Commons und Geld

Bei Treffen des Commons-Instituts in Leipzig vom 29.10. bis 1.11. haben Denis Neumüller und ich einen Vortrag zum widersprüchlichen Verhältnis von Geld und Commons gehalten. Hier die Folien und der Audiomitschnitt — leider in mieser Qualität die erste Minute ist mies, dann ist die Qualität ok (Download Folien: PDF|ODP, Download Audio: OGG|MP3):

 

10 Prinzipien des Übergangs

Brückenbau in Berlin-MoabitImmer mehr Menschen wollen eine commonsbasierte Wirtschaftsweise, die uns von den Zwängen des Markts befreit. Freie Software, Freie Kultur, Wikipedia, Freie Hardware und und und: Beispiele für erfolgreiche Commons-Projekte gibt es viele, und täglich werden es mehr. Die commonsbasierte Produktionsweise existiert also schon, bildet aber bisher eine kleine Minderheit der gesamten Ökonomie. Unter welchen Umständen kann sie weiter wachsen? (mehr …)

Diskurse über Transformation

TransformationsdiskurseVor ein paar Tagen war ich auf der 4. Transformationskonferenz der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Berlin. Der für mich bei Weitem interessanteste Beitrag kam von Dr. Jan Turowski. In seinem Vortrag „Diskurs über Transformation – Transformation als Diskurs“ beschäftigte er sich mit Diskursen über Transformation.

Jans Einsichten und Kategorisierungen halte ich für ein Projekt wie Keimform und ähnlich gelagerte Projekte für höchst relevant, denn letztendlich wird in solchen Projekten ja ein Diskurs über eine mehr oder weniger tiefgreifende gesellschaftliche Transformation organisiert. Ich werde im Beitrag auch immer mal das abgeschlossene Projekt Oekonux gegen die Begriffe halten, die Jan Turowski bildet.

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Die Welt der Commons

welt-der-commonsDie Commons sind ein Buch. Ein Buch? Drei, sagt Silke Helfrich, und legt nun das zweite in der Reihe vor — zusammen mit David Bollier und der Böll-Stiftung: Die Welt der Commons — Muster gemeinsamen Handelns. Aus der Ankündigung:

Die Logik des Kapitalismus heißt teilen. Nur teilen darin nicht die Menschen, sondern sie werden geteilt. Es ist daher problematisch, Commons in kapitalistischen Kategorien zu erklären. Wer die Welt der Commons betritt, begegnet einer anderen Logik, einer anderen Sprache und anderen Kategorien. Nach »Commons. Für eine neue Politik jenseits von Markt und Staat« (2012) erkunden in diesem Band Autorinnen und Autoren aller Kontinente die anthropologischen Grundlagen der Commons und stellen sie zugleich als konkrete Utopien vor. Sie machen nachvollziehbar, dass alles Commons sein oder werden kann: durch Prozesse geteilter Verantwortung, in Laboratorien für Selbstorganisation und durch Freiheit in Verbundenheit. Commoners realisieren, was schon heute machbar ist und morgen selbstverständlich sein wird. Das zeigen über 40 Beispiele aus aller Welt. Dieses Buch erweitert unseren Möglichkeitssinn für die Gestaltung von Wirtschaft und Gesellschaft.

Der letzte Satz…, naja, das Buch soll ja auch verkauft werden. Diesmal ist nichts Creative Commons? Alle Artikel werden auch online unter einer Creative Commons Copyleft-Lizenz erscheinen!

[Update] Am Donnerstag, 19. November 2015, 19:0021:00 Uhr, wird das Buch in der Heinrich-Böll-Stiftung vorgestellt.

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Nicht erwünscht, aber erwartbar

Aus Gablers Wirtschaftslexikon, Stichwort Wirtschaft:

Ziel der Wirtschaft ist die Sicherstellung des Lebensunterhalts und, in ihrer kapitalistischen Form, die Maximierung von Gewinn und Lust mithilfe unternehmerischer Freiheit, zugleich die Erzeugung von Abhängigkeit, ob von Anbietern oder Produkten, und Wachstum, bis zum (nicht unbedingt gewünschten, aber erwartbaren) Kollaps des Systems.

