Kategorie: Freie Software

Open Source Jahrbuch: Das erste Kapitel

Der Untertitel des aktuellen Open Source Jahrbuch ist mir erst beim Ansehen der Print-Version aufgefallen: Zwischen freier Software und Gesellschaftsmodell. „Gesellschaftsmodell“ klingt ja viel versprechend 🙂 — leider allerdings ist im Buch außer dem Artikel von Franz Nahrada und vielleicht dem von Gundolf S. Freyermuth (dazu je unten mehr) nicht viel zu finden, was diesem Anspruch gerecht werden könnte.

Überhaupt kann ich allen, die das Buch nicht bestellen wollen oder können, nur den Download der PDF-Version empfehlen, da die inhaltliche Gliederung des Buchs in der Online-Übersichtsseite völlig verloren geht. Insgesamt hat das Buch 7 Kapitel, die für uns interessantesten Artikel dürften wohl v.a. in Kapitel 1 („Das Prinzip Open Source“) und 2 („Open-Source-Ökonomie“) zu finden.

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Europa, Brasilien, China vereint im FLOSS-Boot

Wie schon von Thomas vermutet, bringt sich Europa gegen die Amis in Stellung, in dem sie kurzerhand Brasilien und China mit ins gemeinsame FLOSS-Boot holen. Keine schlechte Idee, wird doch der Software- und Service-Markt auf 67 Milliarden Euro geschätzt. Da wäre es doch schade, wenn ein großer Teil zu den großen US-Playern ginge — denkt sich die EU.

So fördert nun also die EU-Kommission die Quality Platform for Open Source Software, ein Projekt mit 20 Partnern aus Regierungen, Hochschulen und Unternehmen. Er geht um Rechtsstandards, Geschäftsmodelle, Interoperabilität, Qualitätsbewertung, Expertennetzwerke, Werkzeuge — und Vertrauen.

Vgl. Europa, Brasilien und China vereinen ihre Kräfte für eine Open-Source-Plattform

Reblogged from ProLinux

Das neue Open Source Jahrbuch ist da

Vor ein paar Tagen ist das neue Open Source Jahrbuch erschienen. Das Buch gibt es zum Komplett-Download als PDF; wer den Autor- bzw. Herausgeber/innen oder den eigenen Augen etwas gutes tun will, kann aber auch die gedruckte Version bestellen. Außerdem gibt es eine Übersichtsseite mit Titeln und Abstract der einzelnen Artikel, über die die Artikel jeweils auch separat downloadbar sind. Insgesamt sind es 49 Artikel — wow, eine Menge Stoff 🙂

Zu den Autoren gehört Richard Stallman, der — nach dem Titel zu urteilen –, allerdings nur mit seiner üblichen Litanei aufwartet: „Why ‚Open Source‘ Misses the Point of Free Software“ („Warum ‚Open Source‘ das Wesentliche von ‚Freier Software‘ verdeckt“). Schade, wär interessant gewesen, mal wieder was Neues vom ihm zu lesen…

Aus der keimförmigeren Ecke ist zumindest Franz Nahrada vertreten, mit einem Artikel über „Piazze telematiche, Video Bridges, Open Coops – der mühsame Weg zu den Globalen Dörfern“.

Hab mir das Buch jedenfalls mal runtergeladen und werd demnächst mal anfangen, zu schmökern 🙂

Piccoletto – ein Bilderbuch

PiccolettoPiccoletto, ein Kinderbuch von Renato Rascel (Italien 1960), schildert den Weihnachtsabend des Schornsteinfegers Piccoletto. Wunderschöne Bilder, stark stilisiert, ein wenig an konstruktivistische oder neusachliche Malerei erinnernd, nichtsdestoweniger sehr kindgerechte, klar erkennbare Figuren. Die Farben sind matt getönt, von einer eher dezenten Buntheit.

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Semantisches Wiki

Nach der kollektiven Sammlung von Inhalten in relativ flachen Wiki-Strukturen sind semantische Wikis der logisch nächste Entwicklungsschritt. Die Idee ist relativ einfach: Statt einfach Inhalte in eine Wikiseite einzutippen, die die Nutzer/innen verstehen, werden einzelne Informationen in spezieller Weise „markiert“ — so dass Maschinen diese auslesen und verarbeiten können.

Solche Informationsanhänge (denglisch auch: Annotationen) können auch nachträglich zu Wiki-Inhalten hinzugefügt werden. Ein Beispiel sind die Relationen im CoForum, die die Beziehungen von Seiten definieren. Ein anderes, prominenteres Projekt ist das Semantic MediaWiki, das — wie der Name schon sagt — das Mediawiki um semantische Eigenschaften erweitert. Mediawiki ist u.a. die Basis der Wikipedia. Daher sind die Anforderungen an die Benutzbarkeit und Performance sehr hoch (vgl. Tuning für die Wikipedia).

