Kategorie: Theorie

The commons as a strategic perspective for social movements

This is a translation of a german article. Hier gibt es den Artikel in deutsch.

The power of social movements lies in their heterogeneity. Because of it, they achieve longer lasting and more fundamental change than other societal actors. But it makes them confusing, too. In addition to fighting for change, they are subject to fights themselves. From parties over NGOs to trade unions and churches, they all fight to play a role in social movements.

social_movements_todayWe can somewhat order this chaos by looking at the relation between worldviews, strategies and tactics of the players involved. Most often strategies are employed which match the respective worldview. For example, the social democratic strategy of seizing state power and softening the impertinences of capitalism is expression of a socialistic worldview; the strategy of demanding value based decisions is based on a conservative worldview, etc. Here, the respective notion of societal change becomes visible as well. Experience shows that communication between actors that have different worldviews is almost impossible. Across strategic borders understanding is difficult. This is one of the reasons why communication within social movements often is so exhausting.

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Indidividual Needs and Societal Necessities

This is a reply which I wrote on the english list of the Oekonux project on a mail by Stefan Merten with the subject »Balancing need and Selbstentfaltung by governance?« Since this question has a fundamental meaning, I wrote a more general and philosophical answer. I made a few typo corrections on the original post.

On 2009-11-04 20:22, Stefan Merten wrote:

Recently once again I thought about the problem of balancing need and Selbstentfaltung. I think this is the fundamental question which concepts like Christian are struggling for: How is the societal need balanced with Selbstentfaltung.

From my POV „balancing“ is the wrong term to raise the problem adequately. (mehr …)

Keimformdenken in der LINKEN?

Make Capitalism History -- per Geldeinwurf?Die Linke, insbesondere DIE LINKE, hat eine einfache Antwort auf eine komplizierte Frage: Aufhebung des Kapitalismus? => Aufhebung des Privateigentums! Steht ja auch so im Kommunistischen Manifest. Wenn die bisher Unteren nur erst über die Mittel der Produktion verfügen, wird alles gut. Wie, wie schnell und mit welchen Mitteln sind Streits um Details, die die linken Fraktionierungen erzeugte und noch immer erzeugt. »Privateigentum weg« war die Lösung und muss die Lösung weiterhin sein. Inzwischen wird gar wieder darüber debattiert, wie die zukünftige Planwirtschaft zu organisieren sei.

Gibt es doch noch anderes? Etwa die Erkenntnis, dass es nicht reicht, über das Alte zu verfügen, sondern es darum geht, eine neue Produktionsweise in die Welt zu setzen? Ich bin ja doch immer wieder neugierig und lese Broschüren über den Stand der Erkenntnisse wie diese: »Marx’ Kritik der politischen Ökonomie und die Linke heute«. Und siehe da: In homöopatischen Dosen werden neue Entwicklungen wahrgenommen. Dass sie doch nur wieder zur Rechtfertigung eines »pluralen Kapitalismus« verwendet werden, war allerdings zu erwarten. Wen’s interessiert: hier weiterlesen.

Diskussion von »Über den Commonismus«

Franz hat den Artikel »Vom Kapitalismus über den Commonismus zum Kommunismus?« von Daniel Scharon aufgetan, dessen Original ziemlich schwer lesbar ist und das ich deshalb reformatiert auf keimform.de übernommen habe. Der Artikel enthält eine Auseinandersetzung mit Oekonux, Freier Software, Peer-Ökonomie, Commonismus und Kommunismus.

Zu diesem Artikel einige Anmerkungen, weil’s so viel ist, in einem extra Artikel.

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Repost: »Über den Commonismus«

[Der nachfolgende Artikel ist ein (reformatierter und nun lesbarer) Repost aus dem Blog Marx101. Lizenz: CC-by-sa-nc]

Vom Kapitalismus über den Commonismus zum Kommunismus?

Eine Betrachtung in Marx‘ Kategorien

Verfasser: Daniel Scharon

1. Einleitung

Die zunehmende Verbreitung und Bedeutung von Freier Software rückt die Zusammenhänge ihrer Entstehung sowie ihre grundsätzlichen Bedeutung in den Fokus wissenschaftlichen Untersuchungsinteresses. Doch dabei bleibt es nicht stehen. Freie Software und dessen Entwicklungsmodell wird von vielen als etwas ganz neues angesehen, das dem bisherigen Modell, Software zu produzieren, diametral entgegen steht. (mehr …)

Basarökonomie oder Überproduktion – wo kommt die Krise her?

Ist die seit 2000 schwelende Dauerkrise der Wirtschaft – die von der scharfen, mit Problemen im Finanzsektor in Verbindung gebrachten Abwärtsbewegung von 2008, von der wir uns bereits wieder erholen, zu unterscheiden ist – eine Überproduktionskrise (auch hier, 2.)? In den letzten Jahren herrschte massive Konkurrenz unter den Warenproduzenten, es setzte ein starker Preiskampf ein. In Deutschland bildete sich eine Wirtschaft heraus, die auf Sonderangeboten, Vergünstigen, hartem Preiskampf und euroweisem Unterbieten (beispielsweise auf Basis der täglich aktualisierten Preisvergleichs-Seiten im Internet, wo man vorne dabei sein muss) basiert.

Für die Kunden mag dies angenehm sein, weil viele Dinge (gerade Markenware) deutlich billiger geworden ist: Im Internet bekommt man nicht selten aktuelle Elektronikprodukte für die Hälfte des Listenpreises. Für die Unternehmen bedeutet es die Notwendigkeit zur entschlossenen Umstellung, Gewinnmargen schrumpfen und können nur durch unerbittliche Preisdrückerei aufrechterhalten werden. Die Zeche zahlen oft genug die Arbeiter und Arbeiterinnen (mehr …)

Commons und Gütersystematik: Diskussion

Ding/Ressource [Klicken zum Vergrößern]

Was sind Commons, in welchem Verhältnis stehen sie zu anderen Gütern, Ressourcen und sozialen Beziehungen? Zur Einordnung hatte ich einen Entwurf einer Gütersysthematik vorgelegt. Dieser wurde diskutiert. Silke hat ihre Vorstellung in eine Mindmap gebracht (siehe oben, zum Vergrößern auf das Bild klicken). Diese Skizze will ich zunächst mit diesem Beitrag diskutieren, bevor ich in einem neuen Artikel dann einen neuen Vorschlag mache.

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Piraten-Wirtschaft: Ideologiefreie Ideologie

Piraten-LogoNachdem ich so nett eingeladen worden bin, das Wirtschaftsprogramm der sächsischen Piraten zu kommentieren, will ich dem auch gerne nachkommen. Die Kritik, die folgt, sei als konstruktive Kritik verstanden — auch wenn sie recht deutlich ausfällt. Wir können alle nur von einander lernen 🙂

Zunächst mal meine dicke Anerkennung dafür, dass sich die sächsischen Piraten sich trauen — können sie doch ahnen, dass sie ein vermintes Feld betreten. Das Bemühen, auf keine Mine zu treten, ist dem Entwurf anzumerken. Dadurch entsteht bei mir aber auch der Eindruck, dass sie lieber am Feldrand stehen bleiben und über die vielen Minen schauen, als den Schritt aufs Feld zu wagen. Verständlich.
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Commons in einer Systematik von Gütern

Wenn die »Commons« (Gemeingüter) ein neues Paradigma politischer Theorie werden sollen, dann muss der Begriff klarer bestimmt werden. Ein Ansatz ist, ihn in Relation zu anderen Gütern zu verorten. Vor längerer Zeit hatte ich schon mal einen Versuch einer Systematik von Gütern unternommen (siehe diese Abbildung). Die Darstellung blieb jedoch vor allem beim Punkt des »Eigentums« unklar, da Commons nicht mit »Gemeineigentum« gleich gesetzt werden können. Ferner ist das Besondere bei den Commons gerade, dass sie stets als soziale Beziehung zu verstehen sind. Genau genommen gilt das jedoch für alle Güter, denn die fallen ja nicht vom Himmel, sondern werden — sozial — hergestellt. Erst im Vergleich zur »Sozialität« der Nicht-Commons, wird die Besonderheit der Gemeingüter deutlich.

Kurz und gut: Ich habe einen neuen Anlauf unternommen. Hier ist das Ergebnis.

Systematik von Gütern

Wie ist die Abbildung zu lesen?

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Kommunismen in der Zeit

Wege raus...Die Gruppe »Wege aus dem Kapitalismus« lädt zu einer Veranstaltung über den historischen Wandel der Vorstellungen vom Kommunismus: »Philosophische Spekulation – Wissenschaft – konkrete Utopie?« Auch Karl Marx, mit dessen Name der Begriff des Kommunismus vor allem verbunden ist, hat zu seinen Lebzeiten unterschiedliche Konzepte vertreten. Der Begriff der Kommunismus sagt also mehr über die Zeit aus, in der er formuliert wird, als dass er ein einheitliches Konzept trägt. Dies betrifft auch die aktuellen Keimform-Konzepte, wie sie hier im Blog vertreten werden.

Datum: Freitag, 11. September 2009, 19:00 Uhr, und Seminar am Samstag, 12. September 2009, 10:00 Uhr in Berlin

Ort: Helle Panke, Kopenhagener Str. 76, 10437 Berlin

[Update: Audio-Dokumentation der Veranstaltung]