[Auch wenn ich gerade nichts zur Debatte um die Peer-Ökonomie beitragen kann (sorry, kommt später), finde ich sie sehr wichtig. Nach Werner Imhofs Kritik nachfolgend eine weitere grundsätzliche Kritik von Hubert Herfurth. Absätze von mir, Original hier.]
Einleitung
In dieser Linken ist man vor keiner Überraschung gefeit. Selbst die Geschichte des Realsozialismus, also das Desaster der reine weg voluntaristisch umgesetzten Veränderungsansprüche im Gefolge der russischen Oktoberrevolution hat nicht dazu geführt, dass den vermeintlichen Revolutionären heute eine sowohl selbstkritischere als auch gelassenere Sicht auf die eigenen Veränderungsbestrebungen möglich ist. Dabei zeigen die bisherigen sozialistisch/kommunistischen Veränderungsversuche doch glasklar, dass den hehren Wünschen nicht mehr oder weniger automatisch eine ebensolche Realität folgen muss, ja, dass selbst die — den angeblich realisierten Wünschen — anhängende Realität womöglich nichts mehr mit diesen Wünschen gemein haben muss, sich letztlich sogar als das glatte Gegenteil dieser Wünsche herausstellen kann.

Graz mausert sich zum Fokus des Commons-Diskurses. Und das sozusagen »nebenbei«, denn das Festival ist zwar eines für »zeitgenössische Musik, Kunst und politischen Diskurs«, aber Publikumsmagnet ist die Musik. Nach allem, was ich so mitbekam, ist die Musik auch eher nicht als »zeitgenössisch«, sondern tendenziell als pre-zeitgenössisch zu bezeichnen: »In Graz läuft heuer das, was in zwei Jahren angesagt ist«, sagte mir eine Teilnehmerin. Ok, das kann ich nicht wirklich beurteilen, zurück zum Diskursteil.