit Errico Malatesta, einem italienischen Anarchisten, der von den 1870er Jahren an fast 60 Jahre lang aktiv war.

Gegen politische und wirtschaftliche Unterdrückung

Malatesta (1891) zufolge gibt es zwei Arten von Unterdrückung, politische und wirtschaftliche. Politische Unterdrückung basiert auf Gewalt oder deren Androhung: wer nicht tut, was ich sage, oder wer gegen meine Gesetze verstößt, der oder dem drohen Verhaftung und Gefängnis (oder Schlimmeres).

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Rezension: Christoph Spehr (2003) »Gleicher als Andere«

Rezension: Christoph Spehr (2003) Gleicher als Andere. Eine Grundlegung der freien Kooperation. Mit Kommentaren von Frigga Haug, Ralf Krämer, Stefan Meretz, Dorothee Richter, Babette Scurrell, Uli Weiß, Frieder Otto Wolf u.a.

Von Marco Pompe, Berlin

Herrschaftskritik, die sowohl anarchistische, als auch marxistische Elemente beinhaltet, entwickelt zunehmend Orientierungsfunktion in der Linken. Wie dieses Zusammengehen heute theoretisch wie praktisch funktionieren kann wird aber selten direkt verhandelt. Auch der 2001 von der Rosa-Luxemburg-Stiftung ausgezeichnete Text ‚Gleicher als Andere. Eine Grundlegung der freien Kooperation‚ stellt sich nicht wirklich dieser Herausforderung. Dafür geht aber das Buch, indem dieser Text auf ca. 100 Seiten veröffentlicht und anschließend in zahlreichen Kommentaren diskutiert wird, insgesamt ein gutes Stück diesen Weges. Wie in dem Text erläutert besteht die emanzipatorische Linke aus vielen Strömungen. Er macht deutlich, daß der Selbstfindungsprozess als eine strömungsübergreifende Bewegung nicht abgeschlossen ist. Mir scheint, die Debatte um Spehrs Text in Erinnerung zu rufen, kann diesen Prozess unterstützen und die Qualität von so manchem politischen Projekt positiv beeinflussen.

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Sind Sie Anarchist?

David Graeber (Lizenz CC-by-sa, commons.wikimedia.org/wiki/File:David_Graeber.jpg)[Repost aus Oya 22, Lizenz: CC-by-sa]

von David Graeber

Vermutlich haben Sie schon mal irgendwo gehört, was Anarchisten angeblich sind und glauben. Vermutlich ist alles, was Sie gehört haben, Blödsinn. Denn viele denken, Anarchisten seien für Gewalt, Chaos und Zerstörung und gegen jede Form von Ordnung und Organisation, oder sie seien durchgeknallte Nihilisten, die alles in die Luft jagen wollen. Weit gefehlt. Anarchisten glauben schlicht, dass Menschen zu einem guten Umgang miteinander finden können, ohne dass man sie dazu zwingen müsste. Eigentlich eine ganz einfache Idee. Doch die Reichen und Mächtigen halten sie seit jeher für extrem gefährlich.

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Besondere Umstände, Episode 0

Antje Schrupp und ich haben jetzt einen Podcast. Wir haben u.a. auch über Elinor Ostrom und die Commons, Wikipedia, Feminismus, den Kapitalismus und andere für dieses Blog relevante Themen gesprochen (aber auch noch über alles mögliche andere).

Anarchie und Kritik

Mein, Dein, Unser?!Kommenden Sonntag bin ich beim Themenwochenende: Anarchie des Infoladen Zündschnur in Bregenz am Bodensee; Mitte Juli trage ich im Rahmen der Veranstaltungsreihe Mein, Dein, Unser?! des Kritischen Kollektivs in Mainz vor. Hier die (gekürzten) Ankündigungstexte der beiden Veranstaltungen.

Themenwochenende: Anarchie

2 & 3 Juni 2012, Jeweils ab 10:00 Vormittags

AJZ Between, Bahnhofstraße 47 (gegenüber Bahnhof), A-6900 Bregenz

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Commons: Strategische Perspektive oder Rettung des Kapitalismus?

BUKO-Seminar, 12.-14.2.2010 in Kassel

In den vergangenen Jahren erlebt das Konzept der Commons (Gemeingüter, Allmende, Das Gemeinsame, …) eine Renaissance. Von der Global Marshall Plan Foundation bis hin zum Weltsozialforum wird in der Wiederentdeckung, Erhaltung und Weiterentwicklung der Commons die Möglichkeit gesehen, die Welt gerechter zu gestalten und die ökologische und ökonomische Krise zu überwinden. Zuletzt wurde sogar ein halber Wirtschaftsnobelpreis für die Commonsforschung an Elinor Ostrom vergeben. Gleichzeitig werden die Commons im Krisenprozess selbst massiv angegriffen (Klimakrise, Privatisierung, Überfischung, Überwachung und Zensur, …).

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Vortrag auf Anarchistischen Kongress

Logo des Anarchistischen KongressÜber Ostern findet in Berlin der Anarchistische Kongress statt. Ich werde dort am Karfreitag (10.4.) um 14 Uhr einen Vortrag zum Thema »Beitragen statt Tauschen – Commons und Peer-Produktion als Grundlagen einer nichtkapitalistischen Gesellschaft« halten. Der Vortrag wird wahrscheinlich ähnlich wie mein WAK-Vortrag im Februar ausfallen – wer den verpasst hat, hat jetzt also eine Chance zum Nachholen.

Der Kongress findet auf dem Gelände der Technischen Universität (Straße des 17. Juni) statt, einen Lageplan gibt es im Programmheft (PDF). Als Anarchisten würde ich mich ja eher nicht bezeichnen, da mir der Anarchismus übertrieben staats- und politikfixiert und auf dem wirtschaftlichen Auge meist ziemlich blind zu sein scheint, aber im Kongressprogramm wird sicher noch die eine oder andere interessante Veranstaltung zu finden sein.

Freie Software, Selbstorganisation und herrschaftslose Gesellschaft

Die Veranstalter der libertären Reihe im alternativen Vorlesungsverzeichnis in Halle (Saale) haben mich zu einem Vortrag eingeladen:

Im Radio Corax, Unterberg 11, 06108 Halle (Saale)

Am Dienstag, 27.1.2009, um 19:00 Uhr

Ankündigungstext: Freie Software hat eine neue Produktionsweise in die Welt gesetzt. Inzwischen hat sich eine kaum noch überschaubare Anzahl weiterer freier Projekte etabliert, die zunehmend ihre proprietären Rivalen „aus-kooperieren“. Das bekannteste Beispiel ist sicherlich die Online-Enzyklopädie Wikipedia. Als Oberbegriff für die neue Produktionsweise hat sich die Bezeichnung der commons-basierten Peer-Produktion etabliert. Im Vortrag werden die wesentlichen Merkmale der Peer-Produktion vorgestellt und gefragt, ob und wie sich diese Prinzipien auch in die Welt der materiellen Produktion hinein ausdehnen lassen. Mit der Peer-Ökonomie kann der Kern einer Freien Gesellschaft jenseits von Verwertung, Geld, Markt und Staat skizziert werden.