Sage niemand, er/sie habe es nicht gewusst.

Freie Software für die Dieselsteuerung

VW liegt am Boden wegen einer Mogelsoftware für die Motorsteuerung. Der alte Slogan „… und läuft und läuft und läuft …“ wurde schon damals vor 50 Jahren mit „… und säuft und säuft und säuft …“ karikiert. Man könnte es wiederholen. Die täglichen Pegelstände über die Zahl der Blechkisten mit mangelhaften Abgaswerten sind eigentlich nur Rankenwerk in dieser kapitalistischen Posse.

Es kömmt nicht darauf an, dies alles immer wieder neu zu kommentieren. Es kommt darauf an, einiges zu verändern. Unter dem alten Stichwort „Transparenz“ läßt sich heute locker etwas fordern, was vor einem halben Jahrhundert noch undenkbar war: Nur noch freie Software unter die Motorhaube! Aber nicht nur locker fordern ließe sich das, freie Software ließe sich auch locker für die Motorsteuerung entwickeln. Input wäre vorhanden. VW müßte nur mal die Mogelpackung samt Dokumentation ins Web stellen. Technisch heute kein Problem. Den Herrschaften bei VW darf man den kleinen Hinweis geben: Wäre die Software der Motorsteuerung freie Software gewesen, dann hätte es die bekannte Mogelei nicht geben können.

Angst vor der Konkurrenz? Da lachen ja, salopp gesagt, die Hühner. Was will die Konkurrenz bei VW abkupfern?! VW und die Autobranche insgesamt müssen wieder Vertrauen herstellen, heißt es. Na, denn mal loslegen und zeigen, daß man nichts zu verbergen hat. Raus mit der Software aus den engsten Zirkeln irgendwelcher Intranets, hinein ins Web. Selbstredend gehören technische Daten der Motoren dazu, Kennlinien usw.

Manager, die sich solcher Aufklärung verweigern, gehören aus meiner Sicht aufs Altenteil.

Butter bei die Fische?

Ich bin langsam beim Lesen. Erst jetzt stieß ich auf Seite 58 auf den Artikel »Butter bei die Fische!« von Rüdiger Mats in der konkret 9/2015. Der Text steht in einer Debattenreihe zu einem »neuen Sozialismus«. Bisher kam in der Reihe nichts nennenswert Interessantes. Nun stellte Mats die Frage nach einer anderen Produktionsweise: »Eine nachrevolutionäre Gesellschaft soll den Kapitalismus ablösen, und der ist eine Produktionsweise. Deshalb gehört zu einer Sozialismusdebatte auch die Frage, wie das gehen soll, wodurch der Kapitalismus denn eigentlich abzulösen ist.«

Hallo, das könnte spannend werden!

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Ohne Zusammenarbeit keine Commons?

un_commonsDer elfte Wikimedia-Salon findet in Kooperation mit der Berliner Gazette und der Konferenz UN|COMMONS statt und beschäftigt sich mit der Frage, welche Art der Kollaboration in der vernetzten Welt gebraucht wird, um Gemeingüter und freies Wissen zu fördern.

Wann: 08. Oktober 2015, 19:00 Uhr (Einlass 18:30)
Wo: Wikimedia Deutschland e.V., Tempelhofer Ufer 23-24, 10963 Berlin
URL: Das ABC des Freien Wissens

Impulsreferat: Dr. Mark Terkessidis, Migrationsforscher, Autor und Journalist

Weitere Gäste:
Dr. Phil. Friederike Habermann, Autorin und freie Wissenschaftlerin
Christoph Kappes, Berater und Netztheoretiker

Moderation: Sabrina Apitz, berlinergazette.de

Video-Einspieler: Prof. Dr. Volker Grassmuck, Publizist und Soziologe

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Presentation »From Commons to Commonism?«

Before traveling through the Baltics, I gave a presentation in a squatted house in Helsinki, Finland, called »Makamik«, on the question on if and how the Commons can be generalized up to the societal level. The answer in short: Yes. In order to make this thinkable we need some very well developed notions, and the talk is about that. Here are the Slides (PDF, ODP) and the audio files taken by Kalle from Kosmas TV (OGG, MP3) — thanks a lot!