Sind Sie Anarchist?

David Graeber (Lizenz CC-by-sa, commons.wikimedia.org/wiki/File:David_Graeber.jpg)[Repost aus Oya 22, Lizenz: CC-by-sa]

von David Graeber

Vermutlich haben Sie schon mal irgendwo gehört, was Anarchisten angeblich sind und glauben. Vermutlich ist alles, was Sie gehört haben, Blödsinn. Denn viele denken, Anarchisten seien für Gewalt, Chaos und Zerstörung und gegen jede Form von Ordnung und Organisation, oder sie seien durchgeknallte Nihilisten, die alles in die Luft jagen wollen. Weit gefehlt. Anarchisten glauben schlicht, dass Menschen zu einem guten Umgang miteinander finden können, ohne dass man sie dazu zwingen müsste. Eigentlich eine ganz einfache Idee. Doch die Reichen und Mächtigen halten sie seit jeher für extrem gefährlich.

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Wachstum bis zum nächsten Crash

Durch einen Artikel in der Jungle World bin ich auf dieses unfreiwillig ehrliche Wahlplakat der FDP aufmerksam gemacht worden. FDP-WahlplakatWachstum macht Morgen möglich. Wir halten Deutschland auf Wachstumskurs“ erklärt die FDP darin. Was den Parteistrategen entgangen zu sein scheint: Der kleine Junge grinst voller Vorfreude, weil er weiß, dass die gewagte Konstruktion des Großvaters gleich von sich aus zusammenkrachen wird oder er sie andernfalls durch Herausziehen eines der unteren Steine zum Einsturz bringen kann.

So zeigt das Bild, was die Partei selbst nicht kapieren kann: das Wachstum von heute ist stets die Grundlage für den Crash von morgen.

The Limits of P2P

world-and-us[Repost with permission (ask here) from a series of articles on P2P & Marxism: part 3, also read part 1 and part 2]

By Jonathan Clyne

In the previous parts of this article, peer-to-peer production was presented as a radical new way of organising production and different from other forms of collaboration. Instead of following the instructions of a top-down hierarchy working in a competitive environment, which is the norm in most businesses, people who felt passionately about a particular project got together on a voluntary basis to create something that was available for anybody who wishes to use it, as long as they did not turn it into private property. That is, it remains in the commons.

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OPENiT Festival Berlin

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Vom 26. – 29. September gibt es in Kreuzberg das OPENiT Festival. Wer etwas dort zeigen oder machen will ist eingeladen dafür. Werdet aktiv und experimentiert die Commons, Openness, Open Source, Open Hardware usw. Hier ein kurzes Interview mit Lars Zimmermann über OPENiT, das Konzept und die Ideen dahinter.

JOK: Was ist OPENiT?

LZ: OPENiT ist ein Festival, das den Gedanken von Openness (Offenheit) für die Zukunft der Stadt & ihre Entwicklung durchspielt.

JOK: Was soll dabei vorkommen?

LZ: Open it! Öffne es!

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Peer-Commonismus

Am 13.06.2013 habe ich an der Uni Göttingen einen Vortrag im Rahmen der Veranstaltungsreihe »Marktwirtschaft, solidarische Ökonomie, Peer-Commonismus« gehalten. Hier zum Hören und Schauen als Slidecast (Folien [PDF|ODP) plus Audio [OGG|MP3]).

In memoriam Gunnar

gunnar-05-2012Klangmeister Gunnar Pfeifer, Gründer und Mastermind der freien Kunstplattform Neppstar ist am 22.5.2013 im Alter von 48 Jahren unerwartet in Griechenland an einer Herzattacke gestorben und wurde einige Tage später auch dort begraben.