In einem Interview mit der (kommerziellen) Semantic Web School Wien erläutern die Entwickler des Semantic MediaWiki Markus Krötzsch und Denny Vrandecic die Ziele des Projekts.

Webanwendungen und GPL

Es wurde schon viel geredet vom Trend zu immer mehr Webanwendungen, langsam – mit zunehmenden Breitbandanschlüssen – zeigt sich aber, dass etwas draus werden könnte. Ich möchte eine selten thematisierte Folge dieses Trends thematisieren: Die GPL wird ausgehebelt.

Der Sinn der GPL liegt darin, dass Software, die einmal frei war auch weiterhin frei bleibt, dass unterscheidet sie und andere copyleft-Lizenzen von anderer Freier Software. Die Regel ist ganz einfach: Die GPL erlaubt ausdrücklich das Modifizieren der Software, unter der Bedingung, dass bei einem Vertrieb der Sourcecode der modifizierten Software mit weitergegeben werden muss, so dass auch andere von den Modifikationen profitieren können.

Im Fall einer Anwendung, die blos übers Web im Browser abgewandelt wird, funktioniert das leider nicht mehr, weil gar kein Vertrieb mehr stattfindet. Ich kann also eine Serversoftware, die unter GPL steht verändern und auch im Zweifel Millionen von Leuten sie übers Web benutzen lassen, ohne den veränderten Sourcecode freigeben zu müssen. Je mehr nun aber Webanwendungen zunehmen umso drängender wird dieses Problem der GPL.

Zur Zeit wird in einem umfassenden Communityprozeß (selber eine Webanwendung) eine neue Version der GPL erarbeitet. Leider bietet auch diese neue Version keinen Schutz vor einem solchen Mißbrauch, es ist auch fraglich ob sich dass rechtlich überhaupt machen lässt. Was also tun?

Buch »Freie Netze. Freies Wissen.«

Neben Vilnius trägt Linz im Jahr 2009 den Titel Kulturhauptstadt Europas. Linz, Stätte des Prix Ars Electronica, ist prädestiniert, sich mit den Freien Bewegungen auseinanderzusetzen. Und das ist bereits geschehen, das Ergebnis liegt nun als Buch vor — selbstverständlich unter einer Creative Commons Lizenz. Zwei Zitate auf der Buchrückseite stehen prägnant für den Inhalt:

»Die Bewegung für Freie Software ist eine Bewegung für Menschenrechte und für soziale Veränderung.« (Richard Stallman)

»Es gibt keine Kunst, die nicht wiederverwendet.« (Lawrence Lessig)

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Proprietäre Schwarmhardware und andere Biester

CrowdSpirit ist eine Webseite die versucht den Prosumergedanken für das Feld elektronischer Hardware konsequent umzusetzen. Leider ist da scheinbar nix frei , sondern den Mitspielern wird Geld versprochen, das scheint ja sowieso der neueste Web-2.0-Trend zu sein.  Der Schwarm wird bezahlt.

Für uns stellt sich da die Frage,  ob es gegen diese Strategie der Microverwertung noch der kleinsten Lebensregungen ein adäquates Gegenmittel geben könnte.  Freie Software funktioniert ja auch zu einem großen Teil deswegen, weil es sich für viele Beteiligte nicht lohnt ihren Einsatz zu verwerten.  Was, wenn jetzt jemand auf die Idee kommt einfach jeden Codeschnippsel und jeden Bugreport zu bezahlen? Ich hoffe mal, der Feind liest nicht mit 😉

Ein auf den ersten Blick (ist schon spät, ich muss ins Bett) interessanter Blog, der sich mit diesen Fragen beschäftigt ist Crowdwisdom.

Untersuchung zu Frauen in Freier Software

Frauen fuehlen sich diskriminiert, Maenner sehen das anders

Tja, dieser Graph spricht fuer sich. Eine der beiden Gruppen hat eine furchtbar verschobene Realitaetswahrnehmung.

Das Bild stammt von einer Studie, die schon knapp ein Jahr alt ist. Vielleicht kennt das hier deshalb schon der eine oder die andere: Ergebnisse einer EU-finanzierten Studie zu (dem Mangel von) Frauen in Freien Software Projekten.

Hier die wesentlichen Funde aus dem „Executive Summary“:

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Virtual Citizenship Assoziation

Die Virtual Citizenship Assoziation hat sich gebildet wärend des (gescheiterten) Versuchs der Community, das Online-Spiel Rhyzom zu kaufen und dadurch zu befreien. Der Code sollte unter die GPL gestellt werden und andere Inhalte (Grafik, Sound, …) unter ähnliche Lizenzen.

Die Vereinigung verfolgt jedoch weiter ihr Ziel, ein Online-Spiel zu „kaufen“ und nebenher noch einige weitere.