Gunnar war ein ganz besonderer, herzlicher Mensch, seine Leidenschaft war die Musik und sein Lebensmotto »Frohsinn!« Seine Vision, der er sich in den letzten Jahren widmete, war eine solidarische Welt, in der Geld keine Rolle spielt. Als Komponist, Musiker und Tontechniker setzte er das für sich selbst seit 10 Jahren konsequent um, indem er seine eigene und die Musik und Kunst von Gleichgesinnten über diese Internetplattform und in Form von CDs (insbesondere die Serie »Raubkopie«) verschenkte.

Wir haben nicht nur einen ideenreichen Künstler, sondern auch einen unersetzbaren Freund verloren. Wir vermissen ihn sehr.

Freund_innen versuchen das Projekt Neppstar im Rahmen ihrer Möglichkeiten weiterzuführen. Gunnars vielseitiges Schaffen ist auf Radio Neppstar (Playlist) zu hören. Hier sein Lied »Wozu«:

 

[Update]

Die CD „In memoriam Gunnar“ ist jetzt samt Cover im WAV, OGG und MP3-Format ist frei verfügbar.

 

The Promise of the Commons

[Repost from Shareable, License CC-by]

An Interview with David Bollier

by Cat Johnson

david-bollierDavid Bollier is no stranger to politics. The author, activist and independent commons scholar worked for Ralph Nader in the late-’70s and early-’80s, he’s a policy strategist and he has participated in or founded numerous public interest projects. But, over the years, he found himself increasingly disillusioned with political activism.

“I’d sort of been a good activist liberal,” he says. “But by the late-‘90s I had come to realize that liberalism and traditional civic activism and political activism, even within conventional NGOs, was not going to do the trick.”

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Wirtschaften ohne Geld? Wirtschaften alternativ?

demonetizeAuf zwei Veranstaltungen gilt es hinzuweisen.

1) …ohne Geld?

Demonetarisierung ist ein Nischenthema — oder doch nicht? Auch Ökonom_innen beschäftigen sich damit, so die Vereinigung für Ökologische Ökonomie auf ihrer Jahrestagung 2013. Sie trägt den Titel »Wirtschaften ohne Geld? Zwischen kapitalistischer Marktwirtschaft und Schenkökonomie« und findet vom 12. bius 14.09.2013 in der Uni Oldenburg statt. Die Anmeldung ist bis zum 1.9. erwünscht, der Tagungsbeitrag wird von den Teilnehmenden nach deren Selbsteinschätzung selbst festgelegt und sollte zwischen einem und einhundert Euro liegen.

Das Programm klingt interessant: (mehr …)

»Streifzüge«-Schwerpunkt zu Keimformen

streifzuege-logoDas könnte spannend werden: Die Redaktion des Wiener Magazins Streifzüge plant für das Frühjahr 2014 das Thema »Keimform« als Schwerpunkt. Die Koordination des Schwerpunkts habe ich übernommen. Nachfolgend das Call for Papers mit den Modalitäten zur Beteiligung:

Generationen emanzipatorisch bewegter Menschen haben sich die Köpfe heiß geredet, ob die Reform der Revolution vorzuziehen sei oder umgekehrt. Die Konzepte von Reform und Revolution verkörpern zwei Pole der objektiven Herausforderungen gesellschaftlicher Transformation hin zu einer freien Gesellschaft. (mehr …)

How Does P2P Differ From Other Forms of Collaboration?

world-and-us[Repost with permission (ask here) from a series of articles on P2P & Marxism: part 2, read part 1 here]

By Jonathan Clyne

Collaboration has existed before P2P production and many different forms continue to exist side by side with it. It could therefore be easy to dismiss P2P as nothing new under the sun. Yet that would be a mistake. Several things make P2P unique. In order to understand that it is worth comparing with other forms of collaboration.

The most common form of collaboration, outside the private sphere, exists at any workplace. Simply in order to get the work done people must collaborate. Superficially, it would be easy to identify the difference between P2P and other collaboration on the work place by saying that collaboration at a workplace is based upon bosses deciding and ‘creating’ a team. Formally speaking that is true, but in practice, collaboration at most workplaces is, like P2P, more of a bottom up collaboration.